Das Forschungsprojekt „NFHolzlack“ widmet sich der Entwicklung innovativer Beschichtungssysteme für Holz im Außenbereich. Ziel ist es, durch die Einbindung von Naturfasern in Holzlacke die Schutzwirkung gegenüber Witterungseinflüssen und mechanischen Belastungen deutlich zu verbessern.
Bisherige Holzbeschichtungen verlängern zwar die Lebensdauer von Fenstern, Türen und Fassaden, sind jedoch anfällig für Schäden durch Hagel, UV-Strahlung oder Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Risse in den Lackschichten führen häufig zu Feuchteeintritt und Folgeschäden am Holz .
Projekt „NFHolzlack“
Hier setzt das Institut für Holztechnologie Dresden (IHD) mit seinem neuen Projekt NFHolzlack an. Die Abkürzung steht für „Naturfaserverstärkter Holzlack“. Die Dresdner Forschenden haben mit der Arbeit offiziell im Februar dieses Jahres begonnen, die Laufzeit des Projekts endet nach gegenwärtigem Stand Ende Juli 2027. Die Förderung erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Programms INNO-KOM (Modul „Marktorientierte Forschung und Entwicklung“).
Das Forschungsvorhaben wird praxisnah erproben, wie sich naturfaserverstärkte Lacke formulieren, applizieren und hinsichtlich Dauerhaftigkeit testen lassen. Damit soll eine neue Generation von Holzbeschichtungen entstehen, die nicht nur die Umwelt entlastet, sondern auch wirtschaftliche Vorteile für Bauherren, Handwerk und Industrie bietet.
Die in die Beschichtung integrierten Naturfasern sollen kraftableitend wirken und dadurch Mikrorisse überbrücken und die Widerstandsfähigkeit des Lacks erhöhen. Dadurch sollen die Holzbeschichtungen länger intakt bleiben. Wartungsintervalle sollen sich verlängern, die Instandhaltung wirtschaftlicher und nachhaltiger werden.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Einsatz pflanzlicher Fasern aus Reststoffen der Landwirtschaft. Anstelle von beispielsweise energieintensiv hergestellten Glasfasern kommen nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz, die bislang meist ungenutzt oder energetisch verwertet wurden. Dies eröffnet neue Wertschöpfungspotenziale – gerade für ländlich geprägte Regionen – und schließt gleichzeitig eine Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion aus.
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