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Fenstertüren für Terrasse und Balkon

Terrassen- und Balkontüren sind voll- oder teilverglaste Bauelemente, die im Prinzip genauso wie Fassadenfenster aufgebaut sind. Man spricht daher auch von Fenstertüren. Der folgende Beitrag erklärt die wichtigsten Funktionen und Öffnungsmechanismen dieser Produktgruppe.

Fenstertüren in unterschiedlichen Varianten: Drehflügeltür (l.) und Schiebtür. Foto: Kneer-Suedfenster

Fenstertüren in unterschiedlichen Varianten: Drehflügeltür (l.) und Schiebtür. Foto: Kneer-Suedfenster

Fenstertüren für Terrasse und Balkon sind türhohe, bodentief eingebaute Bauelemente, die im komplett geöffneten Zustand einen bequemen Durchgang ins Freie ermöglichen. Das ist ihre Türfunktion. Zugleich dienen sie der Belichtung von Gebäuden und erlauben oft auch eine Belüftung von Innenräumen, ohne dass das Bauelement dafür ganz geöffnet werden muss. Das ist ihre Fensterfunktion.

Die Form von Terrassen- und Balkontüren gleicht der von normalen Türen. Bauweise, Verglasung, Rahmen und Öffnungsmöglichkeiten erinnern dagegen an Fassadenfenster. Meist sind sie vollflächig verglast, es gibt aber auch Fenstertüren, die wie Sprossenfenster gestaltet sind. Zudem verfügen die Bauelemente in der Regel über einen typischen Fensterrahmen, der meist aus Kunststoff, Holz, Aluminium oder Holz-Aluminium gefertigt ist.



    • Fenstertüren mit Drehflügel

      Auch der Öffnungsmechanismus gleicht oft dem eines klassischen Fassadenfensters. Die meisten Balkontüren, aber auch einfache Terrassentüren lassen sich nämlich über einen Drehkippbeschlag öffnen. Beim Öffnen schwingt der Drehflügel in den Innenraum.

      „Drehkipp“ heißt es deshalb, weil die meisten Fenstertüren dieser Bauart auch über eine Kippfunktion verfügen. Man kann sie also wie ein Fenster „auf Kipp“ öffnen und so für etwas Frischluftzufuhr sorgen, ohne dass man gleich einen freien Durchgang eröffnen muss. Es gibt aber auch Produkte ohne diese Funktion, die nur über einen einfachen Drehbeschlag verfügen. Grundsätzlich kann man Fenstertüren mit Drehflügelbeschlag auch so konstruieren, dass sie nach außen öffnen. Das sind aber meist Sonderanfertigungen, weil diese Öffnungsvariante zumindest in Deutschland nicht so verbreitet ist.

      Zu bedenken ist ferner, dass eine Terrassen- oder Balkontür nicht zu breit sein darf, wenn sie per Drehflügel bedient werden soll. Die einfachen Bänder und Scharniere derartiger Beschläge können keine allzu großen Lasten tragen. Soll der Durchgang dennoch deutlich breiter sein als eine einflügelige Standardtür, gibt es auch die Möglichkeit, eine zweiflügelige Fenstertür einzubauen. Dann verteilen sich die Lasten auf zwei Türflügel mit jeweils eigenen Beschlägen. Oder man entscheidet sich für eine Fenstertür mit Schiebemechanismus. Diese ermöglicht durch ihre Bauart deutlich breitere Durchgänge als einflügelige Drehflügeltüren.

      Vorteile von Schiebetüren

      Schiebtüren haben zudem den Vorteil, dass sie besonders platzsparend sind, weil sich das Türblatt nicht in den Innenraum hinein öffnet, dort also keinen Raum beansprucht. Stattdessen wird der Flügel einfach zur Seite geschoben und vor der benachbarten Wand oder Fensterfront abgestellt. Daneben gibt es auch Varianten, die man in die Wand hineinschiebt, sodass der Flügel im geöffneten Zustand praktisch „unsichtbar“ ist. Auch bei Schiebetüren hat man zudem die Wahl zwischen einflügeligen oder zweiflügeligen Systemen.

      Einfach „in die Wand“ schieben: Zweiflügelige Fenstertür vom polnischen Hersteller Aluprof.

      Einfach „in die Wand“ schieben: Zweiflügelige Fenstertür vom polnischen Hersteller Aluprof.

      Fenstertüren, die in die Wand laufen, findet man häufiger bei Schiebetüren für den Innenbereich. Bei nichttragenden Zwischenwänden in Trockenbauweise lassen sich die dafür notwendigen Hohlräume im Wandquerschnitt relativ leicht realisieren. Mittlerweile gibt es aber auch entsprechende Lösungen für massive Außenwände. So bietet zum Beispiel der polnische Hersteller Aluprof eine Schiebe-Balkontür, die sich beim Öffnen in das benachbarte Mauerwerk oder in die Fassaden hineinfahren lässt (siehe Foto 2). Bei diesem System („MB-59 Slide Galandage“) schiebt man die Fenstertür auf einer Gleitschiene in eine thermisch getrennte Aluminium-Kammer, die in die Außenwand eingebaut wird.

      Apropos Gleit- oder Laufschienen: Diese bestehen in der Regel aus Metall und werden bei Schiebetüren für leichte Zwischenwände meist oberhalb des Türflügels angebracht. Die Laufschiene trägt dann also alleine das (relativ geringe) Gewicht solcher Türen. Anders sieht es bei schweren Balkon- und Terrassentüren aus. Diese werden von Laufschienen am Boden oder am unteren Fensterrahmen aufgenommen. Oder es gibt Schienen oben und unten.

      Öffnungsmechanismen bei Schiebetüren

      Eine beliebte Variante unter den Schiebe-Fenstertüren ist die Parallel-Schiebe-Kipp-Tür – abgekürzt: PSK. Bei dieser schiebt man den beweglichen Flügel zur Seite und „parkt“ ihn parallel vor dem benachbarten Fenster-Fixelement. PSK-Schiebetüren verfügen darüber hinaus auch über eine Kippfunktion zum Lüften.

      Eine moderne Variante der PSK-Technik sind die so genannten Parallel-Ausstell-Schiebe-Türen (PAS). Diese haben zum einen den Vorteil, dass sie sehr leichtgängig sind. Dreht man den Fenstertür-Griff nach oben in 90°-Stellung, dann schwenkt das Bauelement besonders sanft nach Innen und lässt sich kinderleicht zur Seite schieben. Anstelle einer Kippfunktion verfügen PAS-Türen zudem über eine effektive Rundum-Spaltlüftungsfunktion. Dreht man ihren Griff in 180°-Stellung, wird der Flügel umlaufend um einige Millimeter vom Rahmen abgehoben. Das geschieht aber so, dass man es von außen nicht sieht. Und man muss auch keine Abstriche beim Einbruchschutz hinnehmen, wenn man die Spaltlüftung nutzt.

      PSK- und PAS-Schiebetüren erlauben relativ große Öffnungen bis hin zu etwa 2,50 m Breite. Ihr Mechanismus erfordert allerdings eine erhöhte Bodenschwelle zwischen Innenraum und Außenbereich. Wer den Durchgang zum Balkon oder zur Terrasse barrierefrei gestalten möchte, für den ist eine Hebe-Schiebetür die richtige Wahl. Diese Fenstertüren werden beim Öffnen leicht angehoben und lassen sich dann auf einer extrem flachen Lauschiene sehr leicht zur Seite schieben. Die Bewegung erfolgt mithilfe von Laufrädern, die sich im unteren Fensterrahmen befinden und beim Anheben des Flügels herausklappen.

      Hebe-Schiebetüren haben den Nachteil, dass sie sich nicht kippen lassen. Dafür erlauben sie aber maximale Barrierefreiheit und schließen besonders dicht. Außerdem sind mit diesen Schiebetüren noch einmal deutlich breitere Durchgänge möglich als bei PSK-Fenstertüren.


      Mehr zum Thema Bauelemente findest du in der Übersicht


      Über den Autor Roland Grimm ist seit Februar 2013 freier Journalist mit Sitz in Essen und schreibt regelmäßig Fachwissen-Artikel für baustoffwissen.de. Zuvor war er rund sechs Jahre Fachredakteur beim Branchenmagazin "baustoffmarkt" und außerdem verantwortlicher Redakteur sowie ab 2010 Chefredakteur der Fachzeitschrift "baustoffpraxis". Kontakt: rgrimm1968@aol.com