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Dena-Analyse: Akzeptanz von Smart Homes

In Smart-Home-Anwendungen sehen Verbraucher zwar durchaus ein Potenzial zur Senkung ihrer Energiekosten im Haushalt, viele fühlen sich aber nur unzureichend informiert über die Risiken der digitalen Technologien – etwa in Form von Cyber-Attacken und sonstigen ungewollten Eingriffen in die Privatsphäre. Zu diesem Ergebnis kommt eine onlinegestützte Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Smart Home“ bezeichnet das informations- und sensortechnisch weiterentwickelte, in sich selbst und nach außen hin vernetzte Zuhause. Grafik: Pixabay

Smart Home“ bezeichnet das informations- und sensortechnisch weiterentwickelte, in sich selbst und nach außen hin vernetzte Zuhause. Grafik: Pixabay

Die Ergebnisse zur Akzeptanz von Smart Homes wurden im Rahmen der thematisch breiter angelegten dena-Analyse „Akzeptanz und Vertrauen von Verbrauchern“ erhoben, in der es um Einflussgrößen, Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Digitalisierung der Energiewirtschaft geht. Für diese Untersuchung hatte man insgesamt 507 Verbraucher befragt, wobei rund ein Viertel davon Nutzer von Smart-Home-Anwendungen waren.

Nach Angaben der dena sind die Umfrage-Ergebnisse zum Thema Smart Home nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung. Befragt wurden nämlich schwerpunktmäßig Menschen der Altersgruppe 25 bis 40 Jahre, die im urbanen Raum leben. Bei dieser Zielgruppe erwarten die Forscher tendenziell eher eine höhere Affinität zu Smart Homes als im Bevölkerungsdurchschnitt. Dennoch bieten die Ergebnisse interessante Informationen über Einstellungen deutscher Verbraucher zum Thema Smart Home, die sicher auch in der Gesamtbevölkerung zumindest weit verbreitet sein dürften.



    • Großes Informationsdefizit

      Bei der Umfrage erklärten mehr als 60 % der Befragten, dass sie im Themenfeld Smart Home und vernetzte Haushaltsgeräte nur über unzureichende Informationen in Bezug auf Datenschutz, IT-Sicherheit, Anwendungsfelder, Produktangebote und Kosten verfügen. „Unsere Ergebnisse zeigen zum einen ein grundsätzliches Interesse an energieeffizienter Heimautomation, belegen aber zugleich ein breites Informationsdefizit und ein Misstrauen in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit der Anwendungen“, fasst dena-Mitarbeiter Philipp Richard zusammen. „Hier sind insbesondere die Anbieter von Smart-Home-Lösungen gefragt, den Informationsbedürfnissen ihrer potenziellen Kunden stärker gerecht zu werden.“

      Das Informationsdefizit droht zur Achillesferse für die Akzeptanz von Smart-Home-Produkten insgesamt zu werden, wenn es den Anbietern nicht gelingt, für mehr Verbraucher-Transparenz zu sorgen. Die dena wünscht sich unter anderem mehr Informationskampagnen der Anbieter.

      Konkrete Bedrohungsängste

      Die Umfrage zu Smart Homes fand im Rahmen der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten dena-Analyse „Akzeptanz und Vertrauen von Verbrauchern“ statt.

      Die Umfrage zu Smart Homes fand im Rahmen der vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten dena-Analyse „Akzeptanz und Vertrauen von Verbrauchern“ statt.

      Die Umfrage untermauert, dass eine Mehrheit der Verbraucher die bekannten Bedrohungsszenarien in Zusammenhang mit Smart-Home-Anwendungen als durchaus realistisch einschätzen. Gefragt, welche Bedrohungsszenarien als potenziell realistisch eingeschätzt werden, benannten 64 % den Datendiebstahl, 60 % die Fernsteuerung von Geräten durch Eingriffe in das Netzwerk und 59 % den unerlaubten Türzugang durch Hacker.

      Als geeignete Maßnahmen, um Datenschutz und IT-Sicherheit von Smart-Home-Produkten zu verbessern, führten 57 % höhere gesetzliche Vorgaben an, nahezu genauso viele Verbraucher nannten die Punkte „stärkere Kontrolle“ sowie „mehr Transparenz der Datenschutzrichtlinien“. Für die Schaffung von Gütesiegeln und Zertifikaten sprachen sich immerhin noch 31 % aus.

      Faktoren für Kaufentscheidungen

      Der Datenschutz ist aber natürlich nicht das einzige Thema, dass die Kaufentscheidung beeinflusst. Die Umfrage ergab, dass einige andere Faktoren sogar eine größere Rolle beim Kauf von Smart-Home-Applikationen spielen. Mit 71 % rangiert die Kompatibilität der Anwendungen an vorderster Stelle. Dieses Thema bestimmt offenbar wesentlich mit, ob der Verbraucher am Ende eine positive Kaufentscheidung fällt. Auf Platz zwei folgt das Thema Energieeinsparung, das von 61 % der Befragten genannt wurde. Zum Vergleich: Die IT-Sicherheit mit 46 % und der Datenschutz mit 43 % rangieren hier nur im Mittelfeld, zusammen mit der Gewährleistung von Service (45 %).


      Mehr zum Thema Energiesparhäuser findest du in der Übersicht


      Über den Autor Roland Grimm ist seit Februar 2013 freier Journalist mit Sitz in Essen und schreibt regelmäßig Fachwissen-Artikel für baustoffwissen.de. Zuvor war er rund sechs Jahre Fachredakteur beim Branchenmagazin "baustoffmarkt" und außerdem verantwortlicher Redakteur sowie ab 2010 Chefredakteur der Fachzeitschrift "baustoffpraxis". Kontakt: rgrimm1968@aol.com