Die zehn ICON-Einfamilienhäuser waren in den Kaisergärten als erste bezugsfertig. (Quelle: Dennert Massivhaus)

Plus 2024-07-11T07:00:00Z Massivhäuser in Modulbauweise

Auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände in Babenhausen bei Darmstadt entsteht derzeit Wohnraum für 2.500 Menschen im neuen Quartier „Kaisergärten“. Eine Gruppe privater Bauherren konnte schon frühzeitig in ihre Häuser einziehen. Sie waren schneller als andere, weil sie auf die Modulbauweise gesetzt haben.

Babenhausen bei Darmstadt zählt an die 18.000 Einwohner. Doch die Stadt wächst und damit auch der Bedarf an Wohnraum. Platz ist zum Glück noch vorhanden – zum Beispiel auf dem Areal der so genannten Kaisergärten. Von 1955 bis 2007 waren dort US-Streitkräfte mit ihren Familien stationiert. Nach deren Abzug fiel ein insgesamt 140 Hektar großes Gelände zurück an die südhessische Kleinstadt.

90 % Vorfertigung

Um das Riesenprojekt einer Erschließung des Areals zu stemmen, vergab Babenhausen alle Bauplätze in Claims an große Bauträger. Wirklich alle? Nicht ganz: Eine Gruppe von zehn Bauherren hat seine Grundstücke privat erworben. Pikanterweise waren sie die ersten, die auf dem neuen Quartier in neue Häuser einzogen.

In den Raummodul-Wänden sind bereits alle Versorgungsleitungen verlegt. (Quelle: Dennert Massivhaus)

In den Raummodul-Wänden sind bereits alle Versorgungsleitungen verlegt.

„Während die Einzelhäuser schon fertig waren, hatten die anderen Unternehmen drumherum gerade einmal mit dem Rohbau begonnen, wenn überhaupt“, sagt Holger Kühne, Prokurist der Dennert Massivhaus GmbH, sichtlich stolz. In den Kaisergärten konnte der Massivfertighaus-Hersteller aus dem oberfränkischen Schlüsselfeld die Vorteile der modernen Modulbauweise gegenüber dem konventionellen Massivbau ausspielen.

Ein entscheidender Vorteil ist dabei die Serienvorfertigung der einzelnen Raummodule im Werk. Auf der Baustelle werden sie innerhalb von ein bis zwei Tagen von speziell geschulten Teams montiert, was die Bauzeit enorm verkürzt und die Projekte wetterunabhängig und terminsicher macht.

Die weitgehende Fertigung im Werk bewahrt zudem die Umgebung vor vielen Belastungen wie etwa röhrende Mörtelmaschinen, kreischende Kreissägen, Hämmern bis in die Abendstunden oder regelmäßigen Lkw-Verkehr mit neuem Baumaterial. Von alledem müssen die Nachbarn bei der Modulbauweise viel weniger ertragen, denn 90 % der Gebäudeteile werden in der Fabrik vorgefertigt.

Da die Baustoffe größtenteils schon in den Modulen verbaut sind, müssen sie zudem nicht auf der Baustelle gelagert werden. Materialreste und Verschnitt fallen vor Ort kaum an, sondern verbleiben größtenteils im Werk. Angeliefert werden nur die fertigen Module sowie die Materialien für Fundament und Kanalanschluss. Auch das verringert den Baustellenverkehr drastisch.

Viele Kombinationsmöglichkeiten

Die einzelnen Module der Modulhäuser lassen sich vielfältig kombinieren, sodass Bauherren individuelle Gestaltungsmöglichkeiten haben. In den Kaisergärten entstanden die Dennert-Haustypen ICON 3+ mit drei beziehungsweise ICON 4 mit vier Raummodulen und jeweils zwei Vollgeschossen. Vier der Häuser sind unterkellert.

Auch die Geschossdecken kommen als Fertigbauteile auf die Baustelle. (Quelle: Dennert Massivhaus)

Auch die Geschossdecken kommen als Fertigbauteile auf die Baustelle.

Bei allen Modulen sind die Wände bereits verputzt, die Steckdosen vormontiert. Das Bad ist fix und fertig gefliest und ausgestattet, Versorgungsleitungen und Elektroanschlüsse bereits in den Wänden verlegt. Dadurch entfallen viele Gewerke. Auch die Wohnungstüren gehören zum Lieferumfang. Und selbst bei den Dachformen bietet der Modulbau große Variantenvielfalt. So sind in der Parzelle der privaten Bauherren Walmdächer, ein Satteldach und ein Flachdach zu sehen.

Steht für den Bau nur eine kleine Grundfläche zur Verfügung, hat Dennert übrigens auch das platzsparende modulare Fertighaus Icon S im Programm. Das bietet bei einem Außenmaß von 6,20 m Breite und 11 m Länge eine Wohnfläche von insgesamt 105 m2 auf zwei Etagen. Beim Kaisergärten-Projekt kam es allerdings nicht zum Einsatz, weil dort ausreichend Platz vorhanden ist.

Ganz wichtig: Alle ICON-Häuser von Dennert tragen das Qualitätssiegel für nachhaltige Gebäude ( QNG ) und sind somit förderfähig.

Wohnen am Naturschutzgebiet

Das neue Bauland der Kaisergärten hat Bauinvestoren stark angezogen. Kein Wunder: 80 Hektar des Areals wurden als „Natura-2000-Gebiet“ ausgewiesen. Denn das ehemalige Truppenübungsgelände beeindruckt mit seiner Pflanzenwelt, seltenen Vogelarten und den vom Aussterben bedrohten Przewalski-Pferden, die im Rahmen eines europäischen Zuchtprogramms angesiedelt wurden.

Ein Naturschutzgebiet in unmittelbarer Umgebung versprach natürlich einen attraktiven Rahmen für den Bau und die Vermarktung von Wohnungen. Zunächst jedenfalls. Anfang 2023 war das Kasernengelände im Wesentlichen erschlossen, die Baustraßen angelegt. Doch steigende Zinsen und Energiepreise führten dazu, dass viele Bauunternehmen die Kosten neu kalkulieren mussten. Etliche Bauwillige sprangen ab.

Anders sah es bei den privaten Bauherren aus. Dort zogen die ersten schon im Juni letzten Jahres ein. Die zehn Grundstückseigentümer hatten sich zusammengetan und mit Dennert einen Partner gefunden, der den Bau der Einfamilienhäuser zum Festpreis garantierte. Innerhalb von drei Monaten waren alle zehn ICON-Einfamilienhäuser einzugsbereit.

zuletzt editiert am 08. Juli 2024
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