Die stilvolle Optik des Van B wird durch Erkervorsprünge und die filigranen Balkone definiert.  (Quelle: Bauwerk)

Plus 2023-12-06T10:22:15.763Z Ausdrucksstarke Architektur

Kupferfarbene Metallverkleidungen, zurückhaltendes Betongrau und eine stilvolle Geometrie bestimmen das elegante Erscheinungsbild von „Van B“, einem Wohnhaus der Premiumklasse in München. In dem siebengeschossigen Gebäude kamen zwei Produkte von Schöck zum Einsatz: der „Isokorb“ für den zuverlässigen Halt der filigranen Balkonplatten sowie die „Schöck Bole“ als Durchstanzbewehrung für die Gebäudedecken.

Der Neubau an der Infanteriestraße 14 in Schwabing-West beherbergt 142 Wohneinheiten. Als Bauherr fungierte der Münchner Projektentwickler Bauwerk. Die aufsehenerregende, durch eine Vielzahl wabenförmig versetzter Erkervorsprünge strukturierte Fassade löst die Grenzen zwischen Innen- und Außenräumen auf. An der teils terrassenförmig abgestuften Rückseite des Gebäudes erweitern langgestreckte Balkone den Wohnraum in Richtung eines begrünten Innenhofs.

Individuell gestaltbarer Lebensraum

Seitlicher Schnitt durch den siebengeschossigen Wohnkomplex. (Quelle: UNStudio)

Der Name Van B verweist auf den renommierten Architekten Ben van Berkel, dessen Amsterdamer UNStudio weltweit tätig ist. Er hat das Konzeptdesign des Wohnhauses entworfen. Sein Entwurf verbindet die Design-, Qualitäts- und Lifestyle-Ansprüche „gut betuchter“ Großstädter mit der Notwendigkeit der Reduktion aufs Wesentliche. Das Gebäude bietet 1-Zimmer-Apartments ab 33 qm sowie Flats mit bis zu drei Zimmern und Flächen bis zu 168 qm.

Dank unterschiedlicher Raummodule, sogenannter Plug-ins, die sich ganz leicht an Schienensystemen verschieben oder wegklappen lassen, erhöhen sich die Nutzungsmöglichkeiten. Die verfügbaren Flächen lassen sich somit spontan und situationsbezogen ändern. Selbst im kleinsten Apartment kann man auf diese Weise beispielsweise ein Esszimmer mit einem Schlafzimmer plus einem Home-Office kombinieren. Was nicht gebraucht wird, rückt zur Seite und bietet der jeweils anderen Nutzung oder einem großen Wohnbereich Platz.

Insgesamt stehen neun hochwertig ausgestattete Module zur Auswahl. Sie decken auch Bereiche wie Fitness oder Heimkino ab und lassen sich je nach persönlichem Lebensstil kombinieren. All das spielt sich rund um Küche und Bad ab – den einzigen Elementen, die fest definiert sind.

Anspruchsvolle Balkonlösungen

Beim Van B kamen der Isokorb XT Typ K (l.) und die „Schöck Bole“ zum Einsatz.  (Quelle: Schöck Bauteile GmbH)

Aufgrund der maximal flexiblen Raumnutzungsmöglichkeiten fühlen sich 40 qm wie 60 an. Den Eindruck verstärken die mit bodentiefen Fensterelementen versehenen Erkervorsprünge und Balkone. Sie schaffen einen nahezu nahtlosen Übergang vom Innen- zum Außenraum, wodurch zusätzliche Weite entsteht.

Richtung Innenhof zeigt sich der Baukörper zweigeteilt mit einer terrassenförmigen Abstufung auf der einen und einer plan vertikalen Fassade auf der anderen Seite. Dort schließen sich insgesamt 44 vorgehängte Balkone an die Wohnbereiche an. Optisch fallen die filigran ausgeführten Balkonplatten kaum auf, sodass die Fassadengestaltung in sich geschlossen wirkt.

Dieser Gestaltungsanspruch ließ sich perfekt mit den Isokorb -Bauteilen von Schöck realisieren. Diese kamen auch an der straßenseitig gelegenen Fassade zum Einsatz. Für die kleinen Balkone zwischen den Erkervorsprüngen wurden die Bauteile individuell angepasst. Insgesamt kamen etwa 200 laufende Meter des Isokorb XT Typ K zum Einsatz.

Als tragendes Wärmedämmelement für auskragende Bauteile minimiert der Isokorb Wärmebrücken und sorgt für einen energieeffizienten Anschluss der Balkonplatte an die Geschossdecke. „Wir haben Schöck Isokorb eingesetzt, um eine möglichst filigrane Balkonplatte realisieren zu können“, sagt Stefan Seifert als Repräsentant der ausführenden Architekten (BKLS Architekten + Stadtplaner BDA). „Dadurch konnten wir auf eine Wärmedämmung der Balkonplatte verzichten.“

Bewehrung der Flachdecken

Kupfer, Beton und Glas dominieren die Fassadenoptik.  (Quelle: Bauwerk)

Auch das Innere des Wohngebäudes profitiert atmosphärisch von der filigranen und offenen Gestaltung. Um die erforderliche Tragfähigkeit der Geschossdecken sicherzustellen, wurde die Schöck Bole eingesetzt. Die effiziente Durchstanzbewehrung ermöglicht auch bei dünn ausgeführten Decken eine freie Grundrissgestaltung sowie die volle Nutzbarkeit der Geschosshöhen.

Zudem erleichtert das Element die Berücksichtigung der vielen Öffnungen in Durchstanzbereichen. „Angesichts der 142 Wohneinheiten unterschiedlichster Größen im Van B waren sehr viele Durchbrüche nötig“, erläutert Tragwerksplaner Dogan Göktas vom Büro Albrecht und Brettfeld die spezielle statische Herausforderung, die mit Schöck Bole bewältigt werden konnte.

Auch wenn der Wohnkomplex zweifellos dem preislich gehobenen Marktsegment zuzuordnen ist, ist er übrigens keinesfalls als rein individueller Rückzugsort gedacht. Das architektonische Konzept atmet auch den Geist von Sharing Economy, Gemeinschaftsbildung und integrativen Wohnformen. Der Stararchitekt hat beim Van B die Idee des persönlichen, kompakten und dabei flexiblen Wohnraums und die des Miteinanderlebens zusammengedacht.

Ben van Berkel: „Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig soziale Kontakte für unser Wohlbefinden sind. Aber gerade bei Nachbarn sind solche Begegnungen meist spontan und müssen daher erleichtert werden. Architektur kann dafür einen Rahmen schaffen.“

zuletzt editiert am 27. Februar 2024
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