Repräsentativ und ganz ohne Spannung präsentiert sich dieses Wohn- und Geschäftshaus in Bünde dank des verwendeten Putzsystems. (Quelle: Andres Gomez/Schwenk Putztechnik)

Objektberichte 2019-05-27T12:07:07Z Dauerhafte „Entspannungspolitik“

Wer sich dauerhaft an großflächigen Putzfassaden mit eleganten Stuckleisten und aufwendigen Bossierungen erfreuen möchte, kann Spannungen nicht gebrauchen. Entscheidend hierfür ist ein leistungsfähiger Putz mit einem abgestimmten Systemaufbau. Erst recht, wenn architektonische Gestaltung und konstruktive Details aus stilistischen Gründen dem Spannungsabbau und Witterungsschutz nicht gerade entgegenkommen, so wie es bei einem repräsentativen Wohn- und Geschäftshaus mit Penthousewohnung im ostwestfälischen Bünde der Fall ist.

Eine filigrane Attika mit geringem Dachüberstand freut die Penthousebewohner, stellt aber hohe Anforderungen an den Fassadenschutz. (Quelle: Andres Gomez/Schwenk Putztechnik)
Der Rohbau des neuen Wohn- und Geschäftshauses wurde in monolithischer Bauweise mit Hochlochziegeln erstellt. (Quelle: Andres Gomez/Schwenk Putztechnik)
Grund- und Deckanstrich erfolgten mit der „Lobakat LK 350“ von Quick-Mix mit algizider und fungizider Ausrüstung, die laut Hersteller eine sehr gute Wetterbeständigkeit bietet. (Quelle: Andres Gomez/Schwenk Putztechnik)
Das mehrlagige mineralische Putzsystem sorgt für Entspannung an der Fassade und beugt Rissen vor. (Quelle: Andres Gomez/Schwenk Putztechnik)
Die Bossierungen zogen die Stuckateure des Meisterbetriebs Kühn nach traditioneller Handwerkskunst mit Putzlehre und Nutenkelle in den Unterputz ein. (Quelle: Andres Gomez/Schwenk Putztechnik)
Im Sockel kam als Unterputz der „SLP-it“ der Schwenk Putztechnik zum Einsatz. (Quelle: Andres Gomez/Schwenk Putztechnik)
Die Abdichtung der vorstehenden Stuckelemente erfolgte mit einer einkomponentigen Dichtschlämme. (Quelle: Andres Gomez/Schwenk Putztechnik)
Im Bereich der Fensterbänke wurden Stuckprofile aus Keramik in gekröpfter Ausführung verbaut. (Quelle: Andres Gomez/Schwenk Putztechnik)

Den klingenden Beinamen „Zigarrenstadt“ verdiente sich Bünde Mitte des 19. Jahrhunderts, als es zum Zentrum der deutschen Tabakindustrie aufstieg. Mit dem kolonialen Genussmittel hielten Reichtum und Wohlstand in die Stadt zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge Einzug. 1914 zählte die Kleinstadt mehr als ein Dutzend Millionäre. Vom Glanz dieser Zeit künden viele Industriellenvillen und Tabakspeicher mit opulenten Stuckfassaden, die bis heute das Stadtbild prägen. Das neue Wohn- und Geschäftshaus Sedanstraße 2 – 4 nimmt diesen Stil auf und interpretiert ihn mit modernen Baustoffen und filigraner Gestaltung zeitgemäß neu.
Über exakt 33,28 Meter Länge erstreckt sich die der Straße zugewandte Fassade der dreigeschossigen Liegenschaft. Dabei weist das Gebäude keinerlei Versprünge auf, in denen Dehnungsfugen für Entlastung sorgen und thermische Spannungen auffangen könnten. Das als Penthouse mit umlaufender Dachterrasse gestaltete dritte Geschoss schließt mit einer filigranen Attika ab und besitzt damit kaum Dachüberstand, der das nächtliche Abkühlen der Fassadenoberfläche abpuffern könnte.

Der vollständige Objektbericht ist in unserer Fachzeitschrift BaustoffWissen, Ausgabe 5/19 erschienen.

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zuletzt editiert am 21. Mai 2024
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