Der Bundesverband Gebäude-Grün hat seine Auszeichnungen zum „Gebäudegrün des Jahres“ verliehen. Neben den drei traditionellen Kategorien Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung gab es erstmals auch Preise für die beste Gesamtbegrünung und die beste Sonderbegrünung.
Die Abstimmung zum Wettbewerb „Gebäudegrün des Jahres“ des Bundesverbandes Gebäude-Grün (BuGG) ist öffentlich und findet online statt. Dieses Jahres standen insgesamt 57 Begrünungen zur Auswahl. Diese wurden zuvor von Mitgliedern des BuGG eingereicht. Die derzeit 597 Mitglieder des Verbandes waren nämlich auch in diesem Jahr eingeladen, die schönsten Bilder und eine kurze Beschreibung ihrer liebsten Begrünungsprojekte an den BuGG weiterzureichen.
Gründach des Jahres
„Die Abstimmenden hatten buchstäblich die Qual der Wahl, denn alle eingereichten Objekte waren und sind auf ihre Weise einzigartig, schön und funktional“, findet BuGG-Präsident Dr. Gunter Mann. „Wir freuen uns sehr über die zahlreichen Begrünungen und den Teilnehmendenrekord bei der Abstimmung in diesem Jahr. Das zeigt nicht zuletzt, wie bedeutend die Themen Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung und ihre professionelle Umsetzung sind.“

Platz 1 bei der Auszeichnung zum BuGG-Gründach des Jahres 2025 ging an die Therme Amadé in Altenmarkt im Pongau (Österreich) – etwa 50 Autominuten von Salzburg entfernt. Eingereicht wurde dieses Objekt vom BuGG-Mitglied Bauder , dem Hersteller von Dachsystemen zum Dichten, Dämmen, Begrünen und zur Energiegewinnung.
Die Erlebnis-Therme Amadé bietet ihren Gästen ein Bade- und Saunaangebot auf insgesamt 30.000 m2. Neben Entspannung und Action inmitten der alpinen Urlaubsregion steht das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Wer von oben auf die Therme blickt oder auf der Dachterrasse verweilt, entdeckt eine extensive Dachbegrünung , die sich durch kräftiges Grün und eine vielfältige Pflanzenauswahl auszeichnet. Herausforderung und Besonderheit bei der Dachausführung waren die unterschiedlichen Dachneigungen.
Grünfassade des Jahres
Der erste Preis für die BuGG-Fassadenbegrünung des Jahres ging an ein Einfamilienhaus in Karlsruhe, das bis vor Kurzem noch eine eher triste Fassade hatte. Mittlerweile grünt und blüht es dort so auffällig, dass ein echter Hingucker im Stadtbild entstanden ist. Eingereicht wurde das Projekt vom BuGG-Mitglied Helix Pflanzensysteme – dem Anbieter von vertikalen Begrünungssystemen.

Das private Einfamilienhaus verwandelte sich durch die Pflanzen in eine regelrechte Oase – für Menschen und Tiere. Insgesamt wurden rund 50 m2 vertikal mit verschiedenen Pflanzen begrünt. Auswahlkriterien waren neben spezifischen Standortbedingungen natürlich auch die persönlichen Wünsche des Eigentümers. An der Fassade wachsen unter anderem verschiedene Gräser, Farne, Blühstauden und immergrüne Gehölze. Die Auswahl des Grüns zielt im Übrigen darauf ab, nicht nur eine optische Bereicherung zu bieten, sondern auch die Biodiversität zu fördern und das Mikroklima zu verbessern.
Innenraumbegrünung des Jahres
Als beste Innenraumbegrünung wurde der „Living Tree“ im Berliner Hotel Radisson Collection ausgezeichnet. Die riesige Baumskulptur hatte das BuGG-Mitglied Element Green eingereicht. Dabei handelt es sich um ein Gebäudegrün-Netzwerk, dem aktuell 17 inhabergeführte Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angehören.

Das Radisson-Hotel in Berlin machte vor einigen Jahren bundesweit Schlagzeilen, als das in seiner Lobby befindliche Groß-Aquarium zerbrach. Da wo sich einst das weltweit größte zylindrische Aquarium „Aquadom“ befand, steht nun eine 16 m hohe Baumskulptur mit Vertikalbegrünung und Pflanzbeeten. Der „Living Tree“ besteht aus rund 2.000 Pflanzen, umfasst 120 m2 und reicht bis ins sechste Stockwerk des Hotels. Der Stamm misst 6,5 m im Durchmesser und ist mit 36 Lamellen versehen. Eine abstrakte Baumkrone, die bis unter das transparente Dach des Atriums reicht, bildet den Abschluss.
Gesamtbegrünung des Jahres
In der 2025 erstmals ausgelobten Kategorie Gesamtbegrünung belegte die Dresdener Kindertagesstätte „Pieschner Kinderinsel“ den ersten Platz. Die neue Kategorie ist für Objekte reserviert, die sich gleich durch mehrere Begrünungen auszeichnen, zum Beispiel Dach- und Fassadenbegrünung.

Das vom Dresdener Landschaftsarchitekturbüro Blaurock eingereichte Kita-Objekt befindet sich in Dresdens nördlichem Ortsteil Pieschen. Das dreigeschossige Gebäude, in dem täglich bis zu 300 Kinder spielen und lernen, verfügt über eine 11 m hohe und 25 m breite Grünfassade . Kletterpflanzen ranken sich an einem Seil- und Netzsystem entlang der verglasten Südseite des Bauwerks empor. Das Flachdach der Kindertagesstätte wurde mit einer artenreichen Extensivbegrünung und einer Photovoltaik-Anlage versehen.
Sonderbegrünung des Jahres
Erstmals wurden 2025 auch Auszeichnungen in der Kategorie Sonderbegrünung verliehen. Diese ist für Begrünungslösungen gedacht, die sich von „klassischen“ Gebäudebegrünungen abheben – also zum Beispiel begrünte Brücken, Boote, Vogelhäuser oder Müllhäuschen. Auch Netze und Rankhilfen, die nicht direkt mit Gebäuden in Verbindung stehen, können in dieser Kategorie künftig ausgezeichnet werden.

Platz 1 in dieser neuen Kategorie ging 2025 an die begrünte Stadtbahn in Mannheim. Eingereicht wurde das ungewöhnliche Projekt vom BuGG-Mitglied Blumen Otto (Gartenbau- und Floristikbetrieb). Es handelte sich dabei um eine sehr spezielle Werbeaktion für die Bundesgartenschau 2023 in Mannheim.
Pflanzenliebhaber staunten nicht schlecht, als 2023 ein „fahrender Dschungel“ durch Mannheim rollte. Anlässlich der damaligen Bundesgartenschau wurde der Innenraum einer historischen Straßenbahn von 1969 begrünt. Rund 220 tropische und subtropische Pflanzen wurden auf 40 m2 in Kunststoffgefäße aus Recyclingmaterial eingebaut. Die Gewächse hielten Einzug auf Sitz- und Fensterbänken, befanden sich aber auch in Staufächern sowie auf dem Fahrstand im Heck. Der temporäre, fahrende Pflanzenraum sollte die Themen Stadtbegrünung, Klimaanpassung und Lebensqualität im öffentlichen Raum erlebbar machen.
Beim Gebäudegrün-Wettbewerb 2025 wurden in allen fünf Kategorien übrigens nicht nur Erstplatzierte, sondern auch Zweit- und Drittplatzierte ausgezeichnet. Auf der Website des BuGG gibt es eine Übersicht mit allen Gewinnern (Direktlink hier ).
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