Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) hat eine komplett überarbeitete Broschüre zur Verwendung von Stroh als Bau- und Dämmstoff veröffentlicht.
Der Einsatz von Stroh als heimisches, in relevanten Mengen verfügbares und klimafreundliches Dämmmaterial wird seit Jahrhunderten praktiziert. Angesichts des Klimawandels und aus ökologischen wie ökonomischen Erwägungen gewinnt das Material im Bausektor in jüngster Zeit wieder zunehmend an Relevanz.
Kein Wunder also, dass die FNR ihren „Leitfaden Strohbau – Nachhaltig Bauen und Dämmen mit Stroh“ kürzlich komplett überarbeitet hat. Das Werk liegt nun in 8. Auflage vor und steht auf der Website der Fachagentur zum kostenlosen Download bereit (Link zum Leitfaden hier ).
Flächendeckend mit Stroh dämmen
Die Broschüre befasst sich mit der Verwendung von Stroh als Bau- und Dämmstoff und erklärt leicht verständlich, wie private, gewerbliche oder öffentliche Gebäude flächendeckend mit Stroh gedämmt werden können. Der Leitfaden informiert über die vielfältigen Möglichkeiten, die das klimafreundliche Material beim Bauen und Sanieren eröffnet.
Die Broschüre beschreibt 28 Strohballenbauten in Deutschland und Europa, führt die Eigenheiten und Vorzüge der Strohbauweise auf, legt eine Ökobilanzierung des Stroh-Holzbaus nach dem staatlichen Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude ( QNG ) vor und enthält aktuelle Schallschutznachweise strohgedämmter Außenwände.
Sanierungskonzepte mit Strohballen finden in der überarbeiteten Ausgabe Platz in einem eigenen Kapitel. Vorfertigung und Strohballeneinbau auf der Baustelle werden Schritt für Schritt anhand von Bilderserien dargestellt.
Bislang bleiben in Deutschland etwa 10 Millionen der jährlich in der Landwirtschaft anfallenden 40 Millionen Tonnen Getreidestroh ungenutzt. Theoretisch reicht diese Menge dafür aus, die Wärmedämmung von mehr als 350.000 Einfamilienhäusern zu realisieren. Stroh wird bislang vornehmlich im Einfamilienhausbau und im ein- bis drei-, teils auch höhergeschossigen Wohnungsbau verwendet. Strohdämmungen eignen sich gleichermaßen für kleine wie für großräumige Bauwerke – vom Büro über Kindergarten und Schule bis hin zum Logistikzentrum.
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) ist Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Sie wurde 1993 auf Initiative der Bundesregierung mit der Maßgabe ins Leben gerufen, Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsprojekte im Bereich nachwachsender Rohstoffe zu koordinieren.
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