Mit dem Neubau einer Kindertagesstätte hat die Stadt Hilden über 100 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen. In Sachen Strom ist der Holzbau dank Photovoltaik autark. Die Flachdachdämmung erfolgte mit nichtbrennbarer Steinwolle. Wegen der Auflast der Solartechnik wurde abschließend eine Lage „Solarrock“-Dämmung verlegt. Die Platten haben eine glasfaserverstärkte, lastverteilende Zementbeschichtung.
Der Neubau Am Holterhöfchen 18 entstand nach einem Entwurf des ortsansässigen Architekten Dipl.-Ing. Reinhold Scheer. Die Anfang Oktober offiziell eröffnete Kita bietet 109 zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder, die in fünf Betreuungsgruppen aufgeteilt sind.
Neubau in Holzbauweise
„Wie viele Kommunen muss auch Hilden die Zahl der Kinderbetreuungsplätze schnell deutlich erhöhen“, sagt Dipl.-Ing. Katrin Erdmann, Projektleiterin im Amt für Gebäudewirtschaft der Stadt Hilden. „Deshalb arbeiten wir zum Teil mit Generalunternehmern, die nach unseren Vorgaben schlüsselfertig und nachhaltig bauen.“

Mit der Theodor Roreger GmbH aus Anröchte fand die Kommune ein Holzbauunternehmen, das über viel Erfahrung beim Bau von Kindertageseinrichtungen verfügt. Maximilian Roreger, Geschäftsführer des Unternehmens, berichtet von einer stetig wachsenden Nachfrage: „Tatsächlich bearbeiten wir in diesem Jahr fünf Aufträge für Kitas gleichzeitig. 2022 und 2023 haben wir ebenfalls fünf Einrichtungen schlüsselfertig gebaut. Der Bedarf ist groß, denn die Kommunen wollen nachhaltig und in Holz bauen.“
Um den Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz in einer Kita gerecht zu werden, setzt der Unternehmer häufig auf die nicht brennbaren Steinwolle -Dämmstoffe von Rockwool. An dem Hersteller schätzt Roreger nicht nur die Produkte, sondern auch die vielfältigen Serviceleistungen. Beim Kita-Projekt in Hilden etwa „lieferte“ die Deutsche Rockwool nicht nur das Dämmmaterial, sondern auch die Windlastberechnung als Grundlage für die Flachdach- beziehungsweise Gefälledach -Planung.
Dreischichtige Dämmung
Mit der Ausführung der Dachdämmung vor Ort hatte Roreger das „Dachteam Lippstadt“ beauftragt, einen Zusammenschluss aus zwei etablierten Fachhandwerksunternehmen mit über 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch sie verfügen über langjährige Erfahrung mit den Dämmsystemen von Rockwool. Geschäftsführer Frank Sprenger entsandte auf die Baustelle in Hilden drei Monteure, die bereits mehrfach mit verschiedenen Dämmplatten des Herstellers gearbeitet hatten.

Insgesamt 312 m3 Steinwolle wurden auf den etwa 1.200 m2 großen Dachflächen der Kita Am Holterhöfchen verarbeitet. „Unter der dreischichtigen, an der dicksten Stelle insgesamt 400 mm starken Dämmung liegt eine Elastomerbitumen-Dampfsperrbahn auf dem Holzdach“, berichtet Frank Sprenger. „Unter der extensiven Begrünung haben wir die Dämmung zweifach mit einer Elastomerbitumen-Schweißbahn abgedichtet. Die zweite Lage wurde mit einer wurzel- und rhizomfesten Bahn ausgeführt.“
Als Wärmedämmung wurde zunächst die „Hardrock 038“ in einer Dicke von 120 mm mit dem Kleber „Rockpur Fix“ streifenweise direkt auf der Dampfsperrbahn verklebt. Die Hardrock 038 ist eine hoch wärmedämmende Steinwolle-Dachdämmplatte mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,038 W/mK. Aufgrund ihrer verdichteten, lastverteilenden Oberlage bietet sie eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beanspruchungen und kann auch von Dachdeckern problemlos begangen werden.
Gefälle- und Nutzdach
Oberhalb der Hardrock-Platten schufen die Dachdecker gemäß dem mitgelieferten Verlegeplan das vorgeschriebene 2-%-Gefälle zu den Entwässerungspunkten. Dafür verwendeten sie das Dämmsystem „Georock 038“. Die einzelnen, zwischen 40 mm und 160 mm dicken Georock-Platten sind werkseitig mit 2 % Standardgefälle ausgestattet, auf Anfrage aber auch mit 1 % und 3 % Gefälle erhältlich.

Als dritte Dämmlage und Nutzschicht wurden 60 mm dicke „Solarrock“-Dämmplatten direkt auf der Gefälledämmung streifenweise verklebt. Diese Spezialplatten sind mit einer glasfaserverstärkten, hoch lastverteilenden Zementbeschichtung ausgerüstet und eignen sich deshalb ideal für höher belastete Flachdächer. Die maximal zulässige Flächenpressung durch Dauerlasten beträgt 600 kg/m².
Nach Angaben des Herstellers zeigt die „Solarrock“ selbst längerfristig nahezu keine Verformung – auch nicht unter den Tragkonstruktionen einer Photovoltaik -Anlage. Die Punktlasten der Konstruktion werden von der „Solarrock“ gleichmäßig verteilt und sicher abgetragen. Zugleich ist sie geeignet als Nutzschicht für Flachdächer mit einfacher Intensivbegrünung oder als Untergrund unter Terrassenbelägen.
Steinwolle-Recycling
Das Dachteam Lippstadt nahm bei dem Kita-Projekt erstmals zwei Serviceleistungen der Deutschen Rockwool in Anspruch, bei denen es um Rücknahme und Recycling ging. „Sicher nicht zum letzten Mal“, kommentiert Geschäftsführer Frank Sprenger. Darum ging es: Die Paletten, auf denen die Dämmung angeliefert wurde, ebenso wie der in Big Bags gesammelte Baustellenverschnitt wurden an der Baustelle abgeholt.
„Damit sparen wir Zeit, die wir sonst für die Entsorgung beziehungsweise den Rücktransort hätten aufwenden müssen“, sagt Sprenger. „Gleichzeitig stellt Rockwool zuverlässig sicher, dass Steinwolle-Reste sauber recycelt werden. Das entspricht unseren eigenen Zielen, was Nachhaltigkeit angeht, und dürfte auch unseren Kunden gefallen.“
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