RM Rudolf Müller
Hochwertiges Parkett an der Wand sieht ausgesprochen edel aus. Foto. Haro

Hochwertiges Parkett an der Wand sieht ausgesprochen edel aus. Foto. Haro

 
Grundstoffe des Bauens
11. Mai 2018 | Artikel teilen Artikel teilen

Im Trend: Parkett für die Wand

Beim Gedanken an holzvertäfelte Wände gehen viele Menschen in Abwehrhaltung. Sind die nicht total altmodisch und spießig? Andererseits handelt es sich bei aktuellen Wohntrends ja eigentlich meistens um Moden von früher – nur in neuem Gewand. So verhält es sich auch mit den Holzvertäfelungen. Die sind gerade wieder in. Doch statt einfacher Holzbretter dominieren nun hochwertige Oberflächen, die sich bei Bedarf auch perfekt auf den Fußboden abstimmen lassen.

Harmonische Innenraumgestaltungen aus einem Guss liegen im Trend. Zumindest sieht man solche Lösungen derzeit oft in hochwertigen Wohnmagazinen. Dabei geht es darum, das Aussehen von Bodenbelägen, Treppenoberflächen, Möbeln und Textilien harmonisch aufeinander abzustimmen. Auch die Wandgestaltung wird in diesen Trend einbezogen. Vor allem in Wohnungen mit hochwertigen Holzböden lässt sich zunehmend das Phänomen beobachten, dass der Boden einfach auch „auf der Wand verlegt“ wurde. Parkett in der Vertikalen – sozusagen. Entweder vollflächig oder nur als besonders betonter Blickfang bei einzelnen Teilen der Wand.

Wie aus einem Guss

Die modernen Wandvertäfelungen haben allerdings nur noch wenig gemeinsam mit dem rustikalen Landhausstil früherer Zeiten oder mit den billigen Brettern, die man sich insbesondere in den 70er- und 80er-Jahren gerne an Wohnungswände und -decken genagelt hat. Diese wurden leider oft noch mit giftigen Holzschutzmitteln gestrichen – eine Tatsache, die das Image von Wandvertäfelungen bis heute negativ belastet.

Beim aktuellen Trend geht es dagegen um hochwertige Produkte mit schickem Design zum Verlegen an der Wand. Zum Einsatz kommen dafür Holzdielen zum Beispiel in Parkett- oder Landhausdielen-Optik. In diesem Qualitätsbereich findet man mittlerweile viele Hersteller, die ihre Produkte mit unbedenklichen, wohngesunden Holzpflegemitteln behandeln.

Da das Marktangebot auch Hölzer mit identischer Optik für Wand und Boden umfasst, ist es möglich, harmonische Raumlösungen wie aus einem Guss zu realisieren, bei denen die Übergänge zwischen Boden und Wand fließend verlaufen. Aber natürlich kann man das Parkett an der Wand auch mit anderen Bodenmaterialien kombinieren. Damit nimmt man dann zwar Abstand von der Raumgestaltung aus einem Guss, aber man folgt einem anderen aktuellen Trend: Wände müssen nicht mehr unbedingt weiß sein! Stattdessen sind heute wieder mehr Farbe und fühlbare Oberflächenstrukturen angesagt – beispielsweise aus Holz.

Einfache Montage

Fließende Holzdielen-Übergänge zwischen Boden und Wand liegen aktuell im Trend. Foto: Meister-Werke Schulte

Fließende Holzdielen-Übergänge zwischen Boden und Wand liegen aktuell im Trend. Foto: Meister-Werke Schulte

Bodenhersteller wie Haro oder Meister bieten heute praktische Systeme, mit denen sich Parkett- und Echtholzdielen unkompliziert auch an der Wand verlegen lassen. Diese bestehen in der Regel aus Metallschienen und speziellen Befestigungsmitteln. Beim Wandbefestigungssystem von Haro montiert man zunächst Metallschienen senkrecht an der Wand – in einem Abstand von etwa 50 cm. An den Schienen lassen sich dann die Wanddielen mithilfe spezieller Befestigungsklammern einfach befestigen.

Für ein perfektes Finish im Kantenbereich der Wanddielen sorgen seitliche Abdeckleisten, die Haro in zwei Varianten bietet: aus Aluminium oder aus original Parkettdielenmaterial. Das System eignet sich durchaus auch für Mietwohnungen, da es sich rückstandslos wieder abbauen und in einer anderen Wohnung erneut montieren lässt. Übrigens bietet der Hersteller das Wandverkleidungssystem nicht nur für Parkett- sondern auch für Laminatdielen.

Vollflächige Verklebung

Alternativ lässt sich Parkett auch vollflächig auf der Wand verkleben. Das hat den Vorteil, dass sich die Dielen infolge von Temperatur- oder Luftfeuchtigkeitsschwankungen nicht so leicht verformen können. Das für Holz typische Quellen und Schwinden wird deutlich reduziert. Durch das Verkleben entsteht letztlich eine dauerhaftere Wandverkleidung. Man sollte allerdings einen emissionsarmen Parkettkleber verwenden, damit auch in Sachen Wohngesundheit alles passt.

Für das vollflächige Verkleben befestigt man zunächst Holzleisten an der Wand, auf denen man anschließend Spanplatten verschraubt. Diese dienen als Unterlage für die Parkettverklebung. Nachteil dieser Variante: Die Parkettwand lässt sich nicht so leicht wieder abmontieren und woanders wiederverwenden wie beim kleberfreien System mit Metallschienen und Befestigungsklammern.


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Über den Autor Roland Grimm ist seit Februar 2013 freier Journalist mit Sitz in Essen und schreibt regelmäßig Fachwissen-Artikel für BaustoffWissen. Zuvor war er rund sechs Jahre Fachredakteur beim Branchenmagazin BaustoffMarkt und außerdem verantwortlicher Redakteur sowie ab 2010 Chefredakteur der Fachzeitschrift baustoffpraxis. Kontakt: rgrimm1968@aol.com

 

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