So schnell der Trockenbau mit Gipsbauplatten auch von der Hand geht, so langwierig ist das anschließende Verspachteln der Fugen – gerade wenn mindestens die Qualitätsstufe Q2 verlangt ist. Maschinelles Spachteln ist eine gute Möglichkeit, die Effizienz und den Arbeitseinsatz erheblich zu optimieren, allerdings sind nicht alle Spachtelmassen maschinengängig. Wir erklären, worauf es ankommt.
Wenn es um eine Top-Qualität beim Verspachteln von Trockenbauwänden geht, trennt sich bei den ausführenden Unternehmen schnell die Spreu vom Weizen. Gerade bei den Qualitätsstufen Q3 und Q4 sind handwerkliches Können und Penibilität gefragt, entsprechend zeitaufwendig ist die Ausführung. Grundsätzlich gilt: Je unstrukturierter die nachfolgende Wandbeschichtung ist (wie etwa Wandfarbe), desto feiner muss das Finish sein.

Die Oberflächengüten Q3 und Q4 sind wirtschaftlich mittlerweile nur noch durch den Einsatz von Spachtelgeräten und -maschinen zu erreichen. Das liegt natürlich an ihrer höheren Beschichtungsleistung, aber auch daran, dass mit den meisten Geräten und Maschinen Wände und Decken bis zu drei Metern Höhe ohne Gerüst zu bearbeiten sind, ein wichtiger Kosten- und Zeitfaktor also komplett wegfällt. Die Amortisationszeit solcher Hilfsmittel, die je nach Ausstattung immerhin zwischen 2.500 und 10.000 Euro kosten können, hängt natürlich von der Objektgröße ab. Nach Herstellerangaben und Erfahrungsberichten von Handwerkern liegt die Zeitersparnis bei der maschinell unterstützten Arbeit gegenüber der manuellen Spachtelung bei satten 50-60 %. Und das trotz des hinterher in der Regel höheren Reinigungsaufwands der Geräte.
Spachtelgeräte funktionieren nur als System
Nur wenige Hersteller bewegen sich auf dem Markt für Spachtelgeräte, einer davon ist das amerikanische Unternehmen TapeTech (und Lizenznehmer Knauf PFT). In einem Arbeitsgang werden mit ihnen die Plattenfugen an Wand und Decke vorgespachtelt und gleich noch der Papierbewehrungsstreifen eingelegt. Zum Gesamtsortiment gehören neben dem eigentlichen Spachtelgerät („Bazooka“) für die Fugen auch allerhand Zusatzgeräte, etwa für das Finish (auch an den Innen- und Außenecken) oder ein Füllaufsatz für die Schraubenköpfe. Ein mit etwa 75 m Bewehrungsstreifen und vollem Spachtelmassentank ausgerüstetes Gerät wiegt knapp acht Kilogramm, ein durchaus handhabbares Gewicht.

Bei den Spachtelgeräten sorgt eine Füllpumpe für das Nachladen des Tanks, hier kommen deswegen nur gebrauchsfertige Spachtelmassen aus dem Eimer für das Gerätespachteln infrage. Auch beim maschinellen Spachteln sind die Vorschriften des jeweiligen Plattenherstellers zu beachten, so müssen beispielsweise die Schnittkanten an Gipskartonplatten vor dem Verfüllen grundsätzlich grundiert werden.
Mischpumpen bieten eine gleichbleibende Massenqualität
Während für die vorgenannten Spachtelgeräte immer eine gebrauchsfertige Spachtelmasse vonnöten ist, können mit den Mischpumpen zusätzlich auch pulverförmige Produkte eingesetzt werden. Moderne Maschinen sind mittlerweile in der Lage, die Konsistenz der selbst gemischten Spachtelmasse permanent zu prüfen und eventuell vorhandene Knötchen und Klumpen selbsttätig aufzulösen. Die mögliche Beschichtungsleistung reicht von 0,5 bis 2,0 m2 pro Minute, wobei bei den guten Maschinen das Ganze stufenlos einstellbar ist. Mischpumpen lohnen sich für den Trockenbauer auch insofern, als mit ihnen nicht nur die Spachtelmassen, sondern auch dünnschichtige Putze verarbeitet werden können, das Anwendungsspektrum insgesamt also größer ist. Wer beim Wort „Mischpumpe“ nun ein „Ungetüm“ erwartet, liegt falsch: Viele Modelle kann man werkzeuglos auseinandernehmen und im Kombi verstauen. Auf der Baustelle selbst ist für den Betrieb nur ein 230-V-Wechselstrom- und ein Wasseranschluss nötig.
Mischpumpen sind bei der Verspachtelung von Gipsplattenflächen in Q4-Qualität ein Muss, weil sie in puncto Leistung und gleichbleibende Spachtelmassen-qualität der manuellen Arbeit weit voraus sind.
Quelle:
Knauf
Keyvisual und Teaserbild: Knauf
22. Juni 2021