Bei vergleichbarem Wärmedämmwert ist die reine Vakuumverglasung (rechts) viel dünner und leichter als eine typische Doppelverglasung (Mitte) oder Dreifachverglasung (links).
Bei vergleichbarem Wärmedämmwert ist die reine Vakuumverglasung (r.) viel dünner und leichter als eine typische Doppelverglasung (Mitte) oder Dreifachverglasung. (Quelle: Velux)

Plus 2026-03-05T08:00:00Z Vakuum-Isolierglas für Dachfenster

Velux hat letzte Woche auf der Messe Dach+Holz erstmals seine neue Vakuum-Isolierglas‑Technologie für Dachfenster vorgestellt. Die Zwei-Scheiben-Verglasung mit Vakuum im Scheibenzwischenraum bietet eine sehr gute Wärmedämmung in einer viel dünneren und leichteren Konstruktion als bei einer Standard-Dreifachverglasung. Ein Zeitpunkt für die Markteinführung der Innovation steht aber noch nicht fest.

Während bei Mehrscheiben-Standardverglasungen die einzelnen Scheiben durch eine Gasfüllung mit Argon oder Krypton voneinander getrennt werden, kommt bei der neuen Velux-Technologie eine Vakuumschicht zum Einsatz, die Wärmeverluste weitaus effektiver verhindert als die Gasisolierung. Das Vakuum-Isolierglas erreicht dadurch die Leistung einer Dreifachverglasung bei zugleich schlankerer und leichterer Konstruktion. Optisch unterscheidet es sich durch ein dezentes Punktmuster, das durch den Einsatz winzig kleiner Abstandshalter zwischen den Scheiben entsteht und den Ausblick nicht einschränkt.

Zwei Ausführungen

Velux hat die Verglasung in Partnerschaft mit Guardian Glass speziell für Dachfenster entwickelt, bei denen der Einsatz einer Vakuumverglasung aufgrund der höheren Belastungen im Vergleich zu Fassadenfenstern besonders herausfordernd ist. Guardian Glass ist die Glas-Sparte des US-Unternehmens Guardian Industries und einer der weltweit größten Hersteller von Flach- und Spezialglas-Produkten.

Eine Dachfensterscheibe, die auf einem Gestell mit schwarzen Ständern aufgestellt ist.
Bei der Vakuum‑Hybrid‑Lösung handelt es sich um eine Dreifachverglasung. (Quelle: Velux)

Ein Zeitpunkt für die Markteinführung von Velux-Dachfenstern mit Vakuum-Isolierglas‑Technologie in Deutschland steht derzeit noch nicht fest. Bereits fest steht aber, dass Velux die Innovation in zwei Ausführungen bieten wird: als reine Vakuumverglasung und als hybride Lösung.

Bei der Ausführung als reine Vakuum-Verglasung wird das Produkt über eine sehr dünne Doppelverglasung verfügen, deren Wärmedämmwert vergleichbar mit dem einer Dreifachverglasung ist, die aber zugleich 1,5 bis 5 kg leichter sein soll (in Abhängigkeit von der gesamten Fensterkonstruktion). Ein Fenster mit dieser Vakuum-Verglasung erreicht nach Velux-Angaben einen U-Wert von Uw = 1,0 W/(m2K).

Welchen Unterschied der Einsatz der neuen Verglasung bedeutet, zeigt die Scheibenstärke: Sie beträgt nur 11,5 mm, während es bei einer herkömmlichen Standard-Doppelverglasung 26,4 mm und einer Standard-Dreifachverglasung mit vergleichbarem Wärmedämmwert 38 mm sind.

Bei der Vakuum‑Hybrid‑Ausführung handelt es sich um eine Dreifachverglasung. Dabei kombiniert Velux die Doppelverglasung mit Vakuumschicht mit einer dritten Scheibe, die durch eine Gasfüllung von der angrenzenden Scheibe getrennt ist. Das ermöglicht Dachfenster mit einem Wärmedämmwert von Uw = 0,83 W/(m2K) und einem Schalldämmwert von 38 dB.

Hintergrund

Schon vor mehr als 20 Jahren testete Velux Dachfenster mit Vakuum-Isolierglas und führte sie auf dem deutschen Markt ein. Damals aber war die Nachfrage nach Produkten mit niedrigem U-Wert noch geringer als heute. Außerdem waren die Leistungsvorteile gegenüber Standard- Dreifach-Verglasungen bei den Produkten dieser ersten Markteinführung noch nicht signifikant genug.

Seitdem hat sich Vakuum-Isolierglas aber in Sachen Haltbarkeit und Leistung erheblich weiterentwickelt und wird bei Fassadenfenstern auch schon zunehmend eingesetzt. So kommt inzwischen thermisch gehärtetes Glas zum Einsatz, das widerstandsfähiger ist. Versiegelungsmethoden wurden zugunsten der Vakuumintegrität verbessert, und ein geschlossenes Absaugsystem wurde entwickelt, das Rest- und freigesetzte Gase absorbiert.

Aufbauend auf diese Fortschritten entwickelte Velux in den letzten zehn Jahren eine Vakuum-Isolierglas-Technologie mit deutlich verbesserten Eigenschaften und finalisierte diese seit März 2024 in Partnerschaft mit Guardian Glass. Zu den Verbesserungen zählen eine vollständig aus thermisch gehärtetem Glas bestehende Lösung mit weniger Abstandshaltern zwischen den Scheiben, wodurch eine bessere Wärmedämmung erzielt wird.

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zuletzt editiert am 27. Februar 2026
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