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Knauf: „Forum Baukultur“ in Iphofen

Beim zweiten „Forum Baukultur“ des Trockenbau-Systemanbieters Knauf ging es um Zukunftsthemen wie Digitales Planen und Bauen, die Digitalisierung der Wertschöpfungskette Bau sowie um Trends und Herausforderungen im Bereich Logistik.

Podiumsdiskussion mit (v.l.) Dr. Alexander Rieck, Dirk Schaper, Dr. Andreas Froschmayer und Christoph Dorn. Foto: Knauf

Podiumsdiskussion mit (v.l.) Dr. Alexander Rieck, Dirk Schaper, Dr. Andreas Froschmayer und Christoph Dorn. Foto: Knauf

Zu der Veranstaltung, die Mitte Juni unter dem Leitmotiv „Digitalisierung, Zukunft, Logistik“ in der Knauf-Zentrale Iphofen stattfand, kamen diesmal rund 90 Teilnehmer. Am Ende waren sich alle Beteiligten einig: Die Digitalisierung ist eine der bedeutendsten Herausforderungen, bietet aber auch viele Chancen für die gesamte Baubranche.

Christoph Dorn, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Knauf Gips KG, sieht gerade in der Bauwirtschaft mit ihrer komplexen Wertschöpfungskette Optimierungspotenziale durch die zunehmende Digitalisierung. „Die Digitalisierung hat in unserer eher traditionell und regional geprägten Branche noch gar nicht richtig begonnen“, so Dorn zu den Fachbesuchern aus der Baubranche. Gerade im Bereich Logistik gäbe es beste Chancen, durch gezielte Anpassungen die gesamte Prozesskette deutlich effizienter zu gestalten.

Drei Vorträge

Referent Dr. Alexander Rieck, Mitarbeiter beim Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart sowie Partner und Direktor des internationalen Architekturbüros LAVA, sieht alle Beteiligten in der Branche gleichermaßen von dem sich aktuell vollziehenden Wandel betroffen. Immer komplexere Aufgaben, veränderte gesellschaftliche Anforderungen, immer schneller ablaufende Prozesse aber auch der Fachkräftemangel seien zentrale Herausforderungen für die Bauwirtschaft. Ein entscheidender Schritt in der Digitalisierung am Bau ist seiner Meinung nach vor allem der Wandel von der derzeit immer noch stark linear ablaufenden Planung hin zu ganzheitlich vernetzten, parallel gesteuerten Prozessen.

„Unter 2 % liegt der Anteil des Online-Versandhandels innerhalb der Baustoffbranche“, stellte Jens Schaper am Anfang seines Vortrags zur Digitalisierung der Wertschöpfungskette Bau fest. Der CEO der Pro-Material GmbH, einem Software-Baunetzwerk, beschrieb die Zukunft digitaler Vertriebswege für Baumaterialien. Bereits heute stünden der Bauwirtschaft zahlreiche digitale Hilfsmittel zur Verfügung, wie etwa Building Information Modeling (BIM), Ausschreibungs-, Vergabe- und Abrechnungs-Software (AVA) oder verschiedene 3D-Planungstools. Den Baustoff-Fachhandel sieht er auch in einer digitalisierten Vertriebsstrategie weiterhin als zentralen Vertriebsweg für die Baustoffindustrie.

„Trotz zunehmender Digitalisierungsprozesse wird die Logistik innerhalb der Baubranche auch künftig eine ausgeprägte physische Komponente besitzen“, lautete die Botschaft von Dr. Andreas Froschmayer, Corporate Director der Dachser Group. Klar: Die Baustoffe selbst lassen sich schließlich nicht digital versenden, dazu bedarf es auch künftig den guten alten Lkw oder den Güterzug. Die großen Chancen und Herausforderungen für die Branche lägen in der zunehmenden Digitalisierung der begleitenden Informationsflüsse.