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Bundesverband Gebäudemodernisierung gegründet

Seit Anfang April gibt es den Bundesverband Gebäudemodernisierung mit Sitz in Leipzig. Viele Akteure der Baubranche stellen sich nun die Frage, warum es einen weiteren Verband im Bauwesen braucht. Die Gründungsmitglieder standen nach der Gründungsveranstaltung Rede und Antwort.

Startseite der Website des neuen Verbands.

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„Konsequenter Schulterschluss“, „Ganzheitlichkeit“ sowie „Orientierung im Informationsdschungel für Bürger vor Ort geben“ sind die Schlagworte, die immer wieder fallen, wenn die Gründungsmitglieder auf den neuen Bundesverband Gebäudemodernisierung (BVGeM) angesprochen werden. Bauingenieur Ronald Meyer, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des Verbandes: „Die wichtigen Aufgaben Klimaschutz, Energieeffizienz und vor allem das altersgerechte Wohnen können wir nur umsetzen, wenn wir gemeinsam anpacken und sich die Bauszene geschlossen aufstellt. Gern hätten die Gründungsmitglieder aktiv in so einem Verband mitgearbeitet, wenn es ihn schon gegeben hätte. Gab es aber nicht. Also haben wir ihn gegründet.“

Frank Leonhardt, zweiter Vorstand und Immobilienmakler aus Stein bei Nürnberg ergänzt: „In meiner Eigenschaft als Immobilienmakler mache ich tagtäglich die Erfahrung, dass mit dem Kauf einer Bestands-Immobilie nahezu immer auch Modernisierungsarbeiten anstehen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen fehlt dabei immer der ganzheitliche Ansatz, der die Immobilie für die nächsten Jahrzehnte zukunftstauglich macht. Hierfür bieten wir mit dem BVGeM ab sofort Konzepte und Weiterbildungen an, wie etwa das Seminar zum Modernisierungsmakler und einheitliche Energieberater-Unterlagen auf Grundlage des individuellen Sanierungsfahrplans der Bundesregierung.“

Wichtig ist dem BVGeM weiterhin, dass es nach der Energieberatung genauso systematisch weitergeht. Thomas Fischer, Energieberater aus Rödermark im Rhein-Main-Gebiet erläutert: „Unter www.bvgem.de bekommt man einen sehr guten Überblick zur Struktur der Verbandsaktivitäten. Im ersten Schritt werden Städten und Kommunen kostenfreie Dienstleistungen, wie etwa ein Fördermitteltool für die eigene Webseite oder die Vorbereitung und Moderation eines Runden Tisches, angeboten.“

Ganzheitliche Vernetzung

Dietmar Bernhardi, Energieberater aus Alpen in Nordrhein-Westfalen ergänzt: „Es geht im Kern immer um die interne Vernetzung bestehender Strukturen aber auch um die Vernetzung mit anderen Kommunen, um Synergieeffekte zu erzeugen, Bürokratie abzubauen und praktikable Projekte öffentlichkeitswirksam durchzuführen. Der zweite Schritt ist dann die Netzwerkbildung regionaler Handwerker und Baudienstleister, die sich über regionale Medien und mit Veranstaltungen an die Bürgerinnen und Bürger wenden, um mit diesen in den Dialog zu treten.“

Der neue Bundesverband bewegt sich nicht nur auf theoretischem Terrain. Markus Andelfinger, Architekt und Energieberater aus Stein: „Wir bereiten aktuell mehrere Sanierungsvorhaben vor, die noch in diesem Jahr zur Ausführung kommen. Wir möchten die drei Säulen unserer Verbandsarbeit ,Klimaschutz‘, ,Energieeffizienz‘ und ,altersgerechte Wohnkonzepte‘ praxisnah begleiten und zeigen, dass es längst Lösungen für die großen Aufgaben der Zukunft gibt.“

Alexander Meyer, Schatzmeister und Gründungsmitglied aus Hamburg, ist von Beruf Bankkaufmann: „Der BVGeM finanziert sich über bewusst gering gehaltene Mitgliedsbeiträge, um dem Schulterschluss der Baubranche keine wirtschaftliche Hürde in den Weg zu legen. Bereits mit einer kleinen Anzahl von Mitgliedern konnten wir die ersten Tools und Workshops finanzieren. Wir freuen uns nun auf eine rasch steigende Mitgliederzahl und die Umsetzung der Projekte vor Ort mit Gemeinden, Städten und Kommunen. Und wir freuen uns auf eine enge Zusammenarbeit mit all jenen Verbänden, die in Berlin dafür sorgen, dass die notwendigen politischen Rahmenbedingungen immer weiter verbessert werden.“

Weitere ausführliche Informationen über den Bundesverband Gebäudemodernisierung gibt es auf der Verbands-Website www.bvgem.de. Eine Liste mit den bisherigen Mitgliedern kann hier eingesehen werden.