Der Markusdom in Venedig ist immer wieder von Hochwasser bedroht. Eine gläserne Schutzwand soll ihn künftig vor Schäden bei Flutwellen und Überschwemmungen bewahren. Die Verankerung im Boden erfolgte mit Ankerstangen und Injektionsmörtel des deutschen Befestigungsspezialisten fischer.
Der Markusdom (Basilica di San Marco) zählt zu den Hauptattraktionen der italienischen Lagunenstadt Venedig. Die dem Evangelisten Markus gewidmete Kirche am Markusplatz (Piazza San Marco) wurde 828 gestiftet, ihr heutiges Erscheinungsbild stammt jedoch aus dem 11. Jahrhundert. Der Prunkbau vereint byzantinische Architektur mit venezianischer Gotik und weiteren Stilen, die durch spätere Erweiterungen hinzukamen. Er ist die Heimstätte zahlreicher Kunstschätze – von kostbaren Marmorsäulen bis hin zu den zahlreichen Goldblatt-Mosaiken, die dem Dom den Namen „Goldene Basilika“ einbrachten.
Schwere Wasserschäden
Es ist also nicht übertrieben, den Kirchenbau als ein äußerst schützenswertes historisches Gebäude zu bezeichnen. Doch der Markusdom wird aufgrund seiner exponierten Lage in Venedig immer wieder von Hochwasser bedroht, und in der Vergangenheit kam es schon häufiger zu schweren Schäden.

Im November 2019 etwa war das Wasser in Venedig auf 1,87 m über dem Meeresspiegel gestiegen. Das Salzwasser drang in die Krypta des Doms ein, verursachte statische Probleme und richtete Schäden an Bodenmosaiken und Mauerwerk an. In der Folge kam es zu Schäden durch Ausblühungen an Ziegelsteinen , an Kalksteinen und am Marmor im Markusdom.
Gerade die für venezianische Architektur typischen Kalksteine und der Marmor werden stark durch die Einwirkung von Salzwasser beeinträchtigt. Im Zuge der Austrocknung der Bausubstanz kristallisieren die Salze aus und vergrößern dabei ihr Volumen. In den Hohlräumen des Gesteins bilden sich Unterausblühungen, die zu Abblätterungen, Rissen und Abplatzungen führen.
Ankerstangen und Injektionsmörtel
Die Schäden der Vergangenheit kann man zum Teil nicht mehr rückgängig machen, aber für die Zukunft soll der Dom nun besser vor Überschwemmungen geschützt werden. Optisch zurückhaltende Glasbarrieren sollen das historische Wahrzeichen für die kommenden Generationen bestmöglich bewahren. Die 1,20 m hohe Balustrade soll die Basilika fortan bis zu einem Flutpegel von 2 m über normal gegen Überschwemmungen absichern.

Die neue Schutzwand besteht aus thermisch vorgespanntem, mehrschichtigem Glas und ist an eine Struktur aus Edelstahlschienen gebunden (AISI 316). Etwa 150 Laufmeter Glasscheiben im rechten Winkel umgeben die Basilika im ganzen Umfang. Es wurde extra klares Glas gewählt, um die Optik der Farbe des weißen Marmors an der Domfassade nicht zu verändern. So bleibt der Blick vom Markusplatz auf die Kathedrale trotz Barriere weitgehend unbeeinträchtigt.
Zur Sicherung der Edelstahlschienen im Betonfundament kamen der Injektionsmörtel FIS EM Plus zusammen mit den Ankerstangen FIS A von fischer zum Einsatz. Das chemische Befestigungssystem garantiert laut Hersteller dauerhaft sichere Verankerungen in Beton und hat laut Europäisch Technischer Bewertung ( ETA ) eine Nutzungsdauer von 100 Jahren.
Der Injektionsmörtel ist zugelassen für Seismik-Anwendungen der Leistungskategorie C1 und C2 (ETA). Laut fischer ist das Befestigungssystem zudem auch bei wassergefüllten Bohrlöchern eine sichere Wahl.