Insbesondere diverse Schiefersorten, Grauwacke und Serpentinite zeigen ein hohes Verformungspotenzial. Die Platten werden deshalb nach der Lieferung auf ihre Ebenflächigkeit mit einem Stahllineal über die Diagonale geprüft.
Fliesen und Platten aus Kunststein
Kunststeinplatten werden unter Verwendung unterschiedlicher Bindemittel (Polyester-, Epoxid- und Acrylharz, aber auch Zement) und diversen Zuschlägen (Natursteinbruch, Glas, Quarz etc.) hergestellt. Häufig sind solche Platten - vor allem bei großen Formaten - noch mit einer rückseitigen Armierungsschicht aus Glasfasergewebe und Reaktionsharz verstärkt. Diese Platten sind optisch sehr ansprechend, haben aber verlegetechnisch ihre Tücken:
Die Verbundhaftung mit zementären Klebesystemen kann unzureichend sein.
Das Bindemittel der Kunststeinplatten ist entscheidend für die Wahl des Klebesystems (zementär oder Reaktionsharz). Polyesterharze verseifen, wenn sie einem alkalischen Milieuausgesetzt sind. Da zementäre Verlegemörtel hochalkalisch sind und dies im Nassbereich bei ständiger Durchfeuchtung auch bleiben, ist besondere Sorgfalt bei der Prüfung und Beurteilung von polyestergebundenen Platten anzuraten. Auch was die Verformungsneigung solcher Kunststeinplatten angeht, ist Vorsicht geboten. Hier ist die oben erwähnte Vorprüfung im „Wasserbett" ebenfalls notwendig. Nur wenn keine oder eine nur geringe Verformung (max. 0,5 mm über die Diagonale) nachgewiesen werden kann, ist die Verlegung mit zementären Materialien möglich. Die Verwendung von schnell abbindenden Klebemörteln ist auch hier generell sinnvoll, um ein rasches Erhärten des Klebemörtels unter der Platte zu gewährleisten. Bei Platten, die zu starker Verschüsselung neigen, empfehlen wir grundsätzlich den Einsatz wasserfreier Reaktionsharz-Systeme (z. B. "Collastic" oder "Durapox NT").
Fazit
Die Verlegung von großformatigen Fliesen und Platten ist im Vergleich zu Standardformaten anspruchsvoller und komplexer; sie ist jedoch kein Hexenwerk. Wenn man die materialspezifischen und verlegetechnischen Besonderheiten kennt und berücksichtigt, ist die Ausführung eines einwandfreien Belages für geschultes Fachpersonal möglich. Die Fachberater und Anwendungstechniker der PCI Augsburg GmbH stehen im Bedarfsfall selbstverständlich gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Praxistipps für die Verarbeitung von großformatigen Fliesen und Platten:
Zum Tragen und Ansetzten Saugheber verwenden.
Bei starker Rückseitenprofilierung (z. B. Waffelmuster) empfiehlt sich das Abspachteln der Plattenrückseite, auch bei Verwendung eines Fließbettmörtels; denn Lufteinschlüsse können den Haftverbund einschränken.Zum Herausnehmen einer frisch verlegten Platte einen Stahldraht unter der Platte hindurch ziehen, wodurch diese vom Kleberbett getrennt wird.
Zu frühe Belastung des Belages vermeiden; falls erforderlich, Hartschaumplatten zur Lastverteilung auflegen.
Quelle: Hans-Peter Schmied, Anwendungstechnik PCI Augsburg GmbH
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