An einem Richtfunkturm in Frauenkirchen wurden erstmals die neuartigen „Sensor-Bolt“-Schrauben des Befestigungsspezialisten fischer verbaut. Die hochfesten Schrauben mit integrierter Kraftmess- und Übertragungstechnik erlauben es, den Zustand der Befestigungspunkte jederzeit aus der Ferne zu überwachen. An dem Stahlturm werden sie nun in den nächsten Monaten im Pilotbetrieb getestet.
Der 52 m hohe Richtfunkturm wurde kürzlich von der Firma Unger Stahlbau als Ersatzneubau errichtet. Er steht auf dem Gelände des Umspannwerks der Netz Burgenland GmbH im österreichischen Frauenkirchen. Die Stahlkonstruktion ist bis zur Höhe von 42 m als geschraubte Stabwerkskonstruktion ausgeführt. Nur im Bereich der obersten 10 m wurden die Stahlbauteile verschweißt.
Smarte Funktionsüberwachung
Doch auch die geschraubten Verbindungen gelten als stabil und langlebig. In Frauenkirchen ist die Sicherheit der Befestigungspunkte jetzt sogar auf „smarte“ Weise jederzeit überwachbar, da an ausgewählten Knotenpunkten erstmals die intelligenten Sensor-Bolts zum Einsatz kamen. Die Firma Unger hat sie am 26. Juni an vier repräsentativen Verbindungspunkten des Richtfunkturms montiert.

Die hochfesten, mit integrierter Kraftmess- und Übertragungstechnik ausgestatteten Schrauben ermöglichen es, jederzeit aus der Ferne den Zustand der Befestigungspunkte zu überwachen. „Das Besondere dabei ist, dass durch die Sensorapplikation die mechanischen Eigenschaften der Schrauben nicht verändert werden“, sagt Dr. Daniel Rill, zuständiger Produktmanager bei der Unternehmensgruppe fischer. „Somit ist ein Einsatz im hochfest vorgespannten Bereich ohne Einschränkungen möglich.“
Dank der Sensoren werden die in den Schraubverbindungen wirkenden Kräfte dauerhaft gemessen. Das erlaubt die jederzeitige Funktionsüberwachung aus der Distanz. Gerade bei schwer zu erreichenden Befestigungspunkten wie bei einem hohen Turm ist das ein großer Vorteil. Die Daten aller sensorintegrierten Schrauben lassen sich mobil oder per Web-Anwendung bequem verwalten. Am PC oder auf ihrem Smartphone können die Nutzer immer und überall sehen, wie es um die Sicherheit der Befestigungen bestellt ist.
In Frauenkirchen begleiteten Georg Zaiser, Vertriebsleiter der fischer-Landesgesellschaft in Österreich, sowie die fischer-Construction-Monitoring-Experten Alexander Schmehlik und Dr. Daniel Rill die Stahlbaumonteure beim Einbau und bei der Inbetriebnahme des Schraubenüberwachungssystems. Im Pilotbetrieb werden die nächsten Monate zunächst einmal Daten gesammelt. Das Projekt verspricht auch einen Erkenntnisgewinn, wie sich die Schrauben über längere Zeiträume in der Praxis verhalten.