Das H2X-System setzt auf Brettsperrholz statt Mauersteine. (Quelle: BayWa AG/Manuel Hollenbach)

Aktuell 2024-01-22T11:38:52.422Z BayWa engagiert sich im Holzhybridbau

Hybridbauten aus Holz und Beton sind seit einiger Zeit auf dem Vormarsch. Jetzt engagiert sich auch die BayWa AG verstärkt in diesem Marktsegment. Gemeinsam mit der „brüderl. Gruppe“ hat sie das Gemeinschaftsunternehmen H2X gegründet. Nach eigener Aussage wollen die Partner die Mischbauweise aus Holz und Stahlbeton massentauglich machen.

H2X vertreibt ein Bausystem, das das Beste aus den Welten Holz und Beton verbinden soll. Konkret geht es um die Kombination von industriell vorgefertigten Massivwänden aus Brettsperrholz mit Decken aus Stahlbeton . Mit dieser Bauweise lassen sich auch mehrgeschossige Gebäude errichten. Das Brettsperrholz ersetzt Beton oder Mauersteine – Baustoffe, deren Herstellung mehr Energie und Ressourcen verbraucht als Holz.

Transformation des traditionellen Bauwesens

Bei H2X kommt alles aus einer Hand – von der Planung der Wandelemente über die technische Beratung bis hin zur Lieferung der Produkte auf die Baustelle. Das Angebot richtet sich an Bauunternehmen, die traditionell im Massivbau beheimatet sind, also vor allem mit Stahlbeton, Ziegel oder auch Kalksandstein bauen. H2X will ihnen nach eigener Aussage neue Perspektiven bieten, um wirtschaftlicher und zukunftsfähiger zu bauen.

Die Brettsperrholz-Elemente bestehen aus bis zu neun Lagen Holzlamellen. (Quelle: BayWa AG/Manuel Hollenbach)

„Mit H2X transformieren wir das traditionelle Bauwesen“, sagt Steffen Mechter, Leiter des Geschäftsbereichs Bau der BayWa AG. „Unser System ist nachhaltig, skalierbar und erschwinglich für alle. Die Mischbauweise aus Holz und Stahlbeton wird damit massentauglich.“ Hinsichtlich der Kombination von Brettsperrholzwänden und Stahlbetondecken gäbe es im H2X-System keine Einschränkungen. Alle Arten von Stahlbetondecken seien möglich: Ortbetondecken, Element-/Filigrandecken und auch Fertigdecken könnten auf die tragenden Brettsperrholzwände aufgelagert werden.

Massivwände aus Brettsperrholz sind ökologisch sinnvoll und erlauben einen hohen Vorfertigungsgrad, was unterm Strich zu verkürzten Bauzeiten und weniger Fehlern führen kann. Zudem versprechen die Elemente auch einen Flächengewinn, weil Massivwände aus Brettsperrholz bei geringerer Dicke oft vergleichbare oder sogar bessere Dämmwerte als Konstruktionen aus Ziegel, Kalksandstein, Stahlbeton und anderen Baustoffen erreichen.

„Das H2X-System ist ein starkes Werkzeug, das Materialien intelligent nutzt und Prozesse entscheidend verschlankt“, betont Georg Brüderl, Geschäftsführer der brüderl. Gruppe aus Traunreut.

Unterstützung in allen Bauprojekt-Phasen

Je nach Bedarf unterstützen erfahrene Bauingenieure die H2X-Kunden während des gesamten Planungs- und Bauprozesses, zum Beispiel bei statischen Berechnungen und der Erstellung von Brand- und Schallschutzkonzepten. Auch die Einweisung der Kundenteams in das H2X-System gehört zum Leistungsumfang.

Darüber hinaus bietet BayWa Bau den H2X-Kunden umfangreiche Dienstleistungen im Bereich der Nachhaltigkeitsberatung und Gebäudezertifizierung an. Steffen Mechter von BayWa Bau: „Bei Neubauprojekten werden zunehmend Nachweise für nachhaltiges Bauen gefordert. Wir erstellen zum Beispiel QNG-Zertifizierungen – als Nachweis für die nachhaltige Gebäudequalität, aber auch als Grundlage für die Beantragung entsprechender staatlicher Fördermittel. Wer mit H2X baut, kommt in der Regel schneller in den Genuss von Fördermitteln als bei konventioneller Bauweise.“

zuletzt editiert am 22. Januar 2024