Azubi-Tag bei Braas (Heusenstamm) – 22.09.2015

Einen Dachziegel oder -stein hat vermutlich schon jeder einmal von euch in der Hand gehabt – aber ein Dach auch damit eingedeckt? Wahrscheinlich eher nicht. Wer aber beim Azubitag bei Braas dabei war, konnte sich dort als Dachdecker versuchen.

Teilnehmer/-innen beim Azubi-Tag mit Braas im Trainingszentrum in Heusenstamm

Teilnehmer/-innen beim Azubi-Tag mit Braas im Trainingszentrum in Heusenstamm

Doch zuerst zurück zum Anfang – denn Braas und deren Akademie hatten sich noch viel mehr für diesen Azubitag ausgedacht, der übrigens zum ersten Mal in Kooperation mit baustoffwissen.de stattfand. Für Marion Mossmann, die Leiterin der Braas Akademie, war besonders wichtig, „dass die Teilnehmer selbst aktiv werden können, Produkte und Arbeitsweisen selbst testen können“. Unterstützt wurde sie von Thomas Fehl, technischer Trainer der Braas-Akademie, und Thomas Schwidder, regionaler Anwendungstechniker bei Braas. Bevor jedoch wirklich gestartet werden konnte, kam zuerst einmal: die Sicherheitsunterweisung. Dazu gab es knallige Warnwesten, Hand- und Sicherheitsschuhe – zumindest für die, die nicht ihre eigenen dabei hatten.

Alles über Unterspannbahnen
Anschließend wurden die Teilnehmer (knapp 30) in drei Gruppen aufgeteilt, so lässt es sich schließlich viel besser arbeiten. Die Stationen wurden der Reihe nach getauscht. Bei „Grundlegendes zum Thema Unterspannbahnen“ erklärte Thomas Schwidder – wie der Titel eindeutig verrät – Wichtiges rund um die verschiedenen Unterspannbahnen. Aber dabei blieb es nicht, schließlich sollten die Produkte auch getestet werden – indem die Azubis aus den Unterspannbahnen Umhängetaschen herstellten. Also: erst ein bisschen üben, dann ganz viel föhnen (natürlich mit einem speziellen Föhn), zwischendurch andrücken, die Tasche auf rechts drehen, ein bisschen zurechtziehen, Umhängegurt dran – und fertig. Ein bisschen schwieriger war es natürlich schon, doch zum Schluss konnte jeder sein ganz persönliches Exemplar mitnehmen.

Komplizierte Kommunikation
Dass Kommunikation viel komplizierter ist als gedacht, verdeutlichte Marion Mossmann bei ihrem Mitmach-Training. Dafür hatte sie sich ein Experiment ausgedacht: Zwei Flipcharts waren mit dem Rücken zueinander aufgebaut. Auf einem war etwas gezeichnet, das andere war weiß. Derjenige mit der Zeichnung sollte nun dem anderen erklären, was auf seinem Flipchart zu sehen ist – und der andere dies dann nachzeichnen. Schon bei dieser Erklärung merkt man: gar nicht so einfach. Die Ergebnisse sahen dem Original dann zwar doch recht ähnlich – aber es gab eben auch eindeutige Unterschiede. Die Azubis sollten nun herausfinden, was man hätte tun können, um die Kommunikation zwischen beiden zu verbessern. Das Ergebnis: weniger interpretieren, mehr nachfragen! So kann man sichergehen, dass der andere auch verstanden hat, was man meint – denn davon kann man leider nicht ausgehen. Dies gilt übrigens ebenso für die Arbeit. Hier hilft es außerdem, bildhafte Sprache zu verwenden, wenn etwas möglichst einfach erklärt werden soll.

Rundgang durch die Aluminiumgießerei
Eine weitere Station: Ein Rundgang durch die Aluminiumgießerei – übrigens die einzige von Braas. Hier werden also alle Aluprodukte, die bei Braas bei der Herstellung gebraucht werden, produziert. Und natürlich auch alle Produkte aus Aluminium, die später auf dem Dach landen, z.B. Trittstufen. Auf dem Weg dorthin zeigte Thomas Fehl noch eine kleine Auswahl der Produkte, die in anderen Ländern von Braas Monier vertrieben werden. Im Gegensatz zu den Deutschen, die ihre Dachziegel und -steine gern geradlinig und ordentlich mögen, sollen sie zum Beispiel in England klein sein und so aussehen, als wären sie schon seit Jahrhunderten auf dem Dach. Weiter ging’s anschließend zum Windkanal, hier wird die Regensicherheit verschiedener Konstruktionen getestet.

Wer bei allen drei Stationen gut aufgepasst hatte, konnte parallel zu den Workshops am Vormittag den Fragebogen der „Dachsystemrallye“ ausfüllen. Hier wurde unter anderem gefragt, „Bei welcher Temperatur wird das Aluminium in der Aluminiumgießerei geschmolzen?“, „Welche Funktion wird nicht von Unterspannbahnen erfüllt?“ oder „Welche Fehler werden häufig bei der Kommunikation gemacht?“ Da natürlich alle gut aufgepasst hatten, musste schließlich ausgelost werden, wer die Preise bekam: Markus, Maurice und Louis hatten Glück und konnten eine Tasche, ein „Buff“-Tuch und eine Kappe mit nach Hause nehmen.

Testweise Dachdecker
Am Nachmittag durften die Teilnehmer weiterwerkeln und selber ein Steildach eindecken. Dafür waren in der Akademie zwei Holzgerüste aufgebaut worden – im kleineren Maßstab natürlich, denn in schwindelerregende Höhen sollte an diesem Tag niemand klettern müssen. Also: diesmal in zwei Gruppen aufgeteilt und nach kurzen Erklärungen zu den jeweiligen Eigenheiten von Dachziegeln und -steinen losgelegt. Und als alle Ziegel und Steine da saßen, wo sie hingehörten – alles wieder runter, Gruppenplätze getauscht und jeweils mit dem anderen Material eingedeckt. Die Ergebnisse konnten sich durchweg sehen lassen.

Fotos vom Event:


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