Eine Baustelle mit dem Rohbau eines Einfamilienhauses, umgeben von Gerüsten.
Auch die Mauerziegelproduktion sank 2024 zweistellig. (Quelle: Schielicke Bau / Leipfinger-Bader)

Aktuell 2025-03-10T08:00:00Z Baustoffproduktion sinkt auch 2024

Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist die Baustoffproduktion in Deutschland 2024 um 6,5 % gesunken. Damit hält der negative Trend nun bereits das dritte Jahr in Folge an. Der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden warnt vor weiteren Werksschließungen und fordert von der nächsten Bundesregierung ein Sofortprogramm, um den anhaltenden Kapazitätsabbau zu stoppen.

Kleiner Hoffnungsschimmer: Im vierten Quartal 2024 verzeichnete die Baustoffproduktion erstmals seit zweieinhalb Jahren wieder einen leichten Zuwachs von 4 %. Für das Gesamtjahr steht gleichwohl ein Minus von 6,5 %. Der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden (bbs) sieht jedenfalls noch keinen Grund für Entwarnung. „Unter den aktuellen Bedingungen rechnen wir für 2025 mit einer Produktion auf Vorjahresniveau – bestenfalls“, sagt bbs-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Frederichs.

25 % Minus seit 2021

Seit 2021 beträgt der Rückgang der Baustoffproduktion in Deutschland insgesamt rund 25 %. Matthias Frederichs: „Seit drei Jahren warnen wir vor Werksschließungen. Die schleichende Deindustrialisierung ist längst keine bloße Befürchtung mehr – sie wird Tag für Tag Realität“.

Besonders hart traf es auch 2024 jene Baustoffhersteller, die stark vom Wohnungsbau abhängig sind. So sank die Dach- und Mauerziegel -Produktion laut Statistischem Bundesamt letztes Jahr um 12 % – im Vergleich zu 2021 beträgt das Minus bereits 45 %. Auch Mauerwerkserzeugnisse wie Kalksandstein und Porenbeton mussten Produktionsrückgänge von bis zu 50 % hinnehmen.

Der Negativtrend setzt sich auch in anderen Bereichen der Bauwirtschaft fort: Die Produktion von Transportbeton fiel 2024 um 12 % (–29 % seit 2021), bei keramischen Fliesen beträgt der Rückgang 7 % (–44 % seit 2021). Von den zwölf statistisch erfassten Teilbranchen des bbs verzeichnen seit 2021 nur drei einen Produktionsrückgang von weniger als 20 %.

Rahmenbedingungen bremsen Nachfrage

„Der Bedarf an mineralischen Baustoffen für bezahlbaren Wohnraum, energieeffiziente Gebäude und eine moderne Infrastruktur ist groß – doch die politischen Rahmenbedingungen verhindern, dass diese Nachfrage aktiviert wird“, meint bbs-Hauptgeschäftsführer Frederichs. Im Hochbau sorge neben der weiterhin hohen Kostenbelastung vor allem die Unsicherheit durch ein unzureichendes Förderregime und zu hohe Bauauflagen für Zurückhaltung bei Bauherren. Im Tiefbau verursache die vorläufige Haushaltsführung des Bundes Nachfragezurückhaltung und Verzögerungen bei wichtigen Infrastrukturprojekten.

Von der künftigen Bundesregierung fordert Frederichs verlässlichere Rahmenbedingungen. Förderprogramme müssten kontinuierlich zu denselben Fördersätzen laufen, ebenso dürfe es auf absehbare Zeit zu keinen weiteren Kostensteigerungen durch verschärftes Baurecht kommen. Darüber hinaus müsse die Baukonjunktur so schnell wie möglich, idealerweise durch ein Sofortprogramm, wieder anlaufen.

Im Rahmen eines solchen Sofortprogramms könne der Wohnungsbau durch einen zeitlich befristeten Abschreibungs-Sonderbonus von 3 % „wiederbelebt“ werden. Damit der Gebäudesektor seinen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leistet, sollten zudem die Fördersätze für Maßnahmen an der Gebäudehülle angehoben werden – so der bbs in einer Pressemitteilung vom 4. März.

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zuletzt editiert am 12. März 2025
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