.
Home | Kontakt | Impressum | Sitemap

Das Aus- und Weiterbildungsportal für die Baustoff-Branche

08.12.2008

Schutz vor innerer Nässe

Luft- und Dampfsperren verhindern feuchte Wärmedämmung

Kaum vorstellbar aber wahr: Ein Vier-Personen-Haushalt produziert im Schnitt über 500 Gramm Feuchtigkeit pro Stunde. Gelangt der Wasserdampf in den Dachraum, kondensiert er und setzt sich in der Dämmung ab. Deshalb muss jede Wärmedämmung im ausgebauten Steildach vor Feuchtigkeit geschützt werden. Denn wie ein nasser Pullover, hält auch eine feuchte Dämmung nicht mehr warm.
Baustoffwissen: Anbringen einer Luft- und Dampfbremse
Eine Luft- und Dampfbremse muss sorgfältig verlegt werden, sonst entstehen Risse und Feuchtigkeit gelangt in den Dachraum.

Foto: Dörken
Um feuchte Dämmungen zu verhindern, werden diese deshalb mit so genannten Luft- und Dampfsperren versehen. Sie sollen Diffusions- und Konvektionsvorgänge verhindern, die der Wärmedämmung schaden. Es gibt eine große Vielfalt von Luft- und Dampfsperren, die sich vor allem in Material und Wirkungsgrad unterscheiden. Die Palette reicht von so genannten Dampfbremspapieren oder -pappen bis hin zu Luft- und Dampfsperren aus Aluminiumfolie. Sehr robuste Typen werden aus Kunststoff gefertigt, die sich zudem gut verarbeiten lassen. Diese PE-Bahnen werden im so genannten Extrusionsverfahren hergestellt. Dabei wird der thermoplastische Kunststoff durch Hitzeeinwirkung verflüssigt, dann durch Walzen geformt und schließlich wieder abgekühlt. Für eine erhöhte Reißfestigkeit kann eine engmaschige Gitterarmierung beim Ausformvorgang mit eingebracht werden.

Auswahlkriterien


Die Auswahl der für die jeweilige Konstruktion geeigneten Luft- und Dampfsperre unterliegt zunächst einmal den Rahmenbedingungen, die die DIN 4108, Teil 3 vorgibt. Sie schreibt für belüftete Konstruktionen, für die kein rechnerischer Tauwassernachweis verlangt wird, ein Material mit einer diffusionsäquivalenten Luftschichtdicke (sd-Wert) von 2 Metern vor. Für die unbelüftete Konstruktion gilt ebenfalls ein sd-Wert von mehr als 2 Metern, wenn gleichzeitig außen eine diffusionsoffene Unterdeckbahn verwendet wird. Bei unbelüfteten Dächern bestehen damit zwei grundsätzliche Wahlmöglichkeiten: Zum einen kann die Dämmschicht absolut sicher gegen den Innenausbau abgeschottet werden. Dafür eignen sich Luft- und Dampfsperren mit einem sd-Wert von 100 Metern und darüber. Oder man entscheidet sich für eine Luft- und Dampfbremse mit einem sd-Wert von etwa 2 Metern, die eine kontrollierte Diffusion durch die Dämmung hindurch zulässt. Materialien mit einer deutlich reduzierten Dampfbremswirkung werden zum Beispiel gerne von baubiologisch orientierten Ausschreibern gewählt, die Dach und Wand frei atmen lassen wollen.

Verarbeitung


Eine Luft- und Dampfsperre kann ihre Funktion nur dann erfüllen, wenn sie fachgerecht - und das heißt vor allem luftdicht - verlegt wird. Geschieht dies nicht, entstehen Risse und klaffende Fugen, über die durch Konvektion wiederum Raumluft und damit Feuchtigkeit und ungenutzte Heizenergie in den Dachraum gelangt. Die Verlegung der Luft- und Dampfsperre erfordert deshalb eine besondere Sorgfalt in den Detailausbildungen. Überlappungen müssen abgeklebt und an den Rändern luftdichte Abschlüsse geschaffen werden. Vor allem an kritischen Stellen wie an allen durchdringenden und anschließenden Bauteilen ist handwerkliches Können gefordert. An Giebeln, Innenwänden und Kaminen zum Beispiel sollte die Bahn mit Anpresslatten an der Wand befestigt und diese Latten fest verschraubt werden. Die Unebenheiten des Untergrundes gleicht ein Dichtungsband aus. Alternativ haben sich seit einigen Jahren Klebstoffe durchgesetzt, die eine Klemmlatte überflüssig machen. Auch im Drempelbereich ist der richtige Anschluss entscheidend: Hier wird die Folie aus der Dachschräge auf oder hinter den Drempel geführt. An Dachflächenfenstern ist die Luft- und Dampfsperre bis an den Blendrahmen zu führen und dort zu befestigen. Mit dem Einsetzen des Futters wird die Folie später eingeklemmt.
Bei den nachfolgenden Innenausbauarbeiten dürfen die Bemühungen um eine luftdichte Konstruktion natürlich nicht wieder zunichte gemacht werden. Nicht selten wird die Luft- und Dampfsperre nämlich aus Unkenntnis über die komplizierten bauphysikalischen Zusammenhänge erst nachträglich verletzt. Der Einbau von Steckdosen ist hier nur einer von vielen Anlässen für mögliche Beschädigungen. Mit einer Installationsebene, die raumseitig vor der Luftdichtheitsschicht angeordnet wird, können Durchdringungen von vorne herein vermieden werden.

Quelle: Ewald Dörken AG, Herdecke.
.

Mehr Informationen findest du hier:

Hersteller-Links:


Tipp:
Weiterführendes Wissen findest du in "Baustoffkunde für den Praktiker".

baustoffwissen.de: baustoffpraxis

Mini-Abo zum Kennenlernen

Teste drei Ausgaben der baustoffpraxis und vertiefe deine Baustoffkenntnisse.

Hier geht's zum Schnupper-Abo
.

Webmailer

Infothek


Social Media


Umfrage

Diese Seiten werden bereitgestellt von der Verlagshaus Wohlfarth Stiftung für Berufsbildung