Eine Frau streicht einen Holzstuhl im Garten.
Auch Gartenmöbel lassen sich mit pigmenthaltigen Holzanstrichen schützen. (Quelle: Natural-Farben)

Bauchemie 2025-09-09T07:00:00Z Sonnenschutz für Holz

Ähnlich wie unsere Haut leidet auch das Holz im Außenbereich unter intensiver Sonneneinstrahlung. Es trocknet aus, wird stumpf, spröde und rissig, außerdem verfärbt es sich. Mit Holzanstrichen lässt sich dieser natürliche Prozess wirksam abmildern.

Für den Sonnenschutz von Holzdielen im Außenbereich (Terrasse, Fassade) sowie von Gartenmöbeln kommen überwiegend Holzöle oder Holzlasuren mit Pigmenten zum Einsatz, die das UV-Licht brechen. Natürliches Holzöl dringt tief ins Holz ein und lässt dessen Oberfläche dunkler und glänzender erscheinen. Die Maserung wird hervorgehoben, die Farben erscheinen intensiver. Lasuren dringen ebenfalls in das Holz ein – anders als Lacke , die nur eine geschlossene Schicht auf der Holzoberfläche bilden –, sie verursachen darüber hinaus aber auch einen zumindest dünnen Oberflächenfilm.

Folgen der UV-Strahlung

UV-Licht sorgt dafür, dass dunkles Holz mit der Zeit aufhellt. Helle Hölzer dagegen dunkeln durch Sonneneinstrahlung nach. Zusätzlich kommt es zu dem bekannten Effekt, dass Holz im Freien vergraut. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Prozess, der durch den Abbau von Lignin in der Holzoberfläche verursacht wird.

Eine Person streicht einen Holzzaun mit einer Holzlasur.
Öl- oder wasserbasierte Holzlasuren mit Weißpigmenten schützen vor UV-Licht. (Quelle: natural-farben.de)

Neben dem Sonnenlicht tragen auch Regen und Wind dazu bei, dass sich der natürliche Holzbestandteil Lignin zersetzt und das Holz eine silbergraue Farbe annimmt. Viele Hausbesitzer finden diesen Effekt übrigens sogar „schick“ und ergreifen daher keine diesbezüglichen Sonnenschutzmaßnahmen. Es gibt sogar farbige Holzanstriche, die den Vergrauungseffekt „imitieren“.

Holzveränderungen durch Lichteinfluss sind natürlich vor allem im Freien stark ausgeprägt – also etwa bei Terrassendielen oder Gartenmöbeln. Besonders lange und intensiv sind oft Holzfassaden der Sonne ausgesetzt. Gleichwohl lässt sich Sonnenschutz fürs Holz nicht nur auf den Außenbereich beschränken. Auch in Wohnräumen sind Holzböden durch die zunehmend verbreiteten bodentiefen Fenster einer steigenden UV-Belastung ausgesetzt. Es gibt daher auch UV-Schutzprodukte für Holz im Innenbereich. Der Naturfarbenhersteller Natural beispielsweise bietet dafür einen natürlichen Bienenwachsbalsam mit farblosem UV-Protektor an.

Lichtbrechende Lasuren

Für den Sonnenschutz im Freien empfiehlt Natural den Auftrag von natürlichen öl- oder wasserbasierten Holzlasuren, bei denen Weißpigmente das UV-Licht brechen – wie die Sonnenmilch auf der menschlichen Haut. Solche Lasuren dringen tief ins Holz ein, ohne die Poren zu verschließen und wirken somit auch feuchteregulierend. Weiterer Vorteil: Die enthaltenen Weißpigmente wirken bei hellem Holz dem Nachdunkeln entgegen.

Ein Holzboden mit Schatten von Stühlen, die durch Sonnenlicht erzeugt werden.
Helle Hölzer dunkeln durch Sonneneinstrahlung nach, dunkle dagegen hellen auf. (Quelle: natural-farben.de)

Werner Koppermüller, technischer Berater beim Naturfarbenhersteller Natural, rät zu Lasuren mit einem Weißpigmentanteil von circa 10–20 %. Dadurch behalte das Holz seinen ursprünglichen Farbton, das so genannte Anfeuern werde verhindert. „Eine farblose Lasur würde dagegen aus dem Farbton Nuss einen Farbton machen, der Palisander entspricht“, erläutert Koppermüller. Ob man sich für öl- oder wasserbasierte Produkte entscheidet, ist nach Ansicht des Natural-Experten dagegen schlichtweg eine Frage der persönlichen Vorliebe.

Sowohl öl- als auch wasserbasierte Lasuren gibt es in unterschiedlichen Farben. Trotz lichtreflektierender Pigmente sind die Produkte meist so formuliert, dass die Maserung des Holzes weiterhin sichtbar ist. Je nach Rezeptur der Anstriche wird die natürliche Optik des unbehandelten Holzes allerdings mehr oder weniger stark verändert. Für alle Holzanstriche gilt im Grundsatz, dass mit steigender Anzahl der enthaltenen Farbpigmente auch der UV-Schutz zunimmt.

Spezielle Terrassenöle

Zum Schutz von Terrassendielen empfiehlt Natural die Verwendung spezieller Terrassenöle. Diese schützen das Holz nicht nur vor UV-Strahlen sowie den schwankenden Witterungsverhältnissen, sondern sind auch besonders widerstandsfähig gegenüber regelmäßigen Trittbelastungen. Erreicht wird dies durch den Zusatz von Naturharzen, die beim Aushärten eine trittfeste Schutzschicht auf der Holzoberfläche bilden. Mehr Infos zu diesem Thema bietet der BaustoffWissen-Beitrag „ Holzschutz: Was leistet Terrassenöl? “.

Für Gartenmöbel hat Natural ebenfalls Lösungen im Programm, die neben anderen Eigenschaften auch Schutz vor UV-Vergrauung und Verwitterung bieten. „Mit Lasuren auf Basis von Leinöl, Pflanzenölharzen und Wasser kann man Gartenmöbel aus Holz wieder frisch aussehen lassen und fit für den Sommer machen“, sagt Natural-Experte Frank Lipfert. Die dünnflüssigen Aqua-Lasuren ziehen leicht ins Holz ein. So gesättigt kommt die Maserung schön zum Vorschein, die Oberfläche fühlt sich angenehm samtig an.

Mit Aqua-Lasuren lassen sich neben Gartenmöbeln auch größere Flächen im Außenbereich wie Zäune, Schuppen oder Pergolen auffrischen. Sie sind ohne Grundierung leicht mit dem Pinsel aufzutragen und trocknen schnell. Wegen ihrer Elastizität empfehlen sie sich auch für Holzfassaden, die sonst leicht splittern.

Anstrich im Frühjahr

Holzanstriche mit UV-Schutz sind bei Erstanwendung im Außenbereich in der Regel mindestens zweimal aufzutragen. Für die spätere Wartung genügt es dann meist, mit einem einzigen dünnen Anstrich „nachzupflegen“.

Der Anstrich sollte natürlich idealerweise vor dem Sommer erfolgen, andererseits aber auch nicht zu einem Zeitpunkt, wenn das Holz noch sehr feucht ist, weil die Anstrichmittel dann nicht gut ins Material einziehen können. Als idealer Zeitpunkt empfiehlt sich daher das Frühjahr, nachdem es bereits eine gewisse Zeit wärmer und trockener gewesen ist.

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zuletzt editiert am 03. September 2025