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Fraunhofer IBP veröffentlicht „Leichtbau“-Leitfaden

Die ökologischen und ökonomischen Vorteile von Leichtbaukonstruktionen im Vergleich zu bestehenden Technologien zeigt der neue Praxis-Leitfaden „Leichtbau im Bauwesen“, den Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP sowie das Institut für Leichtbau Entwerfen und Konstruieren (ILEK) der Universität Stuttgart erarbeitet haben.

Der Leitfaden befasst sich vor allem mit den Leichtbauweisen Gradientenbeton, Holzmodulbauweise und Textile Gebäudehüllen.

Der Leitfaden befasst sich vor allem mit den Leichtbauweisen Gradientenbeton, Holzmodulbauweise und Textile Gebäudehüllen.

Die Baubranche ist die rohstoffintensivste Industrie weltweit. Selbst der Baustoff Sand droht knapp zu werden. Wie aber lässt sich der enorme Ressourcenverbrauch senken? Vielleicht durch mehr Leichtbau? Das ist eine wichtige Zukunftsfrage. So wichtig, dass das baden-württembergische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau sich entschloss, die Erarbeitung des neuen Praxis-Leitfadens finanziell zu fördern.

„Mit Leichtbauwerkstoffen und -materialien kann mit weniger Gewicht, Materialeinsatz und Energiekosten eine höhere Belastbarkeit und eine bessere Funktionalität in Gebäuden erreicht werden“, sagt Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. „Als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts kann der Leichtbau entscheidend dazu beitragen, die Bauwirtschaft nachhaltiger zu gestalten.“

Drei Leichtbauweisen im Fokus

Der Leitfaden, der hier kostenlos zum Download bereitsteht, erläutert die Grundlagen der Leichtbauweise und zeigt mögliche Anwendungen auf. Dabei konzentriert er sich auf Anwendungsbereiche in der Bauwirtschaft, die sowohl wirtschaftlich tragfähig als auch ökologisch vorteilhaft sind. Er beschreibt die Potenziale insbesondere anhand von drei Leichtbauweisen: Gradientenbeton, Holzmodulbauweise und Textile Gebäudehüllen.

Gradientenbeton enthält Hohlräume, die durch poren- oder schaumbildende Technologien oder mineralische Hohlkugeln absichtlich in die Betonbauteile eingebracht werden. Die Bauteile – zum Beispiel Decken, Wände, Stützen und Fundamente – werden dadurch nicht nur leichter, sondern verbrauchen auch weniger Ressourcen.

Die Holzmodulbauweise punktet nicht nur wegen ihrer Nachhaltigkeit, sondern vor allem auch durch den hohen Vorfertigungsgrad. „Hersteller statten Bauelemente bereits in der geschützten Umgebung im Werk mit Funktionen und Installationen aus“, erläutert Michael Baumann, Wissenschaftler des Fraunhofer IBP und Leiter des Leitfaden-Projekts. „Die Bauelemente können dann in kurzer Zeit auf der Baustelle zusammengesetzt werden. Das bringt erhebliche Qualitäts-, Zeit- und Kostenvorteile mit sich“.

Textile Gebäudehüllen schließlich sind leicht und leisten dadurch einen signifikanten Beitrag zur Gewichtsreduktion von Bauwerken. Besonders die Kombination aus minimalem Flächengewicht mit hoher Strapazierfähigkeit prädestiniert textile Gebäudehüllen für Einsatzmöglichkeiten weit über die Stadionüberdachung hinaus. Als mehrlagige Systeme aus Funktionswerkstoffen eignen sie sich zum Beispiel auch für Fassadenanwendungen.

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