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30.09.2008

Der aus der Garage kam

Jungunternehmer Thorsten Friede eröffnete seinen zweiten Baustoff-Fachhandel

Der 27-jährige Unternehmer Thorsten Friede ist zurzeit das jüngste Mitglied der Kooperation Baustoffring. Im niedersächsischen Ebstorf eröffnete er Ende April bereits seinen zweiten Baustoffhandel.
baustoffwissen.de: Thorsten Friede

Foto: Baustoffring

"Wer nur den Fußstapfen anderer folgt, kann nicht überholen": Dieses Zitat von Konfuzius ist das Motto von Thorsten Friede. Der Jungunternehmer, der seine Firma Friede e.Kfm. (Lüneburg) nicht von den Eltern übernommen, sondern vor sechs Jahren – als 21-Jähriger – selbst gegründet hat, wollte schon von klein auf unbedingt selbstständiger Baustoffhändler werden. Nach seiner Ausbildung zum Baustoff-Fachhändler begann er sofort, mit einem alten Golf die Baustellen im Raum Lüneburg abzufahren und aus seiner Garage heraus mit Baustoffen zu handeln. Als sich die Gelegenheit bot, in eine ehemalige Brauerei umzusiedeln, zögerte er nicht lange und eröffnete den Baustoffvertrieb Friede e.Kfm. in Lüneburg, der mittlerweile zu einem erfolgreichen Handelsstandort mit rund 30 Mitarbeitern herangereift ist. Der neue Standort in Ebstorf befindet sich im Kreis Uelzen. "In dieser Gegend gab es keinen Baustoffhandel mehr, also war hier Potenzial genug", begründet er diesen Schritt. Auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Grundstück befinden sich neben Baustoffhandel und Lager auch ein Baufachmarkt. Den größten Raum nimmt mit rund 1.200 Quadratmeter die GaLaBau-Abteilung ein. Die Logistik des neuen Standortes übernimmt die Zentrale in Lüneburg, und auch auf das dortige Lager kann die Ebstorfer Zweigstelle zurückgreifen. Das hat den Vorteil, dass Thorsten Friede am neuen Standort trotz der kleineren Fläche das komplette Sortiment anbieten kann.
Innovativer Kopf
Thorsten Friedes Philosophie ist es, den Handel aus der Kundenperspektive zu betrachten und zu ergründen, was den Kunden begeistert. Eine seiner diesbezüglichen Ideen ist zum Beispiel der "Fünf-Minuten-Dachstuhl": In fünf Minuten hat der Bauherr die komplette Kalkulation eines neuen Dachstuhls in der Hand, garantiert der Fachhändler. Eine andere Idee wird gerade am Standort Ebstorf umgesetzt: Dort arbeitet Friede mit dem Elektro-, Heizungs- und Sanitärbetrieb Nestler & Manike zusammen. Gemeinsam wollen sie als "Kompetenz-Zentrum Ebstorf" den regionalen Sanierungsmarkt bearbeiten und beschäftigen dazu insgesamt 35 Mitarbeiter. Doch manchmal geht das Leben schneller als der dynamischste Händler denkt. Wegen des vorzeitigen Endes seines Pachtvertrages steht in diesem Jahr noch der Umzug der Lüneburger Zentrale in einen Neubau an – vier Jahre früher als eigentlich geplant. "Trotz geringerer Fläche werden wir uns vergrößern", meint Friede dennoch optimistisch. Denn in der ehemaligen Brauerei konnte nicht das komplette Betriebsgelände für den Handel genutzt werden, allein knapp 7.000 Quadratmeter Rasenfläche lagen brach. Somit wird er am neuen Standort in Lüneburg auf rund 30000 Quadratmeter ein genauso umfangreiches Angebot wie zuvor präsentieren können. Eine weitere Besonderheit verrät der junge Unternehmer schon mal vorab: "Wir wollen in Lüneburg ein Kompetenzzentrum in Sachen Bau schaffen, daher haben wir zum Beispiel auch Architekten mit im Haus." Mit dem Kompetenz-Zentrum will er nicht nur die Kunden aus dem Umfeld ansprechen, sondern Menschen aus der ganzen Region nach Lüneburg locken. Trotz großer Pläne ist der Firmengründer aber bodenständig geblieben – und bescheiden. Von sich selbst sagt er: "Ich hatte mehr Glück als Verstand. "
Förderung für den Nachwuchs
Thorsten Friede hat es schon geschafft, aber künftig müssen sich noch viele Jungunternehmer im Baustoff-Fachhandel beweisen. Um den oft heiklen Übergang von einer Generation zur nächsten zu erleichtern, arbeitet der Baustoffring derzeit an einem Programm zur Förderung des Unternehmernachwuchses in der Kooperation. Im April trafen sich erstmals 22 Nachfolgerinnen und Nachfolger von Mitgliedsunternehmen der Kooperation zu einem Workshop, bei dem es darum ging, die inhaltlichen Weichen für das zukünftige Förderungsprogramm zu stellen. Die Teilnehmer diskutierten ihre Bedürfnisse und Probleme, wobei sich zeigte, dass neben Themen der allgemeinen Betriebsführung vor allem Unterstützung bei der Mitarbeiterführung und -motivation gefragt ist. Gerade gegenüber langjährigen älteren Mitarbeitern fällt es mancher jungen Führungskraft schwer, sich durchzusetzen. Manche wünschen sich auch mehr Verantwortung oder wollen stärker in Entscheidungen eingebunden werden. So sehen die Junioren auch Schulungsbedarf bei den Senioren. Für sie sei das Abgeben von Verantwortung ein ungewohnter Schritt. Daher wünscht sich der Nachwuchs auch Seminare für die Senioren, in denen sie erfahren, wie sie ihre Erfahrungen und Kenntnisse am besten an ihre Nachfolger weitergeben können.
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