Ein Team von Menschen posiert zusammen in einem Büro, wobei eine Person ein Schild mit einem Logo hält.
Das Team des Startups Optocycle entwickelt ein KI-gestütztes Verfahren zum Bauschutt-Recycling. (Quelle: Optocycle GmbH)

Plus 2026-01-29T08:00:00Z Bauschutt-Recycling mit KI

Um das Recycling von Bauschutt zu automatisieren, entwickelt das Tübinger Startup Optocycle ein Echtzeit-Monitoring-System auf Grundlage künstlicher Intelligenz. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt unterstützt das Projekt mit rund 170.000 Euro.

Auf Deutschlands Baustellen fallen jedes Jahr rund 86 Mio. Tonnen Schutt und Abfälle an. Häufig landen diese Materialien auf Deponien. Durch ein effektives Recycling könnte man die oft wertvollen Materialien im Wertstoffkreislauf halten. Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU): „Die Errichtung neuer Gebäude folgt bereits klaren Vorgaben für mehr Effizienz und Nachhaltigkeit. Gleiches muss künftig auch nach dem Abriss von Häusern und Bauwerken beachtet werden.“

Lückenlose Qualitätsprüfung

Das Team von Optocycle hat bereits ein KI-basiertes System zur automatischen Klassifizierung von Bauabfällen entwickelt. Künftig soll das Echtzeit-Monitoring-System auch bei der Qualitätsprüfung von RC-Körnungen zum Einsatz kommen. Bei diesem Projekt wird die Optocycle GmbH aus Tübingen mit rund 170.000 Euro aus der DBU-Green Startup-Förderung unterstützt.

Ein teilweise abgerissenes Hochhaus mit einem Baukran und einem Bagger im Vordergrund, umgeben von Bauzäunen.
Bauschutt ist wertvoll, bedarf aber einer effizienten Qualitätskontrolle. (Quelle: Roland Grimm)

RC-Körnungen sind recycelte Gesteinskörnungen, die aus aufbereitetem mineralischem Abbruchmaterial hergestellt werden – ein typisches Endprodukt des modernen Bauschutt-Recyclings . Die Körnungen beziehungsweise Granulate sind zum Beispiel als Zuschlag in Recyclingbeton ( R-Beton ) nutzbar oder auch als Ersatz für natürliche Kiese und Splitte im Straßenbau.

„Aktuell basiert in der Branche der Aufbereitungsprozess von Bauschutt meist auf subjektiven Schätzungen“, erläutert Optocycle-Mitgründer Max-Frederick Gerken. Auch das Granulat-Endprodukt werde nur stichprobenartig im Labor überprüft. Mit dem Optocycle-System soll dagegen ein lückenloses Echtzeitmonitoring von Recycling-Gesteinskörnungen ermöglicht werden. Das würde die Qualität der RC-Körnungen erhöhen und könnte dadurch laut Gerken auch einen erhöhten Anteil von recyceltem Material in der Beton -Produktion ermöglichen.

Problemlos installierbar

Idealerweise soll das Optocycle-System sowohl zur Klassifizierung des in Recyclinganlagen eingehenden Bauschutts als auch zur Überprüfung der daraus hergestellten RC-Körnungen eingesetzt werden. Das System kombiniert laut Gerken moderne, optische Sensorik mit künstlicher Intelligenz. Das Startup erwartet dadurch eine 20 % höhere Menge an recycelten, hochqualitativen Gesteinskörnungen sowie 15 % weniger Abfallreste, die sonst auf Deponien landen würden.

Das System von Optocycle kann Gerken zufolge direkt in bereits bestehende Bauschutt-Recyclinganlagen installiert werden– direkt über dem Fließband. Das spare Kosten und ermögliche die schnelle Umsetzung eines innovativen Bauschutt-Recyclings. „Eine Kreislaufwirtschaft funktioniert nur, wenn die Sekundärrohstoffe sich qualitativ nicht von einer Neuproduktion unterscheiden“, resümiert DBU-Referent Dr. Volker Berding. „Genau diesen Schritt kann Optocycle mit einem skalierbaren, optimierten Prototyp gehen.“

Baustoff-Fachwissen verständlich erklärt: Jetzt Newsletter abonnieren!

Der BaustoffWissen-Newsletter bringt Sie thematisch immer auf den neuesten Stand. Sie erhalten die Branchen-News dann zwei Mal monatlich.

zuletzt editiert am 23. Januar 2026
Newsletter