Arbeiter auf einem Gerüst bei der Sanierung einer Backsteinkirche.
Mangelnde steuerliche Planungssicherheit bei Sanierung, Umbau und Umnutzung gilt als ein zentrales Hemmnis der Bauwende. (Quelle: Pixabay)

Aktuell 2026-02-09T08:00:00Z Steuer-Leitfaden für Bestandsbauten

Der Verband für Bauen im Bestand hat einen Leitfaden zur steuerlichen Behandlung von Bestandsgebäuden veröffentlicht. Damit will er eine praxisorientierte Hilfestellung zu Steuerfragen rund um den Erhalt und die Weiterentwicklung des Gebäudebestands bereitstellen. Mangelnde steuerliche Planungssicherheit bei Sanierung, Umbau und Umnutzung gilt als ein zentrales Hemmnis der Bauwende.

„Das Steuerrecht ist vermutlich der stillste, aber einer der entscheidendsten Hebel für die Kostensicherheit im Bestand“, sagt Sarah Dungs, Vorstandsvorsitzende des Verbandes für Bauen im Bestand (BiB). „Solange die Steuerbetrachtung nicht integraler Bestandteil der Projektentwicklung ist, sondern lediglich an Steuerberaterinnen und -berater abgegeben wird, entstehen gegebenenfalls blinde Flecken – und mit ihnen Folgekosten, die frühzeitig vermeidbar wären. Mit unserem Leitfaden schaffen wir Orientierung, Hilfestellungen und vor allem Vergleichsbeispiele, die helfen sollen, die blinden Flecken rechtzeitig aufzudecken.“

Praxisorientierte Hilfestellung

Der 36-seitige Leitfaden richtet sich an Eigentümer, Planer, Projektentwickler, Steuerberater und Kommunen und ist auf der BiB-Website kostenfrei als Download verfügbar. Inhaltlich basiert er auf den Erfahrungen von BiB-Mitgliedern und -Experten aus Planung, Steuerberatung und Projektentwicklung.

Ein Broschüren-Cover mit dem Titel "Vom 'Ja, aber...?' zum 'Jawohl!'" und dem Untertitel "Das Steuerrecht ist der stillste, aber mächtigste Hebel der Bauwende."
Der 36-seitige Leitfaden ist Anfang Februar erschienen. (Quelle: BiB)

Thematisiert werden unter anderem die Abgrenzung von Erhaltungsaufwand und Herstellungskosten, die 15-%-Grenze, die Vermeidung der „Neubau-Falle“, Fragen der Abschreibung ( AfA ), der Umsatzsteuer sowie die Nutzung von Sanierungs- und Denkmal-AfA.

Franziska Bouchard, Fachbeirätin Recht und Steuern beim BiB, hebt die praktische Bedeutung hervor: „In der Praxis ist es schon die steuerliche Einordnung, die über die Wirtschaftlichkeit eines Projekts entscheiden kann, ohne, dass es auf die technische Machbarkeit ankommen muss. Unser Leitfaden übersetzt komplexe steuerliche Vorgaben in eine klar strukturierte und verständliche Hilfestellung. Er hilft dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, diese sauber zu dokumentieren und Spielräume rechtssicher zu verstehen.“

Der BiB betrachtet den Leitfaden als praxisnahes Arbeitsinstrument, das dabei helfen soll, Investitionsentscheidungen in den Gebäudebestand belastbar vorzubereiten und Abstimmungen mit Finanzverwaltung und Förderstellen zu erleichtern. Der Verband betont zugleich, dass die Veröffentlichung kein Ersatz für eine individuelle steuerliche oder rechtliche Beratung sei.

Der Verband für Bauen im Bestand (BiB) versteht sich laut Selbstdarstellung als „Verband für all jene in der Immobilienbranche, die Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele der Bundesrepublik Deutschland ernstnehmen, die willens sind umzudenken und ihr Geschäftsmodell kritisch zu hinterfragen“. Seine Mitglieder haben vielfältige Hintergründe und sind zum Beispiel Hauseigentümer, Projektentwickler, Architekten, Planer, Bauausführende, Juristen, Fachleute für Finanzierung oder auch einfach nur bauinteressierte Menschen. Der Verein hat zum Ziel, dem Gebäudebestand in Deutschland eine stärkere Stimme zu geben.

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zuletzt editiert am 05. Februar 2026