Ein Handwerker mit Schutzbrille und Handschuhen trägt mithilfe einer Kartuschenpistole PUR-Schaum zur Isolierung des Rahmens an einem Dachfenster auf.
Bei Kälte braucht PU-Schaum etwas mehr Zeit für die Aushärtung. (Quelle: www.pu-schaum.center)

Aktuell 2026-10-12T07:00:00Z PU-Schaum bei Kälte

Die warme Jahreszeit neigt sich allmählich ihrem Ende zu. Im Herbst und Winter beeinflussen niedrigere Temperaturen die Verarbeitung und Aushärtung von PU-Schaum. Das PU-Schaum-Infocenter erklärt, worauf Profis und Heimwerker bei Kälte achten sollten. Besonders wichtig ist die Temperatur des Schaums in der Dose.

Handelsübliche PU-Schäume lassen sich in der Regel bei Temperaturen zwischen 5 und 30 °C gut verarbeiten. Für Temperaturen unter 5 °C gibt es spezielle Winterschäume, die bis etwa –10 °C funktionieren. Ist so ein Winterschaum nicht zur Hand, kann man laut PU-Schaum-Infocenter dennoch versuchen, mit normalem PU-Schaum zu arbeiten. Drei Dinge sind dann besonders wichtig: die richtige Temperatur des Schaums in der Dose, ausreichend Feuchtigkeit und etwas mehr Zeit zum Aushärten.

Dose muss warm bleiben

Je kälter der Schaum in der Dose ist, desto zähflüssiger wird er. Die Folge: Er passt einfach nicht mehr durch das Ventil. Mindestens 5 °C sollte der Doseninhalt deswegen schon haben. Es ist also keine gute Idee, die Dose nachts im kalten Transporter liegen zu lassen. Besser ist es, sie bei Zimmertemperatur zu lagern.

Ist die Dose trotzdem zu kalt geworden, kann man sie vor der Anwendung auf Betriebstemperatur bringen. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten! Der Behälter muss unbedingt langsam erwärmt werden. Warum? Wird er zu stark erhitzt, dehnt sich das in der Dose befindliche Gas zu schnell aus und es besteht Explosionsgefahr. Das PU-Schaum-Infocenter empfiehlt ein lauwarmes Wasserbad und warnt ausdrücklich vor dem Einsatz eines Bunsenbrenners, aber auch vor dem Erwärmen auf einem heißen Heizkörper.

Spezieller Winterschaum lässt sich – je nach Produkt – bei Umgebungstemperaturen bis etwa –10 °C verarbeiten. Doch auch hier bleibt die Dosentemperatur entscheidend: Die Dose selbst muss auch bei Winterschaum mindestens 5 °C warm sein, damit das Produkt verarbeitbar bleibt.

Feuchtigkeit hilft beim Aushärten

Einkomponentiger PU-Schaum benötigt Feuchtigkeit zur vollständigen Aushärtung. Kalte Luft enthält aber weniger Wasser als warme. Deswegen sollte man bei niedrigen Temperaturen den Untergrund vor dem Ausschäumen etwas mehr als sonst anfeuchten. Doch Vorsicht, dass sich keine dünne Eisschicht bildet, die den Schaum „abrutschen lässt“.

Befindet sich Eis auf dem Untergrund, verbindet sich der Schaum nicht mit dem Bauteil, sondern lediglich mit der Eisschicht. Taut diese später, fehlt die notwendige Haftung. Darüber hinaus kann sich gefrorenes Wasser nicht chemisch mit dem Polyurethan verbinden. Der Schaum härtet deswegen nicht richtig aus – warnt das PU-Schaum-Infocenter, das als gemeinsame Einrichtung führender europäischen Hersteller von PU-Schaumdosen agiert.

Der dritte Faktor, der bei der Verarbeitung von PU-Schaum in kalter Umgebung zu beachten ist, ist die Zeit. Bei niedrigen Temperaturen verlangsamen sich chemische Reaktionen. Das heißt: Um auszuhärten, braucht der Schaum etwas länger. Das PU-Schaum-Infocenter empfiehlt daher ein bisschen Geduld, bevor man weiterarbeitet.

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zuletzt editiert am 07. Oktober 2026
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