RM Rudolf Müller
Der Fachkräftemangel war Ende Oktober auch Thema beim BIBB-Kongress in Bonn.  Foto: BIBB

Der Fachkräftemangel war Ende Oktober auch Thema beim BIBB-Kongress in Bonn.  Foto: BIBB

Ausbildung
07. November 2022 | Artikel teilen Artikel teilen

BIBB-Studie: Arbeitsmarkt bis 2040

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat eine neue Studie zur Entwicklung des Arbeitsmarkts bis zum Jahr 2040 veröffentlicht. Darin wird der sich verschärfende Fachkräftemangel als ein zentrales Zukunftsproblem beschrieben.

BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser sieht klare Anzeichen dafür, dass sich die aktuellen Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften verstetigen beziehungsweise sogar noch verschärfen könnten: „Die digitale und ökologische Transformation ist genau auf jene Fachkräfte angewiesen, an denen es zu mangeln droht. Das könnte den Umbau der Wirtschaft hemmen. Der Fachkräfteengpass droht damit zur Transformationsbremse zu werden. Fehlende Fachkräfte begrenzen zum Beispiel den zügigeren Ausbau erneuerbarer Energien. Wenn es hier nicht zu substanziellen Verbesserungen kommt, wird das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045 aktuell nicht erreicht werden.“

Damit die Energiewende und der Umbau zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft gelingen kann, braucht es eine starke Berufsbildung. Doch die Realisierung der Transformationsziele ist auch davon abhängig, dass eine ausreichende Zahl von gut ausgebildeten Fachkräften vorhanden ist. Und da wird es künftig eng, denn Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland stehen vor einem Umbruch, der von Knappheiten geprägt ist. Knappheiten an Ressourcen infolge der Corona-Pandemie und des Krieges in der Ukraine sorgen für steigende Preise, und fehlende Fachkräfte verhindern ein langfristiges Wachstum.

BIBB Report 3/2022

Das bestätigt leider auch die neue Studie, die das BIBB in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung herausgebracht hat. Sie ist als BIBB-Report 3/2022 unter der Überschrift „Es wird knapp. Ergebnisse der siebten Welle der BIBB-IAB- Qualifikations- und Berufsprojektionen bis zum Jahr 2040“ erschienen und steht hier als kostenloser PDF-Download bereit.

Der Studie ist unter anderem zu entnehmen, dass die Zahl der Erwerbstätigen bis zum Jahr 2040 von derzeit 44,92 Millionen Personen um rund 600.000 auf etwa 44,32 Millionen zurückgehen wird. Grund dafür ist das Ausscheiden der Babyboomer-Generation aus dem Erwerbsleben. Die Zahl der zukünftig dual Ausgebildeten könne diesen Rückgang nicht auffangen.

Die Projektionen zeigen deutlich, dass künftig das Angebot an qualifizierten Erwerbstätigen die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften in immer mehr Berufen beziehungsweise Berufsgruppen nicht mehr decken kann. Demnach sind die größten Fachkräfteengpässe zu erwarten in den IT-Berufen, den technischen Berufen, aber auch im Baugewerbe sowie in den Gesundheits- und Sozialberufen.

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