Das neue Gütesiegel wurde im Februar auf der niederländischen Messe VSK erstmals offiziell vorgestellt. (Quelle: EIHA / Peutz)

Aktuell 2024-04-29T07:00:00Z Gütesiegel für Infrarotheizungen

Neben ihrer Funktion als Zusatzheizung werden Infrarotheizungen zunehmend als Hauptheizung in gut gedämmten modernen Gebäuden oder als Teil einer Hybridheizung – etwa in Kombination mit Wärmepumpen – eingesetzt. Die Europäische Allianz für Infrarotheizungen (EIHA) hat nun ein Gütesiegel für Infrarotheizungen in den Markt eingeführt, das ab Juli dieses Jahres erteilt wird.

Das Gütezeichen trägt den Namen „European Quality Label for Infrared Heating“ und definiert Qualitätskriterien für Infrarotheizungen . „Das neue europäische Qualitätssiegel wird für mehr Transparenz in dem Infrarotheizungsmarkt sorgen und Verbrauchern Sicherheit bei ihrer Investitionsentscheidung bieten“, erläutert Lars Keussen, Vorstand der IG Infrarot Deutschland – der Interessen-Gemeinschaft der führenden Hersteller von Infrarot-Heizungen in Deutschland.

Hintergrund des Gütesiegels

Zum Hintergrund: Am Markt werden aktuell unterschiedlichste Infrarotheizgeräte angeboten, die über verschiedene Kanäle für Verbraucher und Fachbetriebe erhältlich sind. „Manchmal ist unklar, welche Zertifizierung die Produkte haben und ob sie überhaupt der Norm gemäß als Infrarotheizung deklariert werden dürfen“, erklärt Bas Spekreijse (Foto oben, rechts), der erste Vorsitzende des europäischen Branchendachverbands EIHA (European Infrared Heating Alliance).

Das Label kann von Mitgliedern des europäischen Dachverbands EIHA beantragt werden. (Quelle: EIHA)

„Infrarotheizungen müssen in der Lage sein, mit Strahlungswärme ein angenehmes Raumklima zu schaffen“, führt Spekreijse weiter aus. „Dies ist aber nur möglich, wenn ein Mindestanteil der in das Infrarotheizgerät eintretenden Energie in Strahlungswärme umgewandelt wird.“ Das Prüfverfahren hierfür ist in der Norm IEC 60675-3 beschrieben. „Infrarotheizgeräte, die das Gütesiegel tragen, wurden nach dieser Norm geprüft, erfüllen den Mindestwert und dürfen daher offiziell als Infrarotheizung bezeichnet werden“, fasst Spekreijse zusammen.

Das Qualitätslabel wurde in einem mehrjährigen Entwicklungsprozess von den IG-Infrarot-Landesverbänden Deutschland, Österreich und Benelux in Kooperation mit der niederländischen Stiftung Raumklimatechnik und dem Beratungsunternehmen und Testlabor Peutz entwickelt. Es wird nur an Infrarotheizungen vergeben, die folgende Anforderungen erfüllen:

· Das Infrarotheizgerät muss nach der Norm IEC 60675-3 geprüft worden sein und in dieser Messung einen Strahlungswirkungsgrad von mindestens 40 % erreicht haben.

· Der Hersteller beziehungsweise Inverkehrbringer weist eine gültige CE-Konformitätserklärung vor.

· Es muss eine Qualitäts- und Sicherheitszertifizierung durch ein akkreditiertes unabhängiges Prüf- und Zertifizierungsunternehmen durchgeführt worden sein.

· Das Gerät ist technisch so ausgelegt, dass es die Verordnung (EU) 2015/1188 (Ökodesign Richtlinie vom 01.01.2018) erfüllt, und es weist einen Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad größer als 38 % auf.

Internationale Zusammenarbeit

Das Qualitätssiegel ist eine Initiative des europäischen Dachverbands EIHA und kann von dessen Mitgliedern beantragt werden. Zum Mitgliederkreis gehören die Landesverbände IG Infrarot Benelux, IG Infrarot Deutschland und IG Infrarot Österreich, aber auch Hersteller und Lieferanten aus anderen europäischen Ländern.

Die organisatorische Abwicklung der Antragstellung und Vergabe übernimmt die Stiftung Raumklimatechnik, die inhaltliche Bewertung der Anträge erfolgt durch Peutz. Anträge können ab sofort eingereicht werden. Ab dem 1. Juli 2024 wird das „European Quality Label for Infrared Heating“ erteilt. Ausführliche Informationen zum Gütesiegel (in englischer Sprache) gibt es auf der Website der Stiftung Raumklimatechnik unter diesem Link .

zuletzt editiert am 26. April 2024