Nicht nur optisch ein Hingucker: Kalksandstein glänzt in vielen Disziplinen durch hervorragende Werte.
Foto: Bundesverband Kalksandsteinindustrie eV
Grundstoffe sind Kalk - gemahlener, gebrannter Feinkalk, der im Produktionsablauf mit Wasser gelöscht wird - und kieselsäurehaltige Zuschläge (Sand). Nach "innigem Mischen" der Zutaten formen Spezialpressen die so genannten Rohlinge der verlangten Steinart (Voll-, Loch-, Block- und Hohlblocksteine) und Abmessung. Diese werden in Druckkesseln (Autoklaven genannt) unter hohem Wasserdampfdruck bei Temperaturen zwischen 160 und 220°C gehärtet. Dabei bilden sich Verbindungen, die dem Stein seine besonderen Eigenschaften wie Helligkeit und Druckfestigkeit geben. Der Fachausdruck für diesen Prozess ist "Hydrothermalsynthese". Nach Härten und Abkühlen können die Steine verladen, abtransportiert und verarbeitet werden.
Die Verordnung "DIN V 106" unterscheidet Voll-, Loch-, Block-, Plan- und Fasensteine, Planelemente und Rasterelemente sowie Vormauersteine und Verblender. Damit wird - im Vergleich zur alten DIN 106 - der Entwicklung neuer Steinformate im Bereich der Hintermauerung/Mauerwerksbau Rechnung getragen.
Mauersteine
Das breite Sortiment der KS-Mauersteine setzt sich zusammen aus Vollsteinen, Lochsteinen und Blocksteinen. Darüber hinaus werden für die Verarbeitung mit Dünnbettmörtel Plansteine und Planelemente angeboten. Als Variante werden Plansteine mit abgefasten Kanten als sog. Fasensteine hergestellt. Wenn Fasensteine (Vollsteine mit einem Lochanteil kleiner als 15 Prozent) für tragendes Mauerwerk zum Einsatz kommen, darf die Fasenbreite 7 mm nicht überschreiten und die planmäßige zu vermörtelnde Aufstandsbreite muss größer als 115 mm betragen.
Schließlich ermöglichen Rasterelemente (als großformatige KS-Vollsteine) - derzeit noch mit bauaufsichtlicher Zulassung - das Bauen von Mauerwerk im oktametrischen Raster (12,5 cm).
Vormauersteine und Verblender
Diese Steine, die insbesondere für witterungsbeanspruchtes Sichtmauerwerk verwendet werden, müssen die weitergehenden Anforderungen der DIN V 106, Teil 2, erfüllen.
KS-Vormauersteine (KS Vm/KS VmL) sind frostwiderstandsfähige Kalksandsteine (25-facher Frost-Tau-Wechsel) mindestens der Festigkeitsklasse 10.
KS-Verblender (KS Vb/KS VbL) sind frostwiderstandsfähige Kalksandsteine mindestens der Festigkeitsklasse 16. An sie werden bezüglich der Frostwiderstandsfähigkeit (50 Frost-Tau-Wechsel), Ausblühungen und Verfärbungen sowie Grenzabmaße erhöhte Anforderungen gestellt. Für die Herstellung der KS-Verblender werden besonders ausgewählte Rohstoffe verwendet. Die Verblender müssen werkseitig frei sein von schädlichen Einschlüssen oder anderen Stoffen, die später zu Abblätterungen, Kavernenbildung und anderen Gefügestörungen sowie zu Ausblühungen und Verfärbungen führen können, die das Aussehen der unverputzten Wände dauerhaft beeinträchtigen.