Das Bundebauministerium hat am 3. September das neue Förderprogramm „Jung kauft Alt“ gestartet. Es soll Familien mit minderjährigen Kindern und kleinem bis mittlerem Einkommen durch Gewährung von zinsverbilligten KfW-Krediten beim Wohneigentumserwerb von sanierungsbedürftigen Bestandsgebäuden unterstützen.
Eine Voraussetzung zur Inanspruchnahme der Förderung ist der Erwerb einer Bestandsimmobilie mit einem Gebäudeenergieausweis der Klassen F, G oder H. In Deutschland trifft dies auf rund 45 % aller Wohngebäude zu. Für die Zinsverbilligungen der KfW stehen 2024 insgesamt 350 Millionen Euro bereit. Zum Start liegt der Zinssatz bei 1,51 % effektiv – bei 35 Jahren Kreditlaufzeit und einer zehnjährigen Zinsbindung.
Zinsverbilligte Kredite
„Mit unserem neuen Förderprogramm ‚Jung kauft Alt‘ können sich jetzt auch Familien mit mittleren und kleineren Einkommen ihren Traum vom Einfamilienhaus erfüllen“, sagt Bundesbauministerin Klara Geywitz. „Durch zinsverbilligte Kredite, die deutlich unter dem liegen, was die eigene Hausbank anbietet, kann eine Familie mit zwei Kindern bis zu 18.000 Euro sparen.“ Gleichzeitig zur Zinsförderung für den Eigentumserwerb könnten die Familien auch noch staatliche Sanierungsförderungen in Anspruch nehmen – betont die Ministerin.
Beim Programm „Jung kauft Alt“ ( KfW-Kredit Nr. 308 ) sind die gesamten Ausgaben für den Eigentumserwerb inklusive anteilige Grundstückskosten förderfähig. Nicht gefördert werden Kaufnebenkosten. Förderberechtigt sind Familien mit minderjährigen Kindern und einem maximal zu versteuernden Haushaltseinkommen von 90.000 Euro bei einem Kind (+10.000 Euro je weiteres Kind).
Gefördert wird der Erwerb von selbstgenutztem Wohneigentum im Bestand. Die Gebäude müssen dabei den Energieeffizienzklassen F, G oder H (gemäß Energieausweis) zugehörig sein. Innerhalb von 54 Monaten nach Förderzusage muss auf mindestens Energieeffizienzklasse 70 EE saniert werden.
Kredithöchstbeträge
Die Kredithöchstbeträge sind abhängig von der Kinderanzahl und betragen bei einem Kind maximal 100.000 Euro, bei zwei Kindern maximal 125.000 Euro und bei drei oder mehr Kindern maximal 150.000 Euro. Es sind Kreditlaufzeiten von 7 bis 35 Jahren sowie Zinsbindungen von 10 oder 20 Jahren möglich.
Durch das neue Programm erhofft sich das Bundesbauministerium nicht zuletzt weniger Wohnhaus-Leerstände auf dem Land. Klara Geywitz: „Familien können so zum Beispiel in die alte Heimat ziehen, dort ein bestehendes Haus sanieren und gleichzeitig andere Sanierungsförderungen in Anspruch nehmen. Gerade in ländlichen und dünn besiedelten Regionen vermeiden wir damit Donut-Dörfer, bei denen die historische Bausubstanz im Dorfkern leer steht und die Menschen drumherum im Neubau wohnen.“
