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29.12.2009

"Du musst dir ein Ziel setzen – und dann einfach anfangen"

Interview mit dem Musiker, Ironman und Extremsportler Joey Kelly

baustoffwissen.de konnte Joey Kelly, ehemals Sänger und Gittarist der bekannten Band Kelly Family, heute Marathonläufer und Extremsportler, für einen Vortrag auf der Fachmesse DEUBAU gewinnen. Am 12. Januar 2010 hält der Promi dort während der Azubi-Sternfahrt des BDB einen Vortrag zur Höchstleistungen. Claudia Marion vom Schulungsbüro für Baustoffkunde hat im Vorfeld mit Joey Kelly über extreme Situationen, die richtige Einstellung und sein Leben als Prominenter gesprochen.
baustoffwissen.de: Joey Kelly mit Medaille
Über 70 Marathonläufe und Ausdauerwettbewerbe hat Joey Kelly schon hinter sich - darunter auch extreme Ironmen wie dem Ultraman Hawaii mit 10 km Schwimmen, 421 km Radfahren und 84 km Laufen.


Hallo Joey, schön, dass Du die Zeit für das Interview und unsere Leser gefunden hast.


Ja, das ist manchmal gar nicht so einfach bei meinem vollen Terminkalender.

War das schon immer so, oder hat sich das erst in den letzten Jahren so entwickelt?

In der Zeit, als ich noch mit meiner Familie musikalisch auf Tour war, hatten wir auch ständig Termine für Auftritte, Interviews und Fotoshootings. Dann halt nur gemeinsam. Anfangs waren meine sportlichen Ambitionen für die Medien nicht von so starkem Interesse, aber mittlerweile wird diese Sportart auch in der Gesellschaft anders wahrgenommen und dadurch auch von den Medien entsprechend dargestellt.
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baustoffwissen.de: Kelly Family
Termin-Stress, Interviews und Fotoshootings kennt Joey Kelly (rechts) schon aus der Zeit als Sänger und Gitarrist der bekannten Band Kelly Family.
Du hast ja schon einige extreme Sportereignisse und Distanzen absolviert, die für die meisten von uns wahrscheinlich nie in seinem Leben mach bar sind. Da kommst Du doch sicher auch emotional in Grenzbereiche. Was geht in solchen Momenten in Dir vor? Und wie empfindest Du es dann, dass die Medien auch noch jeden dieser Momente öffentlich machen?

Wenn es so extrem wird, dann nimmt man von außen so gut wie nichts mehr wahr. Da ist man nur mit sich selbst beschäftigt, mit dem Kampf ums Durchhalten. Da muss man alles motivieren, denn jeder Muskel schmerzt und alles in einem schreit nach Aufgeben. Und glaube mir, das wäre einfach, aber nur solange, bis die Schmerzen wieder nachgelassen haben. Dann fällt man in ein schwarzes Loch. Ärgert sich, dass man aufgegeben hat. Es ist einfach nur eine Frage der Motivation, 'Will ich es schaffen?' dann findet man auch in schweren Momenten die Kraft weiterzumachen.
Die Umstände spielen natürlich eine große Rolle, die man auch nicht beeinflussen kann. So wird die sportliche Herausforderung beim Ironman manchmal noch zusätzlich durch das Wetter erschwert. Aber es gibt in allen Bereichen des Lebens Einflüsse, die unveränderlich sind. Das macht es doch erst recht spannend sich diesen täglichen Herausforderungen zu stellen. Im Sport ist es nicht anders.
Die Begleitung durch die Medien stört mich nicht. Es sind ja Teams, die über das gesamte Sportereignis mit dabei sind. Die leiden und freuen sich dann auch mit einem, denn auch sie haben mit der Witterung zu kämpfen und sind froh, wenn das nächste Etappenziel erreicht ist.

Du forderst mit diesen Leistungen deinen Körper über alle Maßen. Ganz besonders möchte ich das Jahr erwähnen, indem Du acht weltweite Ironman-Wettkämpfe bestritten hast. Eine Unternehmung, die bisher nur Wenige geschafft haben. Wie bekommst Du es hin, dass Du nicht nur die geistige sondern auch die körperliche Fitness hast, so etwas durchzuhalten?

Der Wille ist sicher ein wichtiger Punkt. Aber auch die Ernährung, ein kontinuierliches Training und die richtige Kleidung spielen eine große Rolle. Mein Trainer achtet immer darauf, dass ich die notwendigen Erholungsphasen einhalte, denn dem Körper nur Höchstleistungen abzufordern würde ihm auf Dauer schaden. Eine ausgewogene Ernährung liefert die erforderliche Energie und die Kraft, denn bei so einem Wettkampf verbrennt der Körper einiges.
Und die richtige Kleidung sollte auch nicht unterschätzt werden, das ist schon wichtig. Denn sie ist auf die Bedürfnisse abgestimmt. Auch wenn ich manchmal gerne mein Lieblings-T-Shirt anziehen würde. Aber das ist halt kein Funktions-Shirt sondern einfach nur bequem. Das muss ich dann halt in der Freizeit tragen.
Es ist halt meine „Arbeit“ und dafür muss ich auch was tun und ggf. verzichten, sonst kann ich nicht erfolgreich sein.
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baustoffwissen.de: Joey Kelly nach dem TV-Total-Turmspringen
Trotz seiner Professionalität im Sport, kommt bei Joey Kelly auch der Spaß nicht zu kurz. Immer wieder tritt er zu weniger ernsten Veranstaltungen im Fernsehen an, zum Beispiel zum TV-Total-Turmspringen mit Stephan Raab.
Foto: Prosieben
Und was ist mit solchen Events wie „Wok-WM“ oder das „TV-Total-Turmspringen“? Sind das noch Herausforderungen?

Ja, natürlich. Ich bin ja Triathlet und kein Rennrodler oder Turmspringer. Außerdem sollte beim Sport der Spaß auch nicht zu kurz kommen. Und gegen Stefan Raab zu gewinnen ist immer eine Herausforderung.

Bleiben wir noch kurz bei den Medienspektakeln. Das Training mit Reiner Calmund, was hat das für Dich bedeutet?

Auch das war eine Herausforderung, aber auch eine Menge Bewunderung für Calli. Denn das Training durchzuhalten hat ihm einiges abverlangt. Er hat nicht aufgegeben, sondern das Ziel weiter verfolgt, das war eine beeindruckende Leistung. Ich mag ihn und die Zeit mit ihm hat mir viel Spaß gemacht.

Unsere heutige Zeit nähert sich dem Ende. Joey, was möchtest Du unseren Lesern, den Auszubildenden des Baustoff-Fachhandels und der Baustoff-Industrie noch mit auf den Weg geben?

Ich lebe nach einem einfachen Motto: Du musst Dir ein Ziel setzen, und dann musst Du einfach anfangen. Wenn es mal einen Rückschlag gibt, egal: Du glaubst an Dein Ziel, und machst einfach weiter. Das lässt sich auf alle Bereiche des Lebens anwenden. Versucht es – ihr schafft es!
Und natürlich steht das neue Jahr an. Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch, auf dass wir uns zur Azubi-Sternfahrt am 12. Januar auf der DEUBAU sehen. Ich freu mich drauf!

Vielen Dank für Deine Zeit. Also dann, bis zur DEUBAU in Essen.

Das Interview führte Claudia Marion, Das Schulungsbüro für Baustoffkunde, Essen

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