RM Rudolf Müller
Die Hygienedecke „Humancare“ wird unter anderem in Krankenhäusern und Pflegeheimen eingesetzt.  Foto: OWA

Die Hygienedecke „Humancare“ wird unter anderem in Krankenhäusern und Pflegeheimen eingesetzt.  Foto: OWA

Trockenbau
25. Juni 2020 | Artikel teilen Artikel teilen

Was sind Hygienedecken?

Der Ausdruck „Hygienedecke“ ist kein genormter Begriff. Üblicherweise handelt es sich um abgehängte Unterdecken, auf denen sich kaum Schmutz absetzt und die sich durch eine erhöhte Beständigkeit gegenüber wiederholten Reinigungsprozessen auszeichnen. Typische Einsatzbereiche sind Krankenhäuser und Labors sowie alle anderen Bereiche, für die hohe hygienische Anforderungen gelten.

Bei vielen Hygienedecken bestehen die Deckenplatten aus Metall oder Kunststoff – manche auch aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Logisch: Solche Materialien haben glatte Oberflächen, die sich leicht reinigen lassen. So lässt sich auch das Wachstum von Viren, Bakterien und sonstigen Krankheitserregern effektiv eindämmen. Kein Wunder also, dass man Hygienedecken besonders oft in Gebäuden des Gesundheits- und Pflegesektors findet.

Metall – Kunststoff – Mineralwolle

Neben Metall- und Kunststoffdecken gibt es auch Mineraldecken mit optimierten Hygieneeigenschaften. Mineraldecken bestehen aus im Nassverfahren hergestellten Mineralwolle-Platten mit organischen Bindemitteln sowie weiteren Füllstoffen wie Ton und Perlite. Je nach Einsatzbereich werden sie mit unterschiedlichen Oberflächenkaschierungen ausgestattet.

Werden Mineraldecken aus vlieskaschierten Platten hergestellt, dann haben sie sogar einen Doppelnutzen, da sie Hygiene- und Akustikdecken in einem sind. Die abgehängten Unterdecken verbessern dann also auch die Akustik in Innenräumen, indem sie Schallwellen absorbieren und damit die Nachhallzeit im Raum senken. Darüber hinaus verfügen ihre vlieskaschierten Oberflächen über einen geringen Filtereffekt, sodass sich im Zeitablauf nur wenig Schmutz an der Deckenoberfläche absetzt.

Genauso wie Hygienedecken aus Metall und Kunststoff kann man auch solche „Hygiene-Akustikdecken“ bedenkenlos immer wieder von Neuem reinigen – sowohl trocken als auch feucht. Ihre vlieskaschierten Oberflächen lassen sich abstauben, absaugen, feucht abwischen und sogar desinfizieren.

Verschiedene Mineraldecken

Vlieskaschierte Mineraldecken optimieren zusätzlich auch die Raumakustik. Foto: OWA

Vlieskaschierte Mineraldecken optimieren zusätzlich auch die Raumakustik. Foto: OWA

Bei der Hygienedecke „Humancare“ handelt es sich zum Beispiel um eine solche vlieskaschierte Mineraldecke, die zugleich die Raumakustik optimiert. Der unterfränkische Deckenspezialist OWA empfiehlt sie für den Einsatz in Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeheimen, Kindergärten, Schulen sowie Fitnessbereichen. Die Platten lassen sich desinfizieren sowie trocken und feucht reinigen. Ihre Hygiene-Ausstattung verhindert laut Hersteller das Wachstum von Bakterien, Pilzen, Keimen und Noro-Viren (Auslöser von Magen-Darm-Grippen) sowie von multiresistenten Krankenhauskeimen (MRSA).

Von Reinigungspraktiken wie Wischscheuern oder den Einsatz von Hochdruckreinigern rät OWA bei den vlieskaschierten Humancare-Produkten allerdings ab. Dafür hat der Hersteller andere Produkte im Programm – beispielsweise seine „OWAlux“-Deckenplatten, die sich unter anderem auch für Steril- und Hygienebereiche in Laboren, Krankenhäusern und Industrieunternehmen eignen.

Diese speziellen Mineraldecken verfügen über eine glatte Folienkaschierung, die eine Ablagerung von Schmutz und Bakterien weitgehend verhindert und sich besonders leicht reinigen lässt – auch per Hochdruckreiniger. Diese Art der Reinigung setzt allerdings voraus, dass im Fugenbereich zwischen den Deckenplatten sowie bei den Anschlüssen an angrenzende Bauteile geeignete Dichtungsbänder zum Einsatz kommen.

Anders als die vlieskaschierten Mineraldecken trägt OWAlux allerdings nicht zur Schallabsorption bei. Auf die gleichzeitige Funktion einer Akustikdecke muss man bei diesen besonders effektiv zu reinigenden Produkten also verzichten.


Über den Autor Roland Grimm ist seit Februar 2013 freier Journalist mit Sitz in Essen und schreibt regelmäßig Fachwissen-Artikel für BaustoffWissen. Zuvor war er rund sechs Jahre Fachredakteur beim Branchenmagazin BaustoffMarkt und außerdem verantwortlicher Redakteur sowie ab 2010 Chefredakteur der Fachzeitschrift baustoffpraxis. Kontakt: freierjournalist@rolandgrimm.com

 

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