Die lahmende Baukonjunktur macht sich auch in der Papiersackindustrie bemerkbar. 2023 lieferte sie 22,6 % weniger Papiersäcke aus als im Vorjahr. Einschließlich des Zementbereichs halten Papiersäcke für Baustoffe einen Marktanteil von rund 50 %.
Die deutsche Papiersackindustrie lieferte im Jahr 2023 rund 654 Mio. Papiersäcke aus. Das entspricht einem Absatzrückgang von 22,6 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Mitglieder der Gemeinschaft Papiersackindustrie e.V. (GemPSI) – dem deutschen Fachverband der Hersteller von Papiersäcken – führen die rückläufige Entwicklung auf Absatzeinbrüche in ihren größten Marktsegmenten sowie hohe Lagerbestände bei ihren Kunden zurück. Dennoch bewerten sie ihre Geschäftslage im Jahr 2023 noch als befriedigend. Das ergab die Umfrage zum diesjährigen Branchenbarometer der GemPSI, das hier zum Download bereitsteht.
Hohe Lagerbestände
Die sinkende Nachfrage nach Papiersäcken führen die GemPSI-Mitglieder zum einen auf hohe Lagerbestände bei ihren Kunden zurück, die im Jahr zuvor etwa 8 bis 12 % mehr Säcke bestellt haben, um Sicherheitsbestände aufzubauen. Dies führte zu einem Rückgang der Bestellungen im Jahr 2023.
Darüber hinaus hat sich auch die ökonomische Lage auf die Entwicklung des deutschen Papiersackmarkts ausgewirkt. So waren fast alle Marktsegmente der deutschen Papiersackindustrie von einer geringeren Nachfrage betroffen. Insbesondere hat sich dies in ihren größten Absatzmärkten bemerkbar gemacht. So sank die Produktion von Baustoffen und Chemikalien im Jahr 2023 deutlich. Trotzdem lieferte die deutsche Papiersackindustrie immer noch rund 270 Mio. Papiersäcke für Baustoffe und rund 74 Mio. Zementpapiersäcke aus.
Im laufenden Jahr 2024 werden die meisten Marktsegmente nach Ansicht der GemPSI-Mitglieder ein ähnliches Niveau wie 2023 erreichen. Einige schätzen die Entwicklung bei den Baustoffen (ohne Zement) und bei den chemischen Produkten vorsichtiger ein. Gleichwohl zeigt das Branchenbarometer, dass die meisten GemPSI-Mitglieder zuversichtlich sind, dass der Markt nach den turbulenten Jahren langsam wieder zu einem normalen Maß zurückkehrt.
