Drohen in Deutschland massive Proteste? Laut Befragung sind jedenfalls zwei Drittel der 16 bis 32-jährigen mit der Politik allgemein unzufrieden – und 60 Prozent sind auch bereit, für "ihre Interessen" auf die Straße zu gehen.
Die repräsentative Befragung von 590 jungen Deutschen im Alter von 16 bis 32 Jahren zeigt: Die junge Generation fühlt sich von der Politik nicht ernst genommen, resigniert aber auch nicht. "Die Jugend will sich einmischen und für ihre Interessen auf die Straße gehen. Sie ist politisch in Bewegung gekommen", kommentiert Bundesjugendsekretär René Rudolf die Ergebnisse. Für die DGB Jugend kein überraschendes Ergebnis: "Wir erleben schon seit dem Frühjahr eine sehr aufgewühlte Stimmungslage, vor allem in den Betrieben der Metallindustrie." Es sei lediglich eine Frage der Zeit, "bis sich der Druck auf der Straße entlädt", sagte Rudolf und verwies in diesem Zusammenhang auf den bundesweiten Bildungsstreik im Juni, der mehr als eine Viertelmillion Schüler und Studierende auf die Straße trieb.
Mit Blick auf die geringe Wahlbeteiligung gerade unter jungen Menschen erteilte Rudolf der Interpretation einer angeblichen "Politikverdrossenheit der Jugend" eine klare Absage: "Die Ergebnisse belegen, dass keine Rede sein könne von politischem Desinteresse der Jugend, vielmehr agiere das politische System an den Interessen der Jugend vorbei."