Die Bewohner des neuen Pflegezentrums St. Otto in Bamberg können ein Jahr früher einziehen als ursprünglich geplant. Als wahrer Baubeschleuniger erwies sich ein Betonbausystem aus Fertigteilen und mit komplett ausgestatteten Badmodulen.
Das bisherige St.-Otto-Heim entsprach bezüglich Einzelzimmer-Quote und Barrierefreiheit nicht mehr den Vorgaben des bayerischen Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes. Deshalb entschied man sich für einen Neubau an gleicher Stelle. Anfang 2026 sollen die dortigen Arbeiten komplett abgeschlossen sein. Dann bietet die neue Einrichtung 105 komfortable Pflegewohnungen sowie 16 Plätze in der Tagespflege.
Bauen in Zeitraffer
Um die Bewohner während der Bauphase nicht ausquartieren zu müssen, entschied man sich dafür, das Projekt in zwei Abschnitte zu unterteilen. Der erste Teil wurde von 2022 bis zum Frühjahr 2024 abgerissen und neu errichtet – in konventioneller Bauweise. Für den wesentlich größeren zweiten Bauabschnitt erhielt der Betonfertigbau-Spezialist Dennert aus dem oberfränkischen Schlüsselfeld den Auftrag.

Im September 2024 begann Dennert mit der Montage des Erdgeschosses. Schon im Oktober folgte das erste Obergeschoss, vier Wochen später die zweite Etage und das Dachgeschoss, im Dezember war das Gebäude regendicht. Obwohl sich der Abriss des alten Gebäudes zeitlich verzögert hatte, konnte im Januar 2025 termingerecht mit dem Innenausbau begonnen werden. Das mutet wie Bauen in Zeitraffer an. Nach Dennert-Angaben hätten dieselben Rohbauarbeiten in konventioneller Bauweise circa ein Jahr länger gedauert.
Das höhere Tempo beim zweiten Bauabschnitt wurde möglich, weil konsequent auf Fertigteil- beziehungsweise Modulbauweise gesetzt wurde. Auf einer Grundfläche von 815 m2 kamen insgesamt 399 vorgefertigte Beton-Wandelemente sowie 328 Deckenteile zum Einsatz. Auch beim Fensterbau konnte man vor Ort auf der Baustelle viel Zeit einsparen. Die 78 Fassadenfenster wurden nämlich bereits im Dennert-Werk in die Betonfertigteilwände integriert. Dennert lieferte für das neue Pflegezentrum St. Otto zudem zwei Fertigteil-Treppenanlagen und Betonfertigteile für die Dachflächen.
Dreidimensionale Badmodule
Während Wände und Decken beim zweiten Bauabschnitt aus flächigen Betonteilen bestehen, die zwar im Werk vorgefertigt, aber erst auf der Baustelle zu dreidimensionalen Raumstrukturen zusammengefügt wurden, sind die Bäder des Pflegeheims komplett in Modulbauweise gefertigt.

Dennert lieferte für diesen Zweck insgesamt 32 Badmodule, davon 24 in barrierefreier Ausführung mit ebenerdiger Dusche und unterfahrbarem Waschtisch sowie weitere acht mit WCs in rollstuhltauglicher Größe und mit Stützklappgriffen. Die ab Werk bereits komplett ausgestatteten und gefliesten Badmodule müssen vor Ort nur noch positioniert, verschraubt und an die Haustechnik angeschlossen werden. Das spart den Einsatz vieler Gewerke. Und damit Zeit.
Neben den zeitlichen Vorteilen punktet der Betonfertigbau nach Dennert-Angaben auch durch hohe Planungssicherheit. Im Fertigteilwerk lässt sich wetterunabhängig kontinuierlich arbeiten, weder Minusgrade noch Regen führen zu Verzögerungen. Da das Baumaterial größtenteils schon in den angelieferten Elementen verbaut ist, gibt es weniger Platzprobleme auf der Baustelle. Vor Ort fallen zudem weder Baustoffreste noch Verschnitt an.
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