Die Online-Plattform Houzz führt jedes Jahr die nach eigenen Angaben größte Hausbesitzer-Umfrage Deutschlands durch, bei der es rund um die Themen privates Einrichten, Bauen und Renovieren geht. Für die aktuelle „Houzz & Home“-Studie wurden insgesamt 654 Eigenheimbesitzer vor allem zum Thema Renovierungen befragt.
Das US-Unternehmen Houzz Inc. betreibt in zahlreichen Ländern Websites zum Thema Renovierungen und Wohndesign – auch in Deutschland ( www.houzz.de ). Die Internet-Plattformen bringen registrierte Eigenheimbesitzer mit Profis aus Handwerk, Architektur und Wohndesign zusammen. Houzz bietet unter anderem Software-Lösungen für Profis und bietet Hausbesitzern Informationen, Renovierungs- und Designideen sowie die Möglichkeit, für ihre Projekte Bau- und Designexperten zu beauftragen.
Die Houzz-Community besteht aus Millionen von Eigenheimbesitzern sowie Bau- und Design-Experten aus der ganzen Welt. Die Houzz & Home-Studie 2023 basiert in Deutschland auf Daten von 654 Eigenheimbesitzern. Dabei handelt es sich um registrierte Nutzer von Houzz.de, die einen 160 Fragen umfassenden Fragebogen ausgefüllt haben. Die Ergebung erfolgte von Dezember 2022 bis März 2023. Thematisch ging es um Renovierungen im Jahr 2022, aber auch um Projekte für das laufende Jahr.
Renovierungsschwerpunkte

Mehr als ein Drittel der befragten Houzz-Nutzer (38 %) haben im Jahr 2022 eine größere Renovierung ihres Hauses vorgenommen (2021: 42 %). 45 % befassten sich nur mit Projekten, bei denen es darum ging, das eigene Zuhause neu zu dekorieren beziehungsweise zu möblieren (2021: 50 %).
47 % der befragten Eigenheimbesitzer, die zuletzt eine Renovierung durchgeführt haben, gaben an, dass dabei die Verbesserung der Energieeffizienz ihres Hauses eine sehr große Rolle gespielt hat. 23 % der Befragten befassten sich mit Projekten, bei denen es um die Isolierung der Gebäudehülle ging (2020: 15 %), und 10 % der Eigenheimbesitzer haben sich 2022 eine Solaranlage gekauft (2020: 6 %).
„Wir sehen einen verstärkten Fokus auf Effizienz und Nachhaltigkeit, denn viele der Modernisierungen haben zum Ziel, Energie zu sparen und die damit verbundenen Kosten niedrig zu halten“, sagt Liza Hausman, Vice President für Industry Marketing bei Houzz. Auch die Modernisierung von Fenstern oder Oberlichtern (34 %) sowie Außentüren (22 %) wurde bei der jüngsten Befragung deutlich häufiger genannt als noch 2020 (28 % / 18 %)
Da fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer (49 %) Häuser besitzt, die um oder vor 1980 gebaut wurden, konzentrieren sich auch viele auf die Verbesserung der Haustechnik. Unter den Befragten, die 2022 in die Renovierung haustechnischer Anlagen investiert haben, gaben 45 % an, ein Projekt im Bereich der Elektrik durchgeführt zu haben. Auf den Plätzen folgen Renovierungen von Sanitäranlagen (44 %) und Heizsystemen (32 %).
Unter den Befragten, die 2022 Innenräume ihres Hauses renoviert haben, gaben 21 % an, im Badezimmer renoviert zu haben. Die Liste der häufigsten Innenraumrenovierungen setzt sich fort mit der Küche (20 %), dem Wohnzimmer (18 %) sowie Eingangsbereich und Flur (18 %). 20 % der Innenraumrenovierer haben Modernisierungen in allen Innenräumen ihres Hauses vorgenommen.
Finanzierungsmodelle

Für Renovierungsprojekte gaben die betroffenen Houzz-Nutzer im Durchschnitt 22.000 Euro aus. Bei den 10 % der Befragten mit den höchsten Ausgaben, lag der Durchschnittswert bei 160.000 Euro.
Für das laufende Jahr planten im Umfragezeitraum bereits 36 % der Befragten ein Renovierungsprojekt. Dafür wurde im Schnitt aber nur ein Budget von 11.000 Euro eingeplant. Bei den „oberen 10 %“ sind es durchschnittlich 49.000 Euro. 47 % der Befragten planen für 2023 zwar keine größeren Renovierungen, dafür aber Aktivitäten im Bereich „Umgestaltung, Einrichtung oder Dekoration“. 20 % wollen eine Reparatur durchführen.
Die Mehrheit der Renovierenden setzt zur Finanzierung auch weiterhin Ersparnisse beziehungsweise private Geldmittel ein (80 %). Die zusätzliche Inanspruchnahme von Bausparverträgen (11 %) oder Immobiliendarlehen (8 %) ist in den letzten Jahren leicht gestiegen (2020: 8 % beziehungsweise 5 %). 11 % der befragten Renovierer haben Baudarlehen aufgenommen, die mit einer Immobilie besichert sind.
Handwerkernachfrage
Die Nachfrage nach Fachleuten zur Unterstützung bei Renovierungen hat weiter zugenommen. Bei der jüngsten Houzz-Umfrage gaben 83 % der Renovierenden an, für ihre Projekte Hilfe von Handwerkern in Anspruch genommen zu haben, bei der Umfrage 2020 waren es nur 76 %.
Die am häufigsten beauftragten Profis waren 2022 Elektriker (43 %), Tischler (32 %), Fliesen- und Plattenverleger (32 %), Maler und Tapezierer (30 %) sowie Experten für Fenster und Türen (30 %), Heizung und Klimaanlage (28 %) und Klempner (28 %).
Apropos Fachleute: 38 % der Befragten, die ihren Hauptwohnsitz im Jahr 2022 renoviert haben, fanden es schwierig, die richtigen Dienstleister zu finden. Das reichte für Platz 1 in der Top 5 der häufigsten Herausforderungen während der Renovierung. Auf den Plätzen folgten die Herausforderungen „Die richtigen Produkte und Materialien finden“ (32 %), „Einhaltung des Budgets“ (27 %), „Den Zeitplan einhalten“ (26 %) sowie der Punkt „Mit unterwarteten Situationen umgehen“ (21 %). Die Befragten konnten jeweils drei Antwortmöglichkeiten ankreuzen.