Die Kosten für den Austausch energetisch veralteter Fenster in Wohngebäuden amortisieren sich schon in wenigen Jahren. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des ift Rosenheim. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass moderne Fenster unabhängig vom eingesetzten Heizsystem zur Einsparung von Treibhausgas-Emissionen beitragen.
Die im März erschienene, rund 30-seitige Kurzstudie „ Graue Energie und Graue Emissionen von Fenstern im Vergleich zum Einsparpotentia l“ wurde vom ift Rosenheim im Auftrag des Verbands Fenster + Fassade (VFF) erstellt. Sie bezieht sich auf den Austausch energetisch schlechter Bestandsfenster – insbesondere Fenster mit Einfachglas, Verbund- und Kastenfenster sowie Fenster mit älteren Isoliergläsern – in Wohngebäuden. Sie bewertet die Energie- und CO2-Einsparung moderner Fenster ganzheitlich – zieht also sowohl die Nutzungsphase der Fenster als auch Energieverbrauch und Treibhausgas-Emissionen für deren Herstellung, Transport und Einbau in die Analyse mit ein.
„Maßnahme mit schneller Wirkung“
Über die angenommene Lebensdauer der neuen Fenster von 50 Jahren ergibt sich laut ift Rosenheim insgesamt eine deutlich positive Bilanz: Die eingesparten Energiemengen und vermiedenen Treibhausgasemissionen übersteigen die Aufwendungen für Herstellung und Einbau der Bauelemente um ein Vielfaches „Die Studie zeigt klar: Der Austausch alter Fenster ist eine effiziente Maßnahme mit schneller Wirkung“, sagt VFF-Geschäftsführer Frank Lange. „Die Investition rechnet sich energetisch und ökologisch bereits nach wenigen Jahren.“

Die CO₂-Emissionen, die bei Herstellung und Einbau neuer Fenster entstehen, werden laut Analyse in der Regel bereits nach ein bis fünf Jahren durch Einsparungen im Gebäudebetrieb ausgeglichen. Insbesondere bei Heizungen mit fossilen Energieträgern erfolge die CO₂-Amortisation in vielen Fällen sogar bereits innerhalb von drei Jahren. Bei Wohngebäuden, die bereits über emissionsarme Heizsysteme wie Wärmepumpen oder moderne Holzheizungen verfügen, ist die absolute CO₂-Minderung durch einen Fenstertausch naturgemäß geringer. Die grundsätzlich positive Wirkung des Fenstertauschs bleibt jedoch in allen Fällen bestehen.
Wie lange es dauert, bis sich auch die Investitionskosten für die neuen Fenster durch Energieeinsparungen amortisiert haben, hängt von verschiedenen Rahmenbedingungen im Einzelfall ab – nicht zuletzt natürlich vom verwendeten Heizsystem und den Kosten der jeweils verwendeten Energieträger. Für die energetische Amortisation hat das ift Rosenheim daher eine relativ große Zeitspanne von zwei bis elf Jahren ermittelt.
Im Detail zeigen sich laut Studie deutliche Unterschiede je nach Heizsystem: Bei Gebäuden mit Erdgas- oder Ölheizung erfolgt die energetische Amortisation häufig bereits nach etwa zwei bis vier Jahren, während sie bei Fernwärme bei etwa vier bis sieben Jahren und bei Wärmepumpen bei rund sechs bis elf Jahren liegt.
Rahmenbedingungen entscheidend
Die möglichen Energieeinsparungen während der Nutzungsphase der neuen Fenster sind natürlich umso höher, je schlechter der energetische Zustand der ausgewechselten alten Fenster war. Beim Austausch von Fenstern mit Einfachglas prognostiziert die Analyse beispielsweise Heizwärmeeinsparungen von rund 270 bis 290 kWh pro Quadratmeter und Jahr.
Eine wichtige Rolle spielt selbstverständlich auch der tatsächliche energetische Standard – also die Wärmedämmleistung – der neuen Fenster. Laut Analyse erfolgt die energetische Amortisation sowohl bei Zweifach- als auch bei Dreifach- Wärmedämmglas in kurzen Zeiträumen. Dreifach-Isoliergläser würden zwar einen leicht höheren Herstellungsaufwand verursachen, dafür aber auch zusätzliche Energieeinsparungen über die Nutzungsdauer ermöglichen.
Eine Sache betont das ift Rosenheim ausdrücklich: Die Ergebnisse der Analyse gelten ausschließlich für den Austausch energetisch veralteter Fenster. Für modernere Bestandsfenster dagegen sei in der Regel eine Nutzung bis zum technischen Lebensende sinnvoll.
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