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03.09.2009

Frauen-Diskriminierung schon während der Ausbildung

DGB-Jugend fordert Strafen und verlangt mehr Kontrolle der Betriebe

Junge Frauen werden schon in der Ausbildung gegenüber ihren männlichen Kollegen benachteiligt. Das zeigt der neue Ausbildungsreport der DGB-Jugend. In ganz Deutschland wurden insgesamt 6920 Azubis aus den 25 häufigsten Ausbildungsberufen zu Lohn und Urlaub befragt.
baustoffwissen.de:
Gleiche Arbeit, weniger Geld: Junge Frauen bekommen laut DGB-Jugend im Schnitt 100 Euro oder 22 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen.
Weibliche Azubis schneiden sowohl bei der Vergütung als auch beim Überstundenausgleich und der Zahl der Urlaubstage deutlich schlechter ab als Auszubildende in männlich dominierten Berufen. Dort liegt die Ausbildungsvergütung im Schnitt mehr als 100 Euro oder fast 22 Prozent höher als in „Frauenberufen“. Dieser Trend setzt sich beim Ausgleich von Überstunden fort: Während in so genannten "Männerberufen" 61 Prozent die Überstunden ausgeglichen werden, ist das in „Frauenberufen“ nur in 46 Prozent der Fall.

Kleineres Gehalt und weniger Urlaub


Auch bei den Urlaubstagen zeigen sich deutliche Unterschiede. Junge Metallbauer oder Elektroniker haben im Durchschnitt drei Tage mehr Urlaub als junge Friseurinnen oder medizinische Fachangestellte. Die Arbeit von Frauen in weiblich dominierten Berufen müsse endlich angemessen vergütet und gewürdigt werden, forderte die stellvertretende DGB-
Vorsitzende, Ingrid Sehrbrock.: „Frauen dürfen nicht länger dafür bestraft werden, dass sie
Dienstleistungen erbringen, Menschen pflegen oder beruflich Kinder erziehen.“ Sehrbrock forderte die Bundesregierung auf, das Thema Gleichstellung „mit mehr Verve“ anzugehen. Beispiele anderer Länder zeigten, was mit klaren politischen Zielen erreichbar sei.

Weitere Ergebnisse des Ausbildungsreports

Im Ranking der 25 häufigsten Ausbildungsberufe werden die FachinformatikerInnen am besten beurteilt, gefolgt von IndustriemechanikerInnen und Bankkaufleuten. Auf den letzten drei Rängen sind FachverkäuferInnen im Lebensmittelhandwerk, Hotelfachleute und Restaurantfachleute gelandet. Hauptkritikpunkt ist die hohe Zahl an Überstunden. Fast 72 Prozent der angehenden Restaurantfachleute und 65 Prozent der Köche/Köchinnen berich-
ten von regelmäßigen Überstunden. Bei den IndustriemechanikerInnen sind es dagegen weniger als 20 Prozent. Die DGB-Jugend kritisiert, dies sei unvereinbar mit einem Lernverhältnis. Ausbildungsbetriebe müssten systematisch von den Kammern kontrolliert, etwaige Ordnungswidrigkeiten mit Sanktionen geahndet werden.

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