RM Rudolf Müller

Objektberichte
30. Juli 2020 | Artikel teilen Artikel teilen

Dachsanierung einmal anders

Einfach vom Boden aur arbeiten: Es wurde nur einmal ein Kran benötigt, als das Dach wetterfest und komplett war. Zudem konnte in den drei Wochen, in denen die Hülle für das Obergeschoss entstand, im Bestandsgebäude ganz normal gelebt werden. Foto: Deutsche Rockwool
Einfach vom Boden aus arbeiten: Es wurde nur einmal ein Kran benötigt, als das Dach wetterfest und komplett war. Zudem konnte in den drei Wochen, in denen die Hülle für das Obergeschoss entstand, im Bestandsgebäude ganz normal gelebt werden. Fotos (7): Deutsche Rockwool
Eingestezt wurden die Steinwolle-Dachdämmplatten "Masterrock". Foto: Deutsche Rockwool
Eingesetzt wurden die Steinwolle-Dachdämmplatten "Masterrock".
Mit einem 240-Tonnen-Kran wurde der hinter dem Haus errichtete Dachstuhl über das Gebäude hinweg angehoben und platziert. Foto: Deutsche Rockwool
Mit einem 240-Tonnen-Kran wurde der hinter dem Haus errichtete Dachstuhl über das Gebäude hinweg angehoben und platziert.
Mehr als 100 Quadratmeter Wohnfläche entstanden unter dem Dach mit seinen Gauben. Es wurde 50 Zentimeter höher gesetzt. Foto: Deutsche Rockwool
Mehr als 100 Quadratmeter Wohnfläche entstanden unter dem Dach mit seinen Gauben. Es wurde 50 Zentimeter höher gesetzt.
Warten auf den Innenausbau: Für die Zwischensparrendämmung wurden „Klemmrock“-Dämmstoffrollen verwendet. Foto: Deutsche Rockwool
Warten auf den Innenausbau: Für die Zwischensparrendämmung wurden „Klemmrock“-Dämmstoffrollen verwendet.
Das neue Obergeschoss wurde komplett aus Holz gebaut. Steinwolle-Dämmstoffe sorgen für einen verbesserten Brandschutz. Foto: Deutsche Rockwool
Das neue Obergeschoss wurde komplett aus Holz gebaut. Steinwolle-Dämmstoffe sorgen für einen verbesserten Brandschutz.
Michael (l.) und Andreas Stark aus Bad Bodenteich sind Zwillinge. Michael ist Zimmerermeister, Andreas Tischler. Gemeinsam kümmern sie sich um Dachsanierungen, Bau und Einbau von Fenstern und Türen sowie um hochwertigen Ladenbau. Foto: Deutsche Rockwool
Michael (l.) und Andreas Stark aus Bad Bodenteich sind Zwillinge. Michael ist Zimmerermeister, Andreas Tischler. Gemeinsam kümmern sie sich um Dachsanierungen, Bau und Einbau von Fenstern und Türen sowie um hochwertigen Ladenbau.

Als Zimmerermeister Michael Stark vor einigen Jahren für seine Familie ein Einfamilienhaus aufstocken und ausbauen wollte, erprobte er zum ersten Mal eine wenig verbreitete Form der Dachsanierung. Auf einer freien Fläche neben dem bereits bewohnten Gebäude fertigten er und sein Bruder damals zunächst am Boden einen kompletten Dachstuhl samt Dämmung und Dichtbahn. Erst als das regendichte neue Dach fertiggestellt war, bauten die beiden Handwerker den alten Dachstuhl vollständig zurück. Der neue wurde mit einem Kranhub auf das eingeschossige Gebäude gehoben, das auf diese Weise sofort wieder gegen Wind und Wetter geschützt war.

Doch bei dem eigenen Dach blieb es nicht: Weitere Komplettdachbauten folgten nach. Kaum war das erste Dach im Kundenauftrag per Kran aufs Dach gehoben, da habe auch schon die nächste Bauherrenschaft vor der Tür gestanden. „Man hat damals natürlich in der ganzen Gegend über unser Projekt gesprochen“, erinnert sich Stark. Und in der unmittelbaren Nachbarschaft hatte gerade eine Familie entschieden, dass das Haus der Großelterngeneration ausgebaut werden sollte, damit dort drei Generationen dauerhaft ihr neues Heim finden können. „Als diese Familie sah, wie angenehm unsere Dachsanierung für die Bewohner vonstatten ging, war die Begeisterung groß.“

Mehr als 100 Quadratmeter neuer Wohnraum

Die Brüder Stark entwarfen kurzerhand auch mit dieser Familie ein neues Obergeschoss. Indem das Steildach um 50 Zentimeter höher gesetzt und eine große Gaube ergänzt wurden, entstanden mehr als 100 Quadratmeter Wohnfläche im bis dato kaum genutzten Raum unterm Dach. Auch hier wurde der gesamte Dachstuhl zunächst neben dem Haus errichtet und gedämmt. „Das spart natürlich viel Zeit und Geld“, sagt Michael Stark, „denn wir brauchen nur einmal einen Kran, nämlich erst dann, wenn das Dach wetterfest abgedichtet und gedämmt ist. Alle Teilbereiche des neuen Daches lassen sich während der Errichtung vom Boden aus bequem erreichen. Und nicht zu unterschätzen ist natürlich der zentrale Vorteil: In den drei Wochen, in denen der Dachstuhl errichtet und gedämmt wird, kann im Bestandsgebäude ganz normal gelebt werden.“

Altes Dach in drei Tagen zurückgebaut

Die beiden Handwerker bauten das alte Dach zu zweit innerhalb von drei Tagen zurück und stellten pünktlich zum definierten Stichtag die aufnehmende Holzkonstruktion aus neuer Bodenkonstruktion und lotrechter Außenwand her. Die alte Balkenlage hatten sie komplett entfernt und im Bereich der Außenwände einen neuen Drempel aus Brettschichtholz gebaut. Die Drempelhöhe beträgt 80 Zentimeter. Bei einer Dachneigung von 50 Grad entstanden so rund 100 Quadratmeter vollwertige Wohnfläche. Dazu tragen auch zwei Schleppgauben mit einer Neigung von 36,3 Grad bei.

Auf der obersten Geschossdecke des Altbaus, die aus Stampflehm gefertigt wurde, verlegten die Brüder in der Mitte Balken aus LVA-Hölzern. Auf diesen wurde mit OSB-Platten ein neuer egalisierter Boden geschaffen. „Eine Kombination, in der alt und neu perfekt zusammenwirken, was den Schall- und Wärmeschutz angeht“, ist Stark überzeugt.

Innenausbau und Dämmung

Nachdem das neue Dach aufgesetzt worden war, begannen die Handwerker mit dem Innenausbau. Zwischen den Sparren wurde nun mit 140 Millimeter „Klemmrock“ von Rockwool gedämmt und mit der Dampfbremse „Rock-Tect Intello Climate Plus“ die Konstruktion gegen schädliche Tauwasserbildung gesichert. Diese Folie arbeitet laut Hersteller nach dem Prinzip einer klimagesteuerten Membran, sorgt gleichermaßen für ein gesundes Raumklima und Bauschadensfreiheit. Im Winter dichtet die Dampfbremse gegen eindringende Nässe ab, im Sommer wird die Molekularstruktur der Folie offener und ermöglicht eine sichere Austrocknung eingeschlossener Feuchte. Bei der luftdichten Verarbeitung half das Luftdichtsystem „Rock-Tect“. Dieses umfasst neben unterschiedlichen Dampfbremsen aufeinander abgestimmte Produkte wie Klebebänder und Dichtkleber für Übergänge und Bauteilanschlüsse.

Auf die Sparren waren bereits am Boden 120 Millimeter „Masterrock“ Dämmplatten geschraubt worden. Den „Klemmrock“-Dämmfilz nutzten er und sein Bruder auch, um den neu geschaffenen Drempel und die beiden Giebel des Daches zu dämmen. Verlegt wurden hier zwei Lagen von je 140 Millimeter, verkleidet mit einer Deckelschalung aus Lärchenholz.


 

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