RM Rudolf Müller
Beschädigte Fugen

Boden und Wand
20. August 2012 | Artikel teilen Artikel teilen

Wissenswertes über Fugen

Beim alltäglichen Duschen und einen kleinen Blick auf Armaturen und Fugen wird rasch deutlich, dass unterhalb des heimischen Brausekopfes die Fugen des Fliesenbelages oftmals ausgewaschene 2 bis 3 mm tiefe Löcher aufweisen. Bei genauer Betrachtung ist zu sehen, dass verstärkt die horizontalen Lagerfugen betroffen sind, während die vertikalen Stellfugen nur geringe Schäden aufweisen.

Zur Erklärung …

Je nach Härte enthält Wasser mehr oder weniger gelösten Kalk. Nach dem Duschen bleibt Wasser auf den Fliesen und verdunstet. So entstehen nach einiger Zeit Wasserflecken auf den Armaturen bzw. lästige graue Schleier auf den Fliesen, die sich allerdings meist durch handelsübliche Badreiniger entfernen lassen. Jedoch beseitigen die alltäglichen Hausmittel nicht nur die unliebsamen Rückstände, sondern zerstören bei wiederholter Anwendung und insbesondere bei längerer Einwirkzeit zudem auch die Zementmatrix des hydraulisch erhärtenden Fugenmörtels. Mit der Zeit löst sich das Bindemittel auf, Zuschlagstoffe des Fugenmörtels wie Quarzsande, Pigmente, etc. werden freigelegt und durch den Brausestrahl weggespült.

Die massiven Schäden können bereits ein bis drei Jahren nach der Verlegung entstehen. Der Grund dafür, dass vor allem die horizontalen Fugen betroffen sind, liegt schlicht an dem bereits im Jahre 1686 bewiesenen newtonschen Gravitationsgesetz: Die säurehaltigen Reinigersubstanzen können aufgrund der Kerbungen in den horizontalen schlechter ablaufen als in den vertikalen Fugen. Grade bei längeren Einwirkungszeiten ist dadurch das Angriffspotenzial und die daraus entstehenden Schäden gravierend.

Es geht auch anders …

Um dem Ganzen vorzubeugen und sich aufgrund Hochlobungen handelsüblicher Badreiniger nicht in falscher Sicherheit zu wiegen („umweltschonend“, „leicht abwaschbar“), kann ein geändertes Reinigungsverhalten den unliebsamen Schäden wirksam entgegenhalten. Empfehlenswert ist die Reinigung der Keramikbeläge im Duschbereich mit neutralen oder alkalischen Reinigern. Diese gibt es übrigens auch in handelsüblichen Fachmärkten. Um wirklich sicher zu gehen, dass die Fugen vor Schäden bewahrt werden, ist es immer sinnvoll auf den entsprechenden Hinweis bzgl. möglicher entstehender Mängel durch den Fliesenfachbetrieb zu achten.

Und zum guten Schluss …

Als Bauherr sollte man sich immer im Vorfeld an einen seriösen Handwerksbetrieb wenden, um bereits in der Planungsphase kalkaggressiven Wirkungen entgegenzusetzen. Beim Einsatz innovativer Fugentechnologien wird qualitativ hochwertig gegen die handelsüblichen säurehaltigen Produkte und deren folgendschweren Schäden vorgebeugt.

Quelle:  PCI „Zur Sache“, Ausgabe 16
Foto: PCI Augsburg GmbH


 

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