Eine Gruppe von Geschäftsleuten steht in einem Konferenzraum zusammen.
Vertreter von DeSH und GD Holz trafen sich letzte Woche in Würzburg. (Quelle: GD Holz)

Aktuell 2025-02-24T08:00:00Z Waldpolitische Kehrtwende gefordert

Die Verbände der deutschen Säge- und Holzindustrie sowie des deutschen Holzhandels haben Mitte letzte Woche einen gemeinsamen Appell für eine „zukunftsorientierte Wirtschafts- und Klimapolitik mit Holz“ formuliert. Darin kritisieren sie politische Initiativen der vergangenen Jahre, die den Wald als Kohlenstoffspeicher in den Mittelpunkt gerückt hätten. Die Verbände fordern stattdessen wieder einen stärkeren Fokus auf den aktiven Umbau und die Bewirtschaftung des deutschen Waldes.

Der gemeinsame Appell entstand bei einem gemeinsamen Verbändeaustausch des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands (DeSH) und des Gesamtverbands Deutscher Holzhandel (GD Holz) am vergangenen Mittwoch. Mit Blick auf die gestrige Bundestagswahl forderten die Verbände neben dem Abbau bürokratischer Belastungen auch einen politischen Richtungswechsel mit einer klaren Agenda für die nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverwendung.

Für Waldumbau und Holzverwendung

Einen Tag nach dem Treffen werden die Verbandsvertreter in einer gemeinsamen Pressemitteilung ihrer Verbände wie folgt zitiert:

„Die politischen Initiativen der vergangenen Jahre haben statt Waldumbau und Holzverwendung den Wald als Kohlenstoffspeicher in den Mittelpunkt gerückt. Dabei wird immer deutlicher, dass die überzogenen Speicherziele angesichts zunehmender Klimaschäden im Wald nicht erreichbar sind und negative Folgen für die gesamte Wertschöpfungskette haben werden. Vor diesem Hintergrund braucht es eine waldpolitische Kehrtwende. Die Klimaziele für den Wald müssen überarbeitet und der aktive Umbau, die Bewirtschaftung und Holznutzung als unerlässliche Grundlage für den Erhalt und die Zukunft unserer Wälder fokussiert werden. Flächenstilllegungen oder Beschränkungen der Bewirtschaftung stehen dem direkt entgegen.“

Die Verbände klagen zudem, dass Holz als Baustoff nach wie vor benachteiligt würde. Die Politik müsse bestehende Hemmnisse für den Holzbau abbauen und außerdem den Einsatz des nachwachsenden Rohstoffs im Bauwesen gezielt fördern.

Schlüsselfaktor Bürokratieabbau

Für einen Schlüsselfaktor halten die Verbände auch einen Bürokratieabbau – nicht zuletzt auf europäischer Ebene. Dazu heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung:

„Mit der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) steht die Branche noch immer vor einem Bürokratiemonster, dass zu internationalen Wettbewerbsnachteilen führen wird. Auch die Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) führen durch umfangreiche Dokumentations- und Berichtspflichten zu erheblichen Belastungen für zahlreiche Unternehmen. Vor diesem Hintergrund setzen wir nicht nur auf die Versprechen der EU-Kommission, wesentliche Vereinfachungen vorzunehmen, sondern auch auf eine klare nationale Haltung einer neuen Bundesregierung für den Abbau bürokratischer Belastungen im Rahmen der EUDR, CSRD und anderer politischer Initiativen aus Brüssel und Berlin.“

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zuletzt editiert am 21. Februar 2025
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