Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel bezeichnet das Geschäftsjahr 2025 – trotz 3 % Umsatzplus – nur als Konsolidierung auf niedrigem Niveau. Immerhin habe der Dezember mit einem zweistelligen Umsatzwachstum einen unerwartet starken Schlussspurt gebracht. Große Zukunftschancen erwartet der Verband von den jüngsten Handelsabkommen mit Indien und den südamerikanischen Mercosur-Staaten.
Nach Angaben des Gesamtverbands Deutscher Holzhandel (GD Holz) war 2025 für den Holzhandel ein herausforderndes Geschäftsjahr, geprägt von einer verhaltenen Nachfrage in den meisten Sortimenten auf der einen Seite und erheblichen Kostensteigerungen auf der anderen Seite. Der Verband repräsentiert etwa 800 Unternehmen der deutschen Holzhandelsbranche und fragt unter seinen Mitgliedern regelmäßig die Umsatzentwicklung in den wichtigsten Sortimenten ab.
3 % Umsatzplus
Für das Gesamtjahr 2025 ergab der Betriebsvergleich des GD Holz unterm Strich ein Umsatzplus von 3 %. Dieser Zuwachs konnte das Minus aus 2024, als die Umsätze um 5 % rückläufig waren, aber nicht kompensieren. Er ist außerdem zum Teil auf Preissteigerungen zurückzuführen. Der Umsatzanstieg bedeutet daher nach Angaben des Verbands keine gute Marktsituation, sondern nur eine Konsolidierung auf niedrigem Niveau. Überdurchschnittliche Zuwächse erreichten 2025 nur die Produktsegmente Hobelwaren (+7 %) und Schnittholz (+5 %).
Ursachen für das schwierige Geschäftsumfeld im Jahr 2025 waren nach Verbandsangaben unter anderem die weiter rückläufige Zahl an Baufertigstellungen, die Zurückhaltung der Endverbraucher und das allgemein schwierige wirtschaftliche Umfeld, geprägt von Unsicherheit und mangelnder Investitionsbereitschaft. Auch für 2026 rechnen die am Betriebsvergleich des GD Holz teilnehmenden Unternehmen überwiegend nur mit einer weiteren Stabilisierung des Marktes und nicht mit einem wirklichen Aufbruch. Die Unternehmen im Holzgroßhandel zeigen sich etwas optimistischer als jene im Holzeinzelhandel.
Hoffnung auf Freihandelsabkommen
Große Hoffnungen verbindet der GD Holz mit dem Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen im Rahmen der jüngsten Handelsabkommen der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten und Indien. Dadurch würden europäische Unternehmen – und insbesondere der Holzhandel – besseren Zugang zu dynamisch wachsenden Märkten erhalten.

Der Verband weist darauf hin, dass Sperrholzimporte aus Südamerika sowie Buchenrund- und (Nadel-)Schnittholzexporte nach Indien einen festen Bestandteil im internationalen Holzhandel darstellen – insbesondere für deutsche Unternehmen. Durch die Handelsabkommen seien unter anderem mehr Effizienz bei Logistik und Rohstoffbeschaffung sowie kostengünstigere Importe zu erwarten.
Der GD Holz kritisiert daher das Abstimmungsverhalten des Europäischen Parlaments, das kürzlich eine Prüfung des Mercosur-Abkommens durch den Europäischen Gerichtshof angestoßen hat. „Europa braucht mehr wirtschaftliche Öffnung statt neuer Blockaden“, betont Maximilian Habisreutinger, Vorsitzender des GD Holz. „Die Entscheidung des Parlaments sendet ein falsches Signal an unsere Handelspartner und gefährdet Chancen, die wir dringend nutzen müssen.“
Der Verband fordert die Europäische Kommission daher auf, trotz des Prüfverfahrens alle notwendigen Schritte einzuleiten, um das Abkommen zeitnah zumindest vorläufig in Kraft zu setzen. Die wirtschaftlichen Vorteile überwögen deutlich, und ein zügiger Start des Abkommens sei entscheidend, um im globalen Wettbewerb mit den USA und China nicht weiter an Boden zu verlieren.
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