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06.07.2010

"Zynisch" und "unseriös"

DGB-Jugend kritisiert Umfrage des DIHK heftig

Die Aussage vom Geschäftsführers des Deutschen Industrie- und Handelkammertages (DIHK), Martin Wansleben, deutschlandweit seien 50.000 Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben, weil es keine geeigneten Bewerber gegeben habe (siehe News vom 9. April auf baustoffwissen.de), hat zum Teil heftige Kritik ausgelöst. Die Jugendorganisation des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB-Jugend) bezeichnete die Umfrage gar als "zynisch" und "unseriös".
 
baustoffwissen.de:
Angesichts der am 30. Juni bekannt gegebenen Arbeitsmarktzahlen beurteilt der DGB die Lage auf dem Ausbildungsmarkt nach wie vor problematisch. Derzeit fehlen aktuell rund 94.000 Ausbildungsplätze, vergleicht man die Zahl der Bewerber und die angebotenen betrieblichen Stellen. "In dieser Situation von einem Mangel an Bewerbern zu sprechen, ist zynisch", erklärte der DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf letzte Woche in Berlin.

Damit bezweifelt die DGB-Jugend die Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages vom Juni 2010, nachdem zurzeit noch 30.000 Ausbildungsplätze unbesetzt seien. Für seriöse Aussagen über die wirkliche Lage am Ausbildungsmarkt würden Umfragen und Auswertungen von Lehrstellenbörsen nicht ausreichen. Daher fordert die DGB-Jugend die Unternehmen auf, alle Ausbildungsstellen den Agenturen für Arbeit zu melden, wie es auch die Bundesregierung empfiehlt.

"Schönrechnerei hilft weder den Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz erhalten, noch gegen den drohenden Fachkräftemangel", erklärte René Rudolf. Laut Nationalem Bildungsbericht bleibt das Angebot an Ausbildungsplätzen in fast allen Berufen hinter der Nachfrage zurück. Noch immer würden Jahr für Jahr fast 400.000 Jugendliche im "Übergangssystem" zwischen Schule und Beruf landen - ohne Chance auf eine voll qualifizierende Ausbildung.

Die Tatsache, dass in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren (17 Prozent) keinen Berufsabschluss haben, ist für die DGB-Jugend inakzeptabel. "Die junge Generation hat ein Recht auf eine Perspektive im Berufsleben, ohne Langzeitarbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung", erklärte René Rudolf.


Quelle: DGB-Jugend
 
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