Limewash ist eine spannende Alternative zu makellos gestrichenen Wänden.
Limewash ist eine spannende Alternative zu makellos gestrichenen Wänden. (Quelle: Kreidezeit Naturfarben)

Plus 2026-01-21T08:00:00Z „Limewash“-Anstrich: Perfekt unperfekt

Wer für die Innenwände einen Farbanstrich wünscht, der nicht makellos gleichmäßig, sondern irgendwie lebhafter wirkt, sollte „Limewash“ ausprobieren. Dabei handelt es weniger um eine bestimmte Farbe, sondern eher um eine spezielle, traditionelle Streichtechnik, die heute wieder im Trend liegt. Ein Limewash-Anstrich steht für gewollte Unregelmäßigkeit und den Reiz des Unperfekten.

Für Limewash kommen meist Kalkfarben zum Einsatz. Allerdings nicht „normale“ Kalkfarben, sondern besonders dünnflüssige und daher nur halb deckende Anstriche. Der wässrige Löschkalk wird nicht mit der Rolle, sondern mit einem Pinsel oder einer ovalen Streichbürste gezielt ungleichmäßig aufgetragen. Dadurch entstehen lebhafte Übergänge zwischen deckenden und transparenten Bereichen. Die Optik dieses Effekts verändert sich zudem je nach Lichteinfall und Blickwinkel.

Besondere Streichtechnik

„Auf solchen Flächen tut sich immer was,“ schwärmt Ulrich Bettentrup von der Limewash-Technik. „Wobei die Lebendigkeit der Optik mit der Farbintensität zunimmt. Besonders gefragt sind aktuell Grau- und Brauntöne wie Umbra und Ocker, die dezent sind und trotzdem spannend wirken.“

Ein Mann steht auf einer Leiter und streicht eine Wand mit einem Pinsel in einem Raum.
Der Anstrich wird gezielt ungleichmäßig in einzelnen Flecken aufgetragen. (Quelle: Kreidezeit Naturfarben)

Bettentrup weiß, wovon er spricht, denn er ist technischer Berater beim Naturfarbenhersteller Kreidezeit , der auch eine Limewash-Farbe im Sortiment hat. „Lime“ ist übrigens das englische Wort für Kalk.

Für das perfekt unperfekte Ergebnis kommt es aber nicht nur aufs Material an, sondern auch auf die Streichtechnik. Dabei gilt: Unregelmäßigkeit ist ausdrücklich erwünscht!

Statt gleichmäßig mit der Rolle wird die Farbe mit Pinsel oder einer ovalen Streichbürste in einzelnen Flecken aufgetragen. Die überlappenden Bereiche erzeugen beim Trocknen das charakteristische, changierende Muster – perfekt beispielsweise für eine Effektwand im Wohnzimmer, Schlafzimmer oder im Flur.

„Man macht hier genau das, was man als Maler normalerweise vermeiden würde“, erläutert Kreidezeit-Experte Bettentrup. „Je ungleichmäßiger der Auftrag, desto lebendiger das Ergebnis.“ Für ein optimales Resultat empfiehlt er zwei Anstriche mit einer kurzen Trockenzeit von drei bis vier Stunden dazwischen. Am besten wirkt der Limewash-Effekt übrigens auf einem glatten, gleichmäßigen, weißen Untergrund.

Spezielle Kalkfarbe

Beim Limewash-Anstrich von Kreidezeit handelt es sich um eine weiße Wandfarbe, die hauptsächlich aus mehrjährig gelagertem Sumpfkalk besteht. Der gebrauchsfertige Anstrich enthält im Gegensatz zu klassischen Kalkfarben weder Marmormehl noch Weißpigment. Das macht ihn dünnflüssig und leicht transparent – ideal für die Limewash-Streichtechnik.

Ein Zimmer während der Renovierung mit frisch gestrichener gelber Wand, einer Leiter und Malerutensilien.
Die überlappenden Bereiche erzeugen das charakteristische, changierende Muster. (Quelle: Kreidezeit Naturfarben)

Wie aber kommt die Farbe in das weiße Anstrichmittel? Dafür kann man sie mit verschiedenen Erd- und Mineralpigmenten individuell abtönen. Das Spektrum reicht von sanften Naturtönen bis hin zu kräftigen Farben. Die Pigmente lassen sich einfach in Wasser anrühren und dann der Farbe beimischen. Als Orientierung für die richtige Dosierung bietet Kreidezeit einen Farbfächer mit über 250 Farbtönen.

Kreidezeit empfiehlt für den Anstrich eine vorherige Grundierung mit normaler Sumpfkalkfarbe. Dann kommen die lebhaften Farbschattierungen besonders zur Geltung. In der Regel sind zwei Anstriche mit Limewash erforderlich. Vor dem Auftrag der zweiten Schicht lässt man die erste zunächst trocknen. Beim Anstrichvorgang selbst dagegen werden die überlappenden Bereiche nass-in-nass aufgetragen.

Als geeignete Untergründe nennt der Hersteller unbehandelte mineralische Putze, Beton, Stein, Mauerwerk sowie Gipskarton- und Gipsfaserplatten. Auch Tapeten kommen infrage – allerdings nur solche aus Papiervlies . Als Untergrund ungeeignet sind dagegen Holz und Holzwerkstoffe, Naturharz-Dispersionsfarben, Ölfarben-Anstriche, Leimfarben und Kunststoffoberflächen. Ferner alle glänzenden, nichtsaugenden und dauerfeuchten Untergründe.

Wie alle Kalkfarben sind auch Limewash-Anstriche diffusionsoffen für Wasserdampf und wirken aufgrund ihrer natürlichen Alkalität schimmelhemmend. Der hohe pH-Wert der Farbe macht Mikroorganismen das Überleben praktisch unmöglich.

Limewash für draußen

Das Limewash-Produkt von Kreidezeit wurde speziell für Innenräume entwickelt. Doch es gibt auch Limewash-Farben für den Außenbereich. Die haben dann allerdings eine etwas andere Rezeptur.

Während bei den Innenraumprodukten das Thema Wohngesundheit im Fokus steht, also vor allem eine hohe Diffusionsoffenheit und die antibakterielle Wirkung, geht es bei den Außenfarben mehr um die Aspekte Witterungsbeständigkeit und mechanische Robustheit. Dafür werden dann üblicherweise andere Bindemittel verwendet – etwa hydraulische Kalkanteile und/oder andere Zusatzstoffe.

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zuletzt editiert am 15. Januar 2026
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