PU-Schaum haftet auf fast allen Baustoffen – so heißt es zumindest oft. Doch stimmt das wirklich? Das PU-Schaum-Infocenter ist dieser Frage nachgegangen und bietet auf seiner Website eine Übersicht zur Verträglichkeit mit unterschiedlichen Materialien.
„Bisher gab es im Netz kaum fundierte Informationen“, sagt Antje Ebner vom PU-Schaum-Infocenter . „Mit dem neuen Kapitel wollen wir Hand- und Heimwerkern konkrete Hilfestellung geben.“ Im Mittelpunkt stehen dabei die beiden Aspekte Haftung und chemische Verträglichkeit von PU-Schaum auf unterschiedlichen Baustoffen. Das PU-Schaum-Infocenter ist eine Einrichtung führender europäischer Hersteller von PU-Schaumdosen, versteht sich selbst aber gleichwohl als unabhängige Informationsplattform.
Was ist PU-Schaum?
PU-Schaum aus der Dose – oft auch Montage- oder Bauschaum genannt – gilt als praktischer Allrounder für vielfältige Anwendungen im Bauwesen: vom Kleben über das Abdichten und Verfüllen bis hin zum Dämmen.

Der vor allem aus Polyurethan (PU) bestehende Schaum kommt im Bauwesen beispielsweise zum Hinterfüllen von Tür- und Fensterzargen , beim Abdichten von Bauteilfugen und Durchdringungen sowie als Dämmstoff in Rollladenkästen zum Einsatz. Auch die Klebeeigenschaften des Materials macht man sich zunutze – etwa als Mörtelersatz zur Befestigung von EPS-Dämmplatten an Hausfassaden und sogar bei der Errichtung von Wänden aus Mauerwerksteinen.
Trotz der vielfältigen Einsetzbarkeit von PU-Schaum gibt es trotzdem Untergründe und Umweltfaktoren, die die Anwendung erschweren. Das PU-Schaum-Infocenter hat auf seiner Website nun das bekannte Wissen zu diesem Thema zusammengetragen (Direktlink hier ). Dort finden Produktanwender fundierte Informationen zur Verträglichkeit des Schaums mit unterschiedlichen Materialien.
Ideale und schwierige Untergründe
So erfährt der Besucher der Website beispielsweise, dass sich saugende, poröse Untergründe wie Beton , Mauerwerk, Putz, Holz oder auch Faserzement besonders gut mit PU-Schaum vertragen. Kleine Einschränkung: Der Untergrund – egal aus welchem Material – muss stets stabil und tragfähig sein. Ein bröckeliger Putz verspricht keine gute Haftung, egal wie saugfähig er ist.
Gipsuntergründe dagegen sind zwar ebenfalls saugend, erfordern wegen ihrer Staubschicht aber eine Vorbehandlung. Werden sie mit Grundierungsmitteln wie Tiefengrund oder Primer vorbereitet, ist aber auch bei ihnen eine stabile Verbindung mit PU-Schaum möglich. Unterbleibt diese Vorbereitung, kann es sein, dass der Schaum nur an der Staubschicht haftet und sich leicht wieder ablöst.
Glatte Metalluntergründe bereiten definitiv Probleme. Metalle mit rauer, nicht polierter Oberfläche, wie sie auf dem Bau häufig vorkommen, bieten dagegen meist noch ausreichend Halt. Glatte oder polierte Metalle, wie etwa Edelstahl, lassen sich durch eine geeignete Vorbehandlung aber häufig ebenfalls auf PU-Schaum vorbereiten. Das kann mit Schleifpapier geschehen und/oder durch Einsatz eines Primers.
Auch PU-Schaum auf Glas erfordert in der Regel eine Vorbehandlung. Durch Einsatz des richtigen Primers kann aber auch die Haftung auf glatten Glasflächen gelingen. Generell abraten tut das PU-Schaum-Infocenter von der Schaumverarbeitung auf öligen oder fettigen Flächen.
Auf glatten Kunststoffen ist die Haftung ebenfalls schwierig. Laut Website ist PU-Schaum hier meist keine gute Wahl ist. An anderer Stelle wird für „problematische Kunststoffe“ aber ein PU-kompatibler Haftvermittler empfohlen. Das heißt wohl: Bei Einsatz einer geeigneten Grundierung können Kunststoff und Bauschaum unter Umständen doch zusammenkommen. Auf Kunststoff oder Glas verbessere ein passender Primer (Haftvermittler) die Klebkraft deutlich – schreibt das PU-Schaum-Infocenter.
Einfluss von Umweltfaktoren
Neben den verschiedenen Untergrundmaterialien geht die Website auch auf den Einfluss von Umweltfaktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung auf die Haftung und chemische Verträglichkeit von PU-Schaum ein.
So härtet der Schaum bei zu trockener Luft nicht richtig aus, weil er dafür nämlich stets Feuchtigkeit aus der Luft oder dem Untergrund benötigt. Empfohlen wird daher, Untergründe bei Bedarf leicht anzufeuchten. Das gilt auch für Metallflächen, die durch Sonneneinstrahlung aufgeheizt wurden. Ohne Abkühlung droht hier eine Blasenbildung im Bauschaum, die zu einer deutlich schlechteren Haftung führt.
Zu Aushärtungsproblemen kann es aber auch bei zu niedrigen Verarbeitungstemperaturen kommen. Nach Angaben des PU-Schaum-Infocenters haftet das Material auf Eis überhaupt nicht, zudem könne es bei niedrigen Temperaturen zu einer unvollständigen Aushärtung kommen.
Frisch ausgehärteten Schaum sollte man vor dauerhaftem UV-Licht schützen. Das kann beispielsweis durch Beschichtung mit Farbe, Putz oder Dichtstoff geschehen – natürlich nur dort, wo der PU-Schaum häufiger Sonneneinstrahlung ausgesetzt wäre. Der Grund dafür: Er ist auf Dauer nicht lichtbeständig.
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