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Frankfurter Pfanne: Der Dachstein-Klassiker ist bereits 50 Jahre alt

Die Idee, Dachpfannen auf Zementbasis herzustellen, stammt von Adolph Kroher aus Oberbayern, in dessen Zementfabrik in Staudach bereits 1844 die ersten Dachsteine aus Zement gefertigt wurden. So richtig etabliert hat sich der Betondachstein aber erst, als die Firma Braas 1954 die „Frankfurter Pfanne“ auf den Markt brachte.

Die Frankfurter Pfanne

Seit 1954 auf dem Markt: Die Frankfurter Pfanne.
Foto: Braas

Wer sich für „historische“ Dachsteine interessiert, dem sei ein Besuch in Österreich zu empfehlen. Adolph Kroher hatte im 19. Jahrhundert von der österreichischen Regierung den Auftrag erhalten, Dachsteine für sämtliche Dächer der Bahnstationen, Signalstationen und sonstiger Gebäude der Tauerneisenbahn zu liefern. Die Gebäude und Dächer sind teilweise noch heute anzutreffen. Auch in Tirol, Vorarlberg und im Salzburger Land sind nach mittlerweile über 150 Jahren noch immer voll funktionsfähige Dachsteindächer in allen Höhenlagen in den Formen, die Kroher hergestellt hat, zu finden. Sicherlich eine gute Referenz für die hohe Qualität und Frostsicherheit der Dachsteine.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die weite Verbreitung des Dachsteins ganz eng mit dem Namen Rudolf H. Braas verbunden. Bereits 1945 entwickelte das Unternehmen Braas eine Dachsteinmaschine. Mit dem erstmals in Deutschland maschinell hergestellten Dachstein „Köpperner Platte“ und seit 1954 mit dem Erfolgsmodell „Frankfurter Pfanne“ setzte der Unternehmer bleibende Maßstäbe für die Bauwirtschaft.

 



    • Die Produktion von Dachsteinen

      Materialien zur Herstellung von Dachpfannen

      Zur Herstellung von Braas-Dachpfannen werden gewaschener Sand, zu Zement gebrannter Kalkstein, Eisenoxidpigmente und Wasser eingesetzt.
      Foto: Braas

      Zur Herstellung von Braas-Dachpfannen werden auch heute noch aus der Natur gewonnene Rohstoffe verwendet: gewaschener Sand, zu Zement gebrannter Kalkstein, Eisenoxidpigmente und Wasser. Geändert hat sich im Laufe der Zeit nur, dass Braas mittlerweile kein eigenständiges Unternehmen mehr ist, sondern zu Lafarge Dachsysteme gehört. Am Konzept der Nachhaltigkeit hat das nichts geändert: Steht nach einem langen Dachsteinleben die Umdeckung oder Sanierung eines Daches an, nimmt die Lafarge Dachsysteme alte Dachsteine zurück und führt sie der Produktion vollständig wieder zu.In prozessgesteuerten Aufbereitungsanlagen werden die Rohstoffe dosiert, gemischt und unter hohem Druck auf Unterlagsplatten aufgebracht. Gleichzeitig wird die Oberflächenkontur des Dachsteins geformt. Das verdichtete und profilierte Material verlässt als Endlosstrang die Maschine, mit Spezialmessern werden die einzelnen Dachpfannen getrennt. Nach einer ersten Oberflächenveredelung erfolgt der Härtungsprozess. Dazu werden die frischen Dachsteine für acht bis zwölf Stunden in geräumigen Härtekammern bei einer Temperatur von 60°C eingelagert. Bevor die Dachsteine von ihren Unterlagsplatten getrennt werden, erhalten sie ihre zweite Oberflächenveredelung. Eine strenge Qualitätskontrolle schließt sich an. Ihre Endfestigkeit erreichen die Dachsteine ohne weiteren Energieaufwand nach 28 Tagen Lagerung im Freien. Jetzt sind sie für die Eindeckung bereit.

Braas Dachpfannen werden verpackt

Verpackung frisch produzierter Dachsteine.
Foto: Braas

Garantierte Funktionssicherheit

Auf alle Braas-Dachsteine gewährt der Hersteller 30 Jahre Garantie. Es hat sich gezeigt, dass die Dächer, die in den 50er-Jahren mit Dachsteinen aus der ersten Generation gedeckt wurden, auch heute noch voll funktionstüchtig sind. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass Dachsteine kaum Wasser aufnehmen und sehr fest sind, was sie frostbeständig macht. Jede Dachpfanne, die in dem garantierten Zeitraum von 30 Jahren nicht den auf der Garantieurkunde aufgeführten Güteanforderungen der Europäischen Normung (DIN EN) entspricht, wird ersetzt. Und sollte eine Dachpfanne durch Frosteinwirkung funktionsunfähig geworden sein, übernimmt der Hersteller die ortsüblichen Umdeckungskosten. Kaum ein Teil des Hauses ist dem Einfluss von Wind und Wetter so stark ausgesetzt wie das Dach. Moose, Flechten und Algen auf der „fünften Fassade“
können die Folge sein. Sie beeinträchtigen zwar nicht die Funktionsfähigkeit der Dachpfannen, können aber die Optik des Hauses stören. Wie leicht sich das Grün festsetzt, hängt ab von der Dachneigung, dem Standort des Hauses zur Wetterrichtung und davon, ob Bäume in der Nähe stehen. Je glatter die Oberfläche eines Materials, desto schlechter können sich allerdings Sporen und Samen festsetzen.

Qualitätskontrolle nach der Oberflächenveredelung.
Foto: Braas

Aus dieser Einsicht heraus wurden die Braas-Dachsteine mit „Star-Technologie“ entwickelt. Bei deren Herstellung werden die Dachstein-Oberflächen mit feinstem Mikromörtel geglättet. Vertiefungen, in denen sich sonst Schmutzpartikel wie Staub oder Pollen festsetzen können, werden so weitestgehend vermieden. Anschließend folgt noch eine Oberflächenveredelung, durch die auf der Mikromörtelschicht eine gleichmäßige „Schutzhülle“ entsteht. So kann ein Regenschauer oberflächliche Ablagerungen wie Staub, Pollen etc. leichter wegspülen. Die Star-Technologie gehört bei den Braas-Erfolgsmodellen Frankfurter Pfanne, Doppel-S, Taunus Pfanne und Tegalit in vielen Farben zur serienmäßigen Ausstattung. Dachsteine, allen voran die Frankfurter Pfanne, sind nicht durch Zufall zu einem besonders beliebten Bedachungsmaterial geworden. Ihre Belastbarkeit, Langlebigkeit, die hohe Produktqualität sowie die Funktionssicherheit bei Regen, Hagel, Wind, Schnee und Eis sind ein Garant dafür, dass die Erfolgsgeschichte der Dachpfannen auch in Zukunft weiter geschrieben wird.Quelle: baustofftechnik 4/2007


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