Die Porr Group ist international im Hoch- und Tiefbau aktiv. (Quelle: PORR)

Aktuell 2024-07-22T07:00:00Z Baubranche: Aufschwung ab 2025?

Derzeit ist die Stimmung am Bau ziemlich schlecht. Doch langfristig erscheinen die geschäftlichen Perspektiven in der europäischen Baubranche keineswegs düster. So sieht man es auch beim österreichischen Baukonzern Porr AG und verweist auf langfristige Megatrends und die jüngste Marktstudie von Euroconstruct, die ein Comeback des Wachstums in der Baubranche ab 2025 prophezeit.

Deutlich gestiegene Material- und Finanzierungskosten sowie überbordende Bürokratie und Fachkräftemangel haben in der europäischen Baubranche das Wachstum gebremst und in manchen Ländern zu sinkenden Bauinvestitionen geführt. Trotz des enormen Bedarfs an bezahlbarem Wohnraum befindet sich etwa in den beiden EU-Mitgliedsländern Deutschland und Frankreich die Zahl der Baugenehmigungen seit Monaten auf Talfahrt.

Euroconstruct-Zahlen machen Hoffnung

Gerade weil die aktuelle Krise nicht nachfragegesteuert ist, erscheint aber eine baldige Erholung der Baukonjunktur keineswegs unrealistisch. Beim an der Wiener Börse notierten Baukonzern Porr, der international vom Hoch- bis zum Tiefbau in allen Sparten der Bauwirtschaft aktiv ist, vertraut man jedenfalls darauf, dass die vorherrschenden Megatrends über kurz oder lang die geschäftlichen Perspektiven in der europäischen Baubranche wieder aufhellen werden.

Die ersten Bauprognosen weisen wieder nach oben. (Quelle: Porr)

In einer Pressemitteilung verweisen die Österreicher zudem auf die Prognosen von Euroconstruct , Anbieter von Bau- und Wirtschaftsdaten in Europa, der in seiner im Juni erschienenen jüngsten Marktstudie die aktuelle Lage und Perspektiven der Baubranche in 15 westeuropäischen und vier osteuropäischen Ländern unter die Lupe nimmt. Der Bericht sieht ab dem kommenden Jahr Licht am Ende des Tunnels. Nach zwei enttäuschenden Jahren wird sowohl für Westeuropa als auch für Osteuropa ein Comeback des Wachstums in der Baubranche erwartet.

So prognostiziert Euroconstruct – ein Netzwerk verschiedener europäischer Forschungs- und Beratungsinstitute – für Westeuropa ein Wachstum von 1,2 % im nächsten Jahr beziehungsweise von 1,5 % im Jahr 2026. Die Wachstumsprognosen für die vier osteuropäischen Länder Tschechien, Ungarn, Polen und Slowakei fallen mit durchschnittlich 3,8 % (2025) und 5,7 % (2026) signifikant höher aus. Ihnen trauen die Analysten sogar bereits in diesem Jahr ein Plus von 1,2 % im Bausektor zu.

Langfristige Megatrends

Optimistisch für die nähere Zukunft ist man bei Porr aber auch aufgrund langfristiger Megatrends, die einen positiven Effekt auf die Bautätigkeiten in Europa haben dürften. Als Beispiel nennen die Österreicher den „European Green Deal“ der EU, der langfristig unter anderem zu gewaltigen Investitionen in die Energieeffizienz von Gebäuden, in die Elektromobilität sowie in den Natur- beziehungsweise Biodiversitätsschutz führen dürfte. Dies werde in den kommenden Jahren auch die Auftragsbücher von Bauunternehmen weiter füllen.

Hinzu kommt der Megatrend Demografischer Wandel. Die vorprogrammierte Überalterung der europäischen Bevölkerung tangiere den Bausektor unter mehreren Aspekten. Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen sowie der notwendige Ausbau von Pflegeeinrichtungen werde weiter steigen.

Ein weiteres Beispiel ist der Megatrend Digitalisierung. Um Europas Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich zu verbessern, sind laut Porr unter anderem hohe Investitionen in neue Halbleiter-Fabriken sowie verbesserte Mobilfunk- und Glasfasernetze nötig. Auch daran würde die Baubranche natürlich mitverdienen.

zuletzt editiert am 18. Juli 2024