In Vilnius hat eine designbewusste Familie ihren Traum von der perfekten Innenarchitektur verwirklicht. Die jungen Bauherren ließen ihr etwas älteres Einfamilienhaus zu einem extravaganten Wohnhaus im nordischen Stil umbauen. Die Innenarchitektin setzte dabei auf Licht und Leichtigkeit sowie eine klare Farbgestaltung: Schwarz, Weiß, Grau und der warme Ton von Eichenholz wechseln sich im gesamten Haus ab. Um die Räume nicht zu beschweren, kamen überall wandbündige Flügeltüren von Eclisse zum Einsatz.
Wohnlicher und komfortabler wünschten sich die Bauherren ihr etwas in die Jahre gekommenes Heim im Herzen der litauischen Hauptstadt. Innenarchitektin Ieva Prunskaitė vom Prusta Studio erfüllte ihnen diesen Wunsch auf recht unkonventionelle Weise. Mit gekonnt eingesetzten Materialien und überraschenden Effekten gelang ihr ein meisterhaftes Spiel mit Raum und Licht.
Tageslichtkur für nordische Winter

Schon im Eingangsbereich tritt natürliches Licht durch das Glaselement in der Haustür ein. Von hier öffnet sich der Blick in den Wohnbereich, wo Treppenaufgang, Küche, Essecke und Wohnzimmer zu einem großzügigen, lichtdurchfluteten Raum verbunden sind. Auch das Elternschlafzimmer im ersten Stock wirkt seit dem Umbau heller und großzügiger: Zuvor in einem separaten Raum untergebracht, bildet das Bad jetzt eine Einheit mit dem Schlafbereich. Ein echter Hingucker ist der Kleiderschrank mit den beiden integrierten Oberlichtern, die ein Extra an Licht spenden.
Ein Coup in Sachen Licht und Design gelang der Architektin in der oberen Etage. Hier ersetzte sie die Wand zwischen Treppenhaus und Spielzimmer vollständig durch gehärtetes Glas. Ein Teil der Trennwand zwischen den beiden Kinderzimmern wurde ebenfalls verglast, sodass die großen Fenster im Treppenbereich gleich zwei Zimmer mit Licht versorgen. Das erzeugt eine heitere Atmosphäre auch bei trübem Wetter.
Die Deckenkonstruktion im Salon erforderte ein neues Konzept: Aufgrund der baulichen Gegebenheiten war die Decke abgeschrägt und wies schachtartige Vertiefungen auf. Die Architektin machte aus der Not eine Tugend und entwarf ein geometrisches Muster aus Schrägen und Trichtern. Eine mutige Lösung, die bei den Eigentümern ein sehr positives Echo fand. Das Wohnzimmer ist jetzt nicht nur der perfekte Ort für gemütliche Abende am Kamin, sondern auch ein Eyecatcher der besonderen Art.
Weiß in Weiß: Flächenbündiges Türenkonzept

Um die Räume nicht zu beschweren, wurden im ganzen Haus Flügeltüren aus der Kollektion „Syntesis“ des Herstellers Eclisse eingebaut. Durch ihre wandbündige Optik fügen sich die insgesamt acht Türen perfekt in das gestalterische Konzept ein. Bereits die Tür im Eingangsbereich tritt hinter der edlen Wandverkleidung aus Eiche diskret zurück und lässt den Flur dadurch großzügiger wirken.
Alle anderen Türen im Haus wurden in der gleichen weißen Farbe gestrichen wie die umliegenden Wände. So bilden sie eine harmonische Fläche, die nur von schwarzen Türgriffen unterbrochen wird. Das erzeugt eine auffällig-unauffällige Wirkung und unterstreicht – da schwere Türrahmen komplett fehlen – die Leichtigkeit der gesamten Innenarchitektur.
Perfekt ins Konzept der Leichtigkeit passt auch die federleicht wirkende Wendeltreppe mit ihrem extravaganten Design. Ihre ursprünglichen Stützelemente wurden beim Umbau stark reduziert. Übriggeblieben ist ein geschwungener, schmaler weißer Holm, auf dem die Stufen ins nächste Stockwerk zu schweben scheinen. Flankiert werden sie von einem Geländer aus reinem Glas, das die Konstruktion noch filigraner wirken lässt.
Spiel der Gegensätze

Die Farbgestaltung, bei der sich schwarze, weiße und graue Flächen mit natürlichen Eichenholztönen abwechseln, erlaubt ein harmonisches Spiel der Gegensätze. Stets auf ausgewogene Kontraste bedacht, lockerte die Architektin dunkle Flächen mit Holzmöbeln, weißen Flächen oder mit geschickt platzierten Deko-Elementen auf.
So entschärft im Eingangsbereich ein heller Steinboden die Massivität der Eichenholzpaneele. Auch die schwarze Wand im Wohnzimmer lässt kein Gefühl der Schwere aufkommen. Die Holzfront des Hängeschranks, das gemütliche graue Sofa und die angrenzende weiße Wand schaffen vielmehr ein freundliches, einladendes Ambiente.
Nach dem gleichen Konzept wurde im Kochbereich verfahren. Die schwarze Granitplatte mit Spüle und Kochfeld bildet einen Gegenpol zum Rest der Küchenausstattung, die in Weiß und Hellgrau gehalten ist. Schwarze Hocker komplettieren das Bild und laden zu geselligen Kochrunden ein.