Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) für die Jahre 2023 bis 2062 veröffentlicht. Darin wird das künftige Rohholzpotenzial des deutschen Waldes und die zugehörige Waldentwicklung geschätzt.
Der Wald ist eine unserer wertvollsten Ressourcen – als Lebensraum für Tiere und Pflanzen, als Klimaschützer und Erholungsort sowie als Rohstofflieferant – nicht zuletzt auch für die Bauwirtschaft. Holz ist aber auch eine begrenzte Ressource. Daher sind Modelle wichtig, um die mögliche Entwicklung des Waldes und das künftige Rohholzaufkommen schätzen zu können. Dies soll die Waldentwicklungs- und Holzaufkommensmodellierung (WEHAM) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) leisten. Der 68-seitige Bericht steht hier zum kostenlosen Download bereit.
Konstante Mengen – anderes Holz
Die WEHAM zeigt: Der nachwachsende Rohstoff Holz dürfte in den nächsten vier Jahrzehnten weiter in gleichbleibend hoher Menge zur Verfügung stehen. Im Mittel des 40-jährigen Prognosezeitraums kann Deutschland pro Jahr mit einem Rohholzaufkommen von 80,6 Mio. Erntefestmeter rechnen. Der Gesamtvorrat bleibt bei rund 3,6 Mrd. m3 stabil. Allerdings verschiebt sich die Baumarten-Verteilung hin zu den Laubbäumen .

Zu Beginn des Projektionszeitraums ist die Fichte noch die vorratsreichste Baumart, verliert jedoch im weiteren Verlauf rund 15 % ihres Vorrats. Die Kiefer verzeichnet einen Rückgang von 20 %. Im Gegensatz dazu nehmen die Vorräte von Tanne und Douglasie kontinuierlich zu. Die Buche bleibt die dominierende Laubbaumart, mit weiter wachsendem Vorrat in der zweiten Hälfte der Projektion. Die Eiche profitiert vom laufenden Waldumbau und steigert ihren Vorrat um 15 %.
Außerdem ändert sich die Durchmesserstruktur der Baumstämme durch die zuletzt notwendig gewordene Aufforstung von Kalamitätsflächen. Infolge der anhaltenden Trockenheit und der massenhaften Ausbreitung von Schadinsekten (zum Beispiel Borkenkäfer ) sind im Wald in den vergangenen Jahren nämlich großflächige Kahlflächen entstanden.
Gleichzeitig stehen umfangreiche Altbestände aus den Nachkriegsaufforstungen in den kommenden Jahrzehnten zur Nutzung an. Die heranwachsende Verjüngung führt zu einem hohen Rohholzpotenzial in kleineren Durchmessern, was nach Angaben der WEHAM mittelfristig herausfordernd sein wird – sowohl waldbaulich als auch arbeitstechnisch.
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